Bismarckdenkmal Hamburg
Bismarck-Denkmal in Hamburg

Das Bismarck-Denkmal der Stadt Hamburg im Stadtteil Neustadt ist das größte und wohl bekannteste Bismarck-Standbild weltweit. Die überlebensgroße Statue steht unweit der Landungsbrücken am Hamburger Hafen auf der Elbhöhe – einer ehemaligen Kultstätte –, dem so genannten Elbpark, heute einem ausgewiesenen Naherholungsgebiet. Geplant und ausgeführt wurde das Monument 1901 bis 1906 von dem Architekten Johann Emil Schaudt und vom Berliner Bildhauer und Jugendstilkünstler Hugo Lederer.

Inhaltsverzeichnis

Elbpavillon

Auf der Elbhöhe stand früher die Bastion Casparus der Hamburger Wallanlagen. 1806 wurde dort eine einfache Erfrischungsbude errichtet, welche 1816 zu einem festen “Elbpavillon“ ausgebaut wurde.

"Der Elbpavillon hat den verschiedensten Zwecken gedient. Zeitweilig war er ein sehr vornehmes Lokal, dann stieg er von seiner Höhe etwas herab. Auch die Güte der Bewirtung hat vielfach gewechselt. Stark besucht waren die Konzerte, die der Musikdirektor Behrens dort veranstaltete, dann wurde er ein gewöhnlicher Tingel-Tangel und ein Varieté-Theater, das wohl am meisten Ertrag geliefert hat. Zu erwähnen sind noch die zahlreichen politischen Versammlungen, die Ende der vierziger und in den fünfziger Jahren hier abgehalten wurden und auch eines Theaters aus dem Jahre 1836 ist zu gedenken." J. Heckscher: "Das Panorama einer Reise von Hamburg nach Altona und zurück" von Peter Suhr in Hamburg, erklärt von J. Heckscher, Berlin, 1909, S. 32-33.

Der Elbpavillon wurde 1901 abgebrochen.

Planung und Bau

Enthüllungsfeier 1906
Kopf des Denkmals

Kurz nach Bismarcks Tod 1898 bildete sich ein Komitee, das die Errichtung eines Denkmals zu Ehren des Reichsgründers plante. Vorsitzender war der damalige Hamburger Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg. Man einigte sich darauf, am Ort des Elbpavillons das Bismarckdenkmal für 500.000 Goldmark zu errichten. 1901 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Aus den 219 eingesandten Entwürfen wurden im Januar 1902 die fünfzehn besten prämiert. Hugo Lederer und Emil Schaudt erhielten für ihren Entwurf, der Bismarck in Form einer riesigen Rolandstatue zeigt, den ersten Preis und den Auftrag zur Ausführung.

Das heute, an seiner Höhe bemessen, größte Denkmal Hamburgs war bereits damals nicht unumstritten. Auch war man sich über einen Standort Anfangs nicht einig. Als alternative Bauplätze standen in der Findungsphase unter anderem der Waseberg von Blankenese mit einer weitaus größeren Bismarckstatue (über 60 Meter), welche in das Elbstromland schauen sollte, kurzzeitig zur Diskussion oder eine weitaus kleinere Statue entweder an der heutigen Straße Fontenay (Außenalster/Alstervorland) oder an der Binnenalster (Lombardsbrücke/Ecke Ballindamm).

Das am 2. Juni 1906 nach dreijähriger Bauzeit feierlich eingeweihte Monument - Bismarck in Rüstung der Kreuzritter - hat eine Gesamthöhe von 34,3 Metern und wiegt 625 Tonnen. Die für das Denkmal verwendeten Granitblöcke stammen aus Kappelrodeck im Schwarzwald.

Die eigentliche Bismarck-Figur ist 14,8 Meter hoch, inklusive Sockel 34,3 Meter. Die Höhe des Kopfes beträgt 1,83 Meter, die Länge des Schwertes acht Meter. Der auf ein Schwert gestützte Bismarck blickt seewärts; ihm zu Füßen versinnbildlichen Figuren die Germanischen Stämme.

Innenraum

Frontalansicht

Im Inneren des Bismarckdenkmals befinden sich noch heute aufwendige Wandmalereien unter anderem an zentraler Stelle mit Sonnenrad, Hakenkreuzen und Texten wie "Nicht durch Reden werden große Fragen entschieden, sondern durch Eisen und Blut" [1] versehen. Während der Kriegsjahre 1939/40 wurde der Sockel der Statue als Luftschutzraum eingerichtet, der vor allem für Passanten, Besucher der Landungsbrücken und direkte Anwohner gedacht war. Wabenähnliche Räume im Inneren boten bis zu 650 Personen Schutz. Wofür die weitläufigen Katakomben, welche das Bismarckdenkmal ebenfalls umlaufen, ursprünglich - sie wurden 1906 gebaut - vorgesehen waren, ist bis heute nicht geklärt. Das Innere des Bismarckdenkmals ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Sanierung

Es gibt Überlegungen das Bismarckdenkmal wegen statischer Probleme (derzeit neun Zentimeter Neigung auf die Gesamthöhe) zu sanieren. Sanierungskosten in Höhe von mindestens 2.000.000 € sind im Gespräch. Für mindestens ein Jahr würde dann das Gelände um die Bismarckstatue weitläufig abgesperrt werden.

Literatur

  • Jörg Schilling: Distanz halten - Das Hamburger Bismarckdenkmal und die Monumentalität der Moderne, Wallstein-Verlag, Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0006-7
  • Jörg Schilling u.a.: Das Bismarckdenkmal in Hamburg 1906 - 2006 - Beiträge zum Symposium "Distanz halten. 100 Jahre Hamburger Bismarckdenkmal", Boyens Buchverlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8042-1251-0

Quellen

  1. Hamburger Morgenpost: Der Titan vom Kiez wird 100, 20. Juli 2006


Weblinks

53.5486111111119.97194444444447Koordinaten: 53° 32′ 55″ N, 9° 58′ 19″ O


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