Bistum Dresden
Karte
Karte Bistum Dresden-Meißen
Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Berlin
Metropolitanbistum Erzbistum Berlin
Diözesanbischof Joachim Reinelt
Emeritierter Weihbischof Georg Weinhold
Generalvikar Michael Bautz (seit 2. Juli 2007)
Fläche 16.934 km²
Dekanate 9 (31.12.2007 / AP2009)
Pfarreien 97 (31.12.2007 / AP2009)
Einwohner 4.320.000 (31.12.2007 / AP2009)
Katholiken 145.165 (31.12.2007 / AP2009)
Anteil 3,4 %
Diözesanpriester 178 (31.12.2007 / AP2009)
Ordenspriester 42 (31.12.2007 / AP2009)
Ständige Diakone 12 (31.12.2007 / AP2009)
Katholiken je Priester 660
Ordensbrüder 51 (31.12.2008 / AP2009)
Ordensschwestern 166 (31.12.2007 / AP2009)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Obersorbisch
Kathedrale Hofkirche Ss. Trinitatis
Konkathedrale Dom St. Petri (Bautzen)
Webpräsenz www.bistum-dresden-meissen.de
Kirchenprovinz
Karte der Kirchenprovinz Berlin

Das Bistum Dresden-Meißen (lat. Dioecesis Dresdensis-Misnensis) ist ein Bistum der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Dresden. Die Diözese wurde 1921 wiedererrichtet. Kathedrale ist die unter Kurfürst Friedrich August II. 1739–1751 errichtete ehemalige Hofkirche St. Trinitatis in Dresden. Der Schutzpatron des Bistums ist der heilige Benno von Meißen.

Inhaltsverzeichnis

Bistumsgebiet

Das Gebiet des Bistums erstreckt sich nahezu über den gesamten Freistaat Sachsen (ausgenommen die ehemals preußischen Teile der Oberlausitz und den Südosten der preußischen Provinz Sachsen [Gebiet zwischen Torgau und Delitzsch]). Zusätzlich gehören zum Bistum Teile des Freistaats Thüringen mit den ehemaligen Gebieten der Thüringer Kleinstaaten:

Bistumsgliederung

Das Bistum Dresden-Meißen ist ein Suffraganbistum von Berlin und gliedert sich in neun Dekanate:

Geschichte

Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Im Zuge der Reformation hörte das katholische Bistum 1581 auf zu existieren. Papst Benedikt XV. errichtete 1921 mit der Apostolischen Konstitution Sollicitudo omnium ecclesiarum das Bistum Meißen mit dem Sitz Bautzen wieder. 1923 fand die erste Bistumssynode im Kloster St. Marienstern statt; dabei wurden vor allem Beschlüsse über die Organisation der Pfarreien und der Diözesanverwaltung gefasst. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte das kleine Diaspora-Bistum sehr unter den Attacken der besonders kirchenfeindlichen sächsischen NS-Führung zu leiden, wenngleich nur wenige Katholiken sich aktiv am Widerstand beteiligten. Drei Priester der Diözese starben im KZ.

Nach 1945 hat sich die Zahl der im Bistum Meißen lebenden Katholiken durch die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im Osten mehr als verdoppelt. Infolge dessen wurden zahlreiche neue Pfarreien und Seelsorgsstellen eingerichtet. 1969 berief Bischof Otto Spülbeck die zweite Diözesansynode ein, für die er bei Papst Paul VI. eine päpstliche Dispens erwirkt hatte, mit der erstmals die Teilnahme von Laien an einer Bistumssynode ermöglicht wurde. Die Kirchenversammlung fasste verschiedene Beschlüsse zur Umsetzung der Intentionen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf der Bistumsebene. In der Berliner Bischofskonferenz stießen diese fortschrittlichen Intentionen auf den Widerstand vieler Bischöfe. Trotzdem führte, als Spülbeck 1970 plötzlich verstarb, sein Nachfolger Gerhard Schaffran die Synode in dessen Geist zu Ende.

Im Jahr 1979 wurde die Bezeichnung des Bistums auf Dresden-Meißen geändert und Bischof Gerhard Schaffran verlegte im folgenden Jahr den Bischofssitz nach Dresden.

Seit seiner Wiedererrichtung 1921 war das Bistum exemt, d.h. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, bis es 1994 durch Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Certiori christifidelium, die die Erhebung des Bistums Berlin zum Erzbistum verfügte, zur Kirchenprovinz Berlin zugeordnet wurde.

Nach Artikel 14 des Reichskonkordats von 1933, das bis heute in Geltung steht, richtet sich die Besetzung des Bischofsstuhles nach den Regelungen des Badischen Konkordats von 1932.

Zur Geschichte des Bistums vor der Reformation siehe auch: Bistum Meißen

Frühere Bischöfe

siehe auch:

Kirchliche Einrichtungen

Kirchen

Klöster

Studentengemeinden

  • KSG Chemnitz
  • KSG Dresden Thomas von Aquin
  • Studentengemeinde Freiberg
  • KSG Leipzig
  • Studentengemeinde Mittweida
  • Studentengemeinde Zwickau

Wallfahrtsstätten

Bildungs- und Tagungshäuser

Schulen

  • St. Benno-Gymnasium Dresden
  • Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau
  • Bischöfliches Maria-Montessori-Schulzentrum Leipzig (Grundschule, Mittelschule, Gymnasium, Hort)

Literatur

  • Hans Friedrich Fischer: Die Wiedererrichtung des Bistums Meissen 1921 und ihre Vorgeschichte. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 34), Leipzig 1992.
  • Dieter Grande & Daniel Fickenscher (Hrsg.): Eine Kirche – zwei Völker. Deutsche, sorbische und lateinische Quellentexte und Beiträge zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen. Von der Wiedererrichtung 1921 bis 1929, Bautzen/Leipzig 2003. ISBN 3-7420-1926-0
  • Birgit Mitzscherlich: Diktatur und Diaspora. Das Bistum Meißen 1932–1951, Paderborn 2005. ISBN 3-506-71799-5
  • Konrad Zdarsa (Hrsg.): Eine Kirche – zwei Völker. Bd. 2: 1930 bis 1945. Deutsche und sorbische Quellentexte zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen, Bautzen und Leipzig 2008. ISBN 978-3-7420-2086-4.
  • Dieter Grande & Peter-Paul Straube (Hrsg.): Die Synode des Bistums Meißen 1969 bis 1971. Die Antwort einer Ortskirche auf das Zweite Vatikanische Konzil, Leipzig 2005. ISBN 3-7462-1806-3
  • Dieter Grande: Die Verhandlungen zum Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Sachsen vom 2. Juli 1996 aus der Sicht der katholischen Kirche, in: Reiner Tillmanns (Hrsg.): Staatskirchenverträge im Freistaat Sachsen (= Leipziger juristische Studien. Öffentlich-rechtliche Abt. 8), Leipzig 2001, S. 151–162. ISBN 3-935693-27-3.
  • Heinrich Meier: Die Ordensgemeinschaften im Gebiet des 1921 wiedererrichteten Bistums Meißen. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 33), Leipzig 1990.

Weblinks


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