Bissener
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Osteuropa mit Hauptsiedlungsgebiet der Petschenegen um 1015

Die Petschenegen (Eigenbezeichnung: Peçenek, ungarisch besenyö, latein (in Ungarn) besseneu, bisseni, auch Bissener genannt) waren eines der alten türkischen Völker. Sie stammten ursprünglich aus Westsibirien und, obschon sie wahrscheinlich oghusischer Herkunft (sie werden vielfach auch als Oghus-Petschenegen bezeichnet) waren, seit 552 Teil der Göktürken.

Nach deren Niedergang zogen sie in Richtung Westen. Dabei wurden sie 889 von den Oghusen schließlich über die Wolga getrieben. 896 verbündeten sie sich mit dem bulgarischen Zar Simeon I. und schlugen die Magyaren (Ungarn) in dem Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres vernichtend. Nach der Niederlage zogen die Magyaren Richtung Westen, wo sie sich im oberen Theiß-Gebiet (heutiges Ungarn) niederließen[1][2].

Die Petschenegen führten im 10. Jahrhundert lange Kämpfe mit den Russen (Kiewer Rus) und den an der Wolga lebenden Chasaren. So belagerten sie 968 Kiew und töteten 972 beispielsweise den Kiewer Großfürsten Swjatoslaw, der von einem großen und erfolglosen Feldzug gegen Byzanz zurückkehrte. Im Jahre 1036 wurden sie von Swjatoslaws Enkel Jaroslaw dem Weisen schwer geschlagen und flüchteten anschließend bis über die Donau, wo sie nun mehrfach Byzanz bedrohten und sich dabei auch gegenseitig befehdeten.

Auf dem Höhepunkt ihrer Macht (11. Jahrhundert) beherrschten sie das Gebiet zwischen Talas und Donau. König Stephan I. (Ungarn) besiegte sie 1003 und 1021, doch ab 1061 setzten sie sich in der Walachei fest und fielen 1067/68 erneut in Ungarn ein. Nach arabischen Berichten traten erste Petschenegen ab 1009 zum Islam über[3], 1068 brach ein verlustreicher Bürgerkrieg zwischen der muslimischen Minderheit unter den Petschenegen und der noch heidnisch gebliebenen Mehrheit aus, in dem die Muslime siegten[4] und danach im Bündnis mit den Seldschuken Konstantinopel angriffen. Nach einer blutigen Niederlage 1091 am Levunion-Gebirge zogen sich die Petschenegen hinter die Donau zurück (Walachei) bzw. lösten sich allmählich auf. Byzanz (Alexios I. Komnenos) und die Kyptschaken unter Boniak und Tugorkhan hatten sich gegen sie verbündet, die beide in der Parodie eines Staatsempfangs bei Alexios zu Gast waren. Trotzdem blieb es bis zur Schlacht unklar, ob die Kyptschaken nun mit oder gegen die Byzantiner kämpfen würden. Um sicher zu sein, richteten die geplagten Byzantiner nach der Schlacht ein Massaker unter den gefangenen Petschenegen an.

Ihre Reste dienten eine Zeitlang den Byzantinern (Donaugrenze) und verschwanden in einer neuen Niederlage bei Beroe (Berrhoia) 1122. Einige hatten sich den Magyaren unterworfen und wurden 1123 in Ungarn als Grenzwächter angesiedelt, andere gingen im verwandten turkvölkischen Stamm der Kyptschaken (auch: Kumanen) auf. Dennoch hielt sich in der Walachei bis 1171 ein Restreich, ehe es von den Kumanen erobert wurde.

Lange Zeit galten die (christlichen) ungarischen Petschenegen und Kumanen auch als Vorfahren der siebenbürgischen Szekler, die bulgarischen Petschenegen und Kumanen wiederum als Vorfahren der Gagausen.

Anmerkungen

  1. Warren Treadgold: A History of the Byzantine State and Society, Stanford University Press, 1997, ISBN 0-8047-2630-2
  2. Constantin Jireček: Kapitel VIII. Der Car Symeon in Geschichte der Bulgaren, Georg Olm Verlag, 1977 (Orig.: Verlag von F. Tempsky, Prag, 1876)
  3. al-Bakri (Encyclopaedia of Islam, Bd.VIII:289a, ISBN 90-04-09834-8), al-Masudi verlegt die Islamisierung sogar ins 10. Jahrhundert (Bd. V:1010b, ISBN 9-004073819-3)
  4. Encyclopaedia of Islam, Bd. V:1010b

Literatur


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