Bismarckturm (Neugersdorf)
Bismarckturm Neugersdorf

Der 19,5 m hohe Bismarckturm in Neugersdorf befindet sich auf der Spitze des Hutungsberges, dem mit 474 m ü. NN höchstgelegenen Punkt von Neugersdorf.

Der Bau eines Aussichtsturmes auf dem Hutungsberg war schon 1879/80 vorgesehen. Der Neugersdorfer Fabrikant Julius Hoffmann sowie der „Naturwissenschaftliche Verein zu Neugersdorf“ veranlassten 1902 den Bau des Neugersdorfer Bismarckturmes. Julius Hoffmann stiftete hierfür 12.000 Mark, wobei die gesamten Baukosten 20.000 Mark betrugen.

Entworfen wurde der Bismarckturm als Aussichtsturm mit Feuerschale vom Baumeister Hermann Mihan aus Neugersdorf, der auch die Bauausführung übernahm.

Baumaterialien waren wetterfester Sandstein aus den Walthersdorfer Brüchen, Basaltstein für das Fundament und Ziegelmauerwerk für die Innenverkleidung. Der Aufbau des Turmes weist eine vierfache Gliederung auf:

  1. ein viereckiger Unterbau (mit quadratischem Grundriss und Innendurchmesser von 2,8 m)
  2. ein viereckiger Schaft
  3. ein rundes aufsitzendes Oberteil
  4. ein auf der Plattform befindliche Austrittshäuschen mit aufgesetzter, runder und fest eingemauerter Feuerpfanne (1,45 m Durchmesser, 0,45 m Tiefe aus Kupfer)

Als Abschluss weist die Plattform eine Brüstung aus Sandstein von 1,05 m Höhe auf.

Grundsteinlegung war der 6. April 1904. Nach sechsmonatiger Bauzeit konnte bereits am 9. Oktober 1904 der aus Sandstein erbaute Turm eingeweiht werden. Fürst Herbert von Bismarck sandte hierzu ein Begrüßungstelegramm. Über dessen Eingang war ein Bismarck-Medaillon angebracht, welches seit ca. 1951 verschollen ist. Im Inneren des Turmes wurde eine Ehrentafel aus schwedischem Granit mit Bismarck-Wappen und eine Widmung in goldener Schrift für den Stifter Julius Hoffmann angebracht:

„Bismarckturm, erbaut aus der Stiftung des Herrn Commerzienrat Julius Hoffmann vom Naturwissenschaftlichen Verein im Jahre 1904“.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der ehemals „Bismarckturm“ genannte Bau aufgrund seines Standortes wenige Meter von der tschechischen Grenze entfernt in „Grenzturm“ umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg dann erneut in „Turm der Jugend“. Ein Wegweiser aus Holz wies den Weg zum Turm u.a. mit den Worten:

„Halt! Wandrer Halt! Ein Bismarckturm!“.

1938 besagte eine Anordnung, dass die Feuerschale auf dem Turm nach Anbruch der Dunkelheit 10 Stunden brennen müsse. Nach dem Jahre 1945 musste der sanierungsbedürftige Turm für Besucher gesperrt werden. Ab Juli 1992 wurde der Turm umfangreich restauriert und zum „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September 1993, als Bismarckturm wiedereröffnet, an dem mehr als 1.000 Besucher den Turm wieder bestiegen. Im Zuge der Sanierung konnte oberhalb des Einganges ein neues Bismarck-Medaillon angebracht werden.

Der Neugersdorfer Museumsverein e.V. gab Anfang des Jahres 2004 die Betreuung des Turmes und deren Öffnung ab. Im Oktober 2004 feierte der Bismarckturm sein 100 jähriges Bestehen, welches bereits am 4. September 2004 feierlich begangen wurde. Geöffnet ist der Turm von April bis Oktober bei dem Eintritt verlangt wird.

Quelle

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