Bishkik
Bischkek
Бишкек
Wappen von Bischkek
Bischkek (Kirgisistan)
DEC
Bischkek
Bischkek
Basisdaten
Staat: Kirgisistan Kirgisistan
Gebiet: Hauptstadtdistrikt
Koordinaten: 42° 52′ N, 74° 34′ O42.86666666666774.566666666667800Koordinaten: 42° 52′ 0″ N, 74° 34′ 0″ O
Höhe: 800 m. ü. NN
Fläche: 127 km²
Einwohner: 900.000 (2005)
Bevölkerungsdichte: 7.087 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+996) +996 312
Bischkek – Blick auf den Hauptplatz vom Riesenrad

Bischkek [biʃˈkʲek] (kirgisisch Bişkek /Бишкек) ist die Hauptstadt und gleichzeitig der politische, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt Kirgisistans. Die Stadt ist aus einer Karawanenstation an der Seidenstraße hervorgegangen und erlebte im Laufe ihrer Zeit mehrere Umbenennungen. Heute hat sie ca. 900.000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Klimadiagramm Bischkek

Bischkek liegt auf einer Höhe von 800 m über dem Meeresspiegel am nördlichen Rand des bis zu 4875 m hohen Kirgisischen Gebirges, eines westlichen Teiles des Tianshan-Gebirges, welcher der Stadt eine imposante Kulisse gibt. Nordwestlich der Stadt zieht sich eine gewellte Steppenlandschaft bis weit ins nahe Kasachstan.

Der Fluss Tschüi durchfließt diese Gegend etwas nördlich der Stadt und ist Namensgeber des Bischkek umgebenden Verwaltungsbezirks. Durch Bischkek selbst fließen in Süd-Nord-Richtung die Tschüi-Zuflüsse Ala-Artscha und Alamedin, die aus beeindruckenden Gebirgstälern kommen. In Ost-West-Richtung verläuft durch die Stadt der „Große Tschüi-Kanal“ (Большой Чуйский Канал).

Der Nationalpark Ala-Artscha, der in nur 45 Minuten von Bischkek zu erreichen ist, befindet sich ungefähr 40 km südlich der Stadt im oben genannten Kirgisischen Gebirge. Er bietet eine eindrucksvolle alpine Berglandschaft und gute Wanderwege.

Geschichte

Auf Kirgisisch bezeichnet bischkek oder pischpek ein Gefäß für die Zubereitung von Kumys, fermentierter Stutenmilch. Es gibt zahlreiche Legenden, die versuchen, einen Zusammenhang zwischen der Stadt und einem solchen Gefäß herzustellen. Wissenschaftlichere Erklärungen meinen, dass der Name durch eine volksetymologische Deutung eines alten Wortes für Ort unterhalb der Berge entstanden ist.

Die Stadt ist aus einer Karawanenstation an einem der Seidenstraße zugerechneten Weg durch das Tian-Schan-Gebirge hervorgegangen. 1825 ließ der usbekische Khan von Kokand hier eine Lehmfestung erbauen, die aber bereits 1862 von russischen Soldaten im Zuge der russischen Eroberung Zentralasiens eingenommen und zerstört wurde. Die von den Russen an der gleichen Stelle gegründete Garnison wuchs durch den Zuzug russischer Bauern, denen hier fruchtbarer Schwarzerdeboden zur Verfügung gestellt wurde, schnell an. 1878 wurde eine Stadt mit dem Namen Pischpek gegründet.

1926 wurde sie Hauptstadt der neu gegründeten ASSR Kirgisien und gleichzeitig in Frunse (russisch Фрунзе) umbenannt – nach Michail Wassiljewitsch Frunse, einem engen Vertrauten Lenins, der in Bischkek geboren war und während der Revolutionen von 1905 und 1917 und im Russischen Bürgerkrieg in den 1920er Jahren eine entscheidende Rolle gespielt hatte.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Kirgisistan im Jahre 1991 unabhängig, als Kirgisische Republik, und die Stadt erhielt wieder ihren kirgisischen Namen Bischkek.

Bischkek heute

Der Hauptplatz Ala-Too

Heute ist Bischkek eine lebhafte und in vieler Hinsicht moderne Stadt in Zentralasien, mit vielen Restaurants und Cafés und einem dichten Straßenverkehr, in dem zahllose Gebrauchtwagen aus Westeuropa und Überbleibseln aus sowjetischer Produktion unterwegs sind. Planmäßig im Schachbrettformat ausgelegt, ist es eine Stadt mit breiten Boulevards, marmorverkleideten öffentlichen Gebäuden und massigen Wohnblocks in typisch sowjetischer Bauart. Aufgrund seiner kurzen Geschichte hat Bischkek keine historischen Bauwerke. Fast alle Straßen in der Kernstadt sind beidseitig von Bewässerungskanälen flankiert, welche die zahllosen Bäume bewässern, die im heißen Sommer Schatten spenden und dem ansonsten recht farblosen Stadtbild zumindest im Sommer einen lebendig-fröhlichen Charakter geben.

Der Bahnhof von Bischkek, vor dem ein imposantes Reiterstandbild von Frunse steht, wurde 1946 von deutschen Kriegsgefangenen erbaut und hat die Zeitläufte bis heute praktisch unverändert und ohne Reparaturen überstanden. Ein Großteil der Gefangenen starb während der Bauarbeiten durch Hunger, Kälte, Überarbeitung und Krankheit und wurde in der Nähe der Baustelle verscharrt.

Während der Sowjetzeit gab es in der Stadt und in ihrem Umfeld eine beträchtliche Konzentration von industriellen Großbetrieben, von denen heute die meisten aber entweder geschlossen sind oder nur noch auf erheblich reduzierter Basis weiterarbeiten. Bischkek beherbergte auch eine wichtige sowjetische Kampfpilotenschule, und einer ihrer Absolventen war der spätere ägyptische Präsident Hosni Mubarak.

Im Jahre 2002 erlangten die USA das Recht, eine Luftwaffenbasis auf dem nahegelegenen internationalen Flughafen Manas anzulegen, um von dort aus ihre Operationen in Afghanistan zu unterstützen. Russland folgte diesem Beispiel sehr schnell und errichtete 2003 eine eigene Luftbasis auf dem Militärflugfeld in der etwa 40 km entfernten Stadt Kant.

Am 28. Juni 2007 fand in Bischkek das 7. Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) statt.

Universitäten

In Bischkek gibt es heute mehr als ein halbes Dutzend Universitäten, die zum Teil aus ehemals sowjetischen Staatseinrichtungen hervorgegangen sind, zum Teil aber auch erst seit der Unabhängigkeit des Landes mit auswärtiger Unterstützung gegründet wurden, wie z. B. die Kirgisisch-Russische Slawische Universität Bischkek, die Staatliche kirgisische Universität für Bauwesen, Verkehrswesen und Architektur, die Kirgisisch-Türkische Universität, die Amerikanische Universität u. a. Die meisten davon sind allerdings eher Fachhochschulen oder „Colleges“.

Religion

Die meisten Kirgisen sind sunnitische Muslime. Die große russische Bevölkerungsminderheit gehört der russisch-orthodoxen Kirche an.

Bischkek ist Sitz des Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Kirgisischen Republik.

Söhne und Töchter der Stadt, bzw. Personen, die in Bischkek lebten und arbeiteten

Städtepartnerschaften

Weblinks


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