Bistum Hildesheim
Bistum Hildesheim
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Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Hamburg
Metropolitanbistum Erzbistum Hamburg
Diözesanbischof Norbert Trelle
Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger
Heinz-Günter Bongartz
Emeritierter Weihbischof Hans-Georg Koitz
Generalvikar Werner Schreer
Fläche 30.000 km²
Dekanate 18 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Pfarreien 211 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Einwohner 5.700.000 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Katholiken 626.736 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Anteil 11 %
Diözesanpriester 362 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Ordenspriester 58 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Ständige Diakone 99 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Katholiken je Priester 1.492
Ordensbrüder 74 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Ordensschwestern 350 (31. Dez. 2009 / AP2010)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Hildesheimer Dom
Website www.bistum-hildesheim.de
Kirchenprovinz
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Bistum Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz Hamburg
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Das Bistum Hildesheim (lat.: Dioecesis Hildesiensis) ist eine römisch-katholische Diözese in Norddeutschland. Sie gehörte seit ihrer Gründung zur Kirchenprovinz Mainz, seit 1824 zur Kirchenprovinz Köln und seit 1930 zur damals geschaffenen Kirchenprovinz Paderborn. Seit 1995 ist das Bistum Hildesheim Teil der neu errichteten Kirchenprovinz Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ihr Gebiet entspricht dem östlich der Weser gelegenen Anteil Niedersachsens und dem Norden des Landes Bremen (Bremen-Nord, also die Anteile der Stadt Bremen nördlich der Lesum, und Bremerhaven). Es ist eines der flächengrößten Bistümer Deutschlands, umfasst jedoch fast ausschließlich Regionen, in denen die Katholiken eine Minderheit bilden und damit in der Diaspora leben. Nur das im Süden des Bistums gelegene Dekanat Untereichsfeld sowie die Dörfer des alten „(kleinen) Stifts“ im Raum Hildesheim haben eine katholische Bevölkerungsmehrheit.

Geschichte

Gründung

Um 800 errichtete Karl der Große das Missionsbistum für Ostfalen in Elze (damals Aula Caesaris, kurz Aulica genannt, etwa 19 km westlich des heutigen Hildesheim) unter dem Patrozinium der Apostelfürsten Petrus und Paulus, deren Namen die (alte) Elzer Kirche bis heute trägt. Das Bistum wurde dann 815 von seinem Sohn Ludwig dem Frommen in Hildesheim neu gegründet und der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage; Hildesheimer Marienreliquiar).

Die Diözese Hildesheim zur Zeit ihrer Gründung[1]
Dieser kirchliche Zuständigkeitsbereich des Hildesheimer Bischofs blieb bis zur Neuumschreibung der katholischen Diözesen in Deutschland nach dem Wiener Kongress unverändert.[2]

Das Bistum umfasste zur Zeit seiner Gründung die 17 sächsischen Gaue Astfala (um Hildesheim, Hannover, Peine, Braunschweig, Leine bis Oker), Flutwidde (Dreieck Meinersen, Celle, Burgdorf), Liergau (Braunschweig Wolfenbüttel süd-westwärts der Oker), Saltgau (um Salzgitter), Wenzigau (Dreieck Bilderlahe, Liebenburg, Lutter am Barenberge), Ambergau (um Bockenem bis Woldenberg und Seesen), Flenithigau (Gandersheim, Winzenburg), Aringo (Gronau bis Alfeld), Tilithigau (Viereck Lauenstein, Lauenau, Bad Münder, Hameln), Valingau (Gronau, Poppenburg, Elze), Gudingau (um Eime zwischen Saale und Leine), Scotelingau (nördlich von Steuerwald), Muldese (um Isernhagen), Marstemgau (Calenberg, Spiegelburg, Hannover, Deister), Osterwalde (Zwischen Erse und Aller), Helingau (um Gifhorn) und Muthiwide (Zusammenfluss von Aller und Oker).[3]

Unter Bischof Altfrid entstand 852–872 der erste steinerne Dombau, dessen Grundriss bis heute unverändert blieb.

Seine größte Bedeutung erlangte das Bistum Hildesheim zur Zeit der Sachsenkaiser durch die heiligen Bischöfe Bernward (993–1022) und Godehard (1022–1038). Architektur- und Kunstschätze aus dieser Zeit prägen bis heute das Bild der Stadt.

Fürstbistum

Episcopatus Hildesiensis im Jahr 1645

Von 1235 bis 1802 war der Bischof von Hildesheim zugleich Reichsfürst. Sein Territorium, das Fürstbistum Hildesheim, war kleiner als die Diözese. Ab 1500 gehörte es zum Niedersächsischen Reichskreis. Als Folge der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) wurde das Gebiet um die Hälfte verkleinert.

Reformationszeit

Rat und Bürgerschaft der Stadt Hildesheim sowie die welfischen Territorien, die den größten Teil des Hildesheimer Diözesangebiets ausmachten, gingen im 16. Jahrhundert zum lutherischen Bekenntnis über. Nur der Dom und mehrere Klosterkirchen der Stadt sowie die Dörfer des Stiftsgebiets nach 1523 (sog. Stiftsdörfer Algermissen, Bettmar, Borsum, Detfurth, Diekholzen, Dinklar, Förste, Giesen, Harsum, Ottbergen und andere) blieben katholisch. Von den norddeutschen Bischofssitzen bestand außer Osnabrück nur Hildesheim ununterbrochen fort.

Die kirchlichen Diözesangrenzen von 815 wurden bis 1823 nicht verändert, auch als die Nachbarbistümer Minden, Verden und Halberstadt untergegangen waren und ihre Diözesangebiete zu den Nordischen Missionen, später dem Apostolischen Vikariat des Nordens gehörten.

Folgen des Dreißigjährigen Krieges

Im Zuge der territorialen Neuordnung des Reichs im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Fürstbistum Hildesheim mit dem „Rezess von Goslar“ 1643 in den Grenzen vor 1523 wieder hergestellt. Die inzwischen lutherischen Gebiete, die nun wieder zur Herrschaft des Hildesheimer Stuhls gehörten, wurden jedoch nicht rekatholisiert. Lediglich einzelne Pfarreien, Klöster und Gottesdienststationen entstanden neu (Bolzum, Gronau, Lamspringe, Peine, Poppenburg, Ringelheim, Ruthe, Westfeld und andere).

18. und 19. Jahrhundert

Die Diözese Hildesheim von 815 bis 1802 (schwarze Grenzlinie) und nach 1824/1834 (violette Flächen)

Im 18. Jahrhundert hielt sich das kleine Fürstbistum Hildesheim durch Personalunionen mit mächtigeren geistlichen Staaten Nordwestdeutschlands. Fürstbischof Clemens August aus dem Hause Wittelsbach regierte fast vier Jahrzehnte lang zugleich Köln, Münster, Paderborn, Osnabrück und Hildesheim.

Nach dem Ende der geistlichen Fürstentümer wurden die Grenzen des Bistums Hildesheim 1824 neu gezogen (Zirkumskriptionsbulle Impensa Romanorum Pontificum). Es umfasst seitdem, mit wenigen Abweichungen, den östlich der Weser gelegenen Teil des Königreichs Hannover (und später der preußischen Provinz Hannover) beziehungsweise des Landes Niedersachsen, damit auch das ehemals kurmainzische, katholisch gebliebene Untereichsfeld mit Duderstadt und die bis dahin zur Nordischen Mission gehörenden ehemaligen Bistümer Verden und Bremen.

20. Jahrhundert

Die Zahl der Diözesanen ist durch den Zuzug ostdeutscher Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen (etwa 646.000 am 31. Dezember 2007). Für diese wurden in allen Teilen der Diözese neue Pfarreien und Kirchen errichtet. Diese neuen Kirchen wurden häufig in der einfachen Bauweise der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts erbaut, so dass man sie gegebenenfalls schnell wieder hätte abbrechen können, da man zunächst davon ausging, dass die Flüchtlinge eines Tages in die ehemals Deutschen Ostgebiete zurückkehren würden und dadurch die Gemeindemitgliederzahlen ebenso schnell wieder abfallen würden, wie sie nach dem Krieg angestiegen waren. Im Zuge der Einsparungen nach dem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen zum Jahrtausendwechsel ist auch die Schließung vieler Kirchen vorgesehen. Bistumsweit stellen ehemalige Heimatvertriebene aus Schlesien, dem Ermland und dem Sudetenland und deren Nachkommen, Spätaussiedler aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion sowie Zuwanderer aus Italien, Spanien, Portugal und Kroatien große und den Alltag prägende Gruppen in den Gemeinden. 1965 gelangte das Gebiet des ehemaligen Landes Schaumburg-Lippe vom Bistum Osnabrück zum Bistum Hildesheim. Es ist heute Teil des Dekanats Bückeburg.

Seit der Gründung des Erzbistums Hamburg am 7. Januar 1995 gehört das Bistum Hildesheim zur Hamburger Kirchenprovinz (vorher Paderborner Kirchenprovinz). Die südlich der Elbe auf Hamburger Stadtgebiet gelegenen Pfarren (Harburg) wurden an die benachbarte Erzdiözese abgetreten.

Gegenwart

Bistumsleitung

Seit dem 13. November 1983 war Dr. Josef Homeyer Bischof von Hildesheim. Nachdem Papst Johannes Paul II. seinem Rücktrittsgesuch zum 75. Geburtstag stattgegeben hatte, übernahm im August 2004 der dienstälteste (seit 1992) Weihbischof Hans-Georg Koitz die Leitung der Diözese und wurde vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Die Sedisvakanz bis November 2005 war eine der längsten der jüngeren Kirchengeschichte.

Am 29. November 2005 wurde der damalige Kölner Weihbischof Norbert Trelle zum 70. Bischof von Hildesheim ernannt. Die feierliche Amtseinführung (Inbesitznahme der Cathedra) war am 11. Februar 2006 im Dom zu Hildesheim.

Das Amt des zweiten Weihbischofs hat seit 1995 Dr. Nikolaus Schwerdtfeger inne.

Bis zu seiner Emeritierung lud Bischof Josef Homeyer über 20 Jahre die Jugendlichen des Bistums zur Chrisammesse ein. Diese Tradition ist in ihrer Form einzigartig. Bischof Norbert führt diese Tradition nach seiner Amtsübernahme fort.

Strukturveränderungen

Gegenwärtig befindet sich das Bistum Hildesheim in einem Neuorientierungsprozess. Das gesamtdeutsche Phänomen der „Glaubensverdunstung“ verschärft sich in der Diasporasituation. Den noch vom Herkunftsmilieu geprägten katholischen Vertriebenen ist eine zweite und dritte Generation gefolgt, die schlesisches oder ermländisches Brauchtum nicht mehr kennen gelernt hat. Auch im Eichsfeld und in den Stiftsdörfern lässt die prägende Kraft des Festkalenders und der katholischen Verbände nach. In der Statistik der Gottesdienstbesucher bildet Hildesheim (hier wiederum das Dekanat Verden) unter den deutschen Diözesen das Schlusslicht (elf Prozent). Ein gewichtiger Grund für den Rückgang der Kirchenmitglieder sind ein Ungleichgewicht zwischen Taufen und Beerdigungen zugunsten der Beerdigungen, bei einem weiter steigenden Altersdurchschnitt.

Auf diese Entwicklung reagiert die Bistumsleitung mit Zusammenlegung von Pfarreien, Verringerung des Personals, mittelfristig auch mit Schließung von Kirchen. Gleichzeitig wird durch die Förderung „kleiner geistlicher Gemeinschaften“ und der Subjektwerdung der Laien eine Erneuerung und Intensivierung des kirchlichen und spirituellen Lebens angestrebt.

Eckpunkte 2020

Wegen der Abnahme der Katholikenzahlen und des Priestermangels im Bistum Hildesheim, so wie der zunehmend schlechter werdenden finanziellen Situation des Bistums, wurde 2003 das Konzept „Eckpunkte 2020“ erarbeitet, das neben direkten Einsparungen (z. B. durch Schließung von Einrichtungen) auch eine durch Zusammenlegung erreichte Verringerung der Anzahl der Gemeinden von damals 350 auf 124 im Jahr 2014 vorsieht.[4] Mit der Umsetzung des Konzeptes wurde bereits 2004 mit der Zusammenlegung von 49 Pfarrgemeinden zu 19 größeren Gemeinden begonnen. Insgesamt sollen die Ausgaben des Bistums bis zum Jahr 2020 jährlich nur noch etwa 2/3 des Haushalts 2003 betragen.

Seit 2006 wird wie bei anderen deutschen Bistümern und evangelischen Landeskirchen das Einkommen des glaubensverschiedenen Ehepartners in die Berechnung der Kirchensteuer einbezogen (Besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe). Dies hatte eine erhöhte Anzahl von Kirchenaustritten zur Folge.

Schließungen von Kirchen

Ökonomische Zwänge durch Rückgang der Kirchensteuereinnahmen sowie Priestermangel und Rückgang der Zahl praktizierender Katholiken führen dazu, dass sich einerseits Gemeinden zu Seelsorgeeinheiten zusammenschließen, andererseits aber auch Kirchen geschlossen werden (Siehe auch: Kirchenschließung). Die Gebäude werden als Wohnraum umgebaut, an andere Glaubensgemeinschaften abgetreten oder abgebrochen.[5] Folgende Kirchen sind u. a. betroffen:

  • Zur göttlichen Vorsehung, Angerstein (2003), Verkauf an Jugendinitiative
  • St. Lukas, Stade-Fredenbeck (2004), Abriss, auf dem Grundstück steht heute ein Supermarkt
  • St. Johannes, Dielmissen (2004), Verkauf, heute Nutzung als Privathaus
  • St. Georg, Salzgitter-Thiede (2004), Verkauf, heute Nutzung als Privathaus
  • St. Hedwig, Freden (2005), Abriss
  • St. Barbara, Goslar (2006), Abriss
  • St. Johannes Evangelist, Garbsen (2006), Abriss
  • St. Maria Königin, Hitzacker (2007), Verkauf, geplante Nutzung als Bibliothek
  • Hl. Familie, Seesen-Münchehof (2007), Abriss
  • St. Oliver, Rhüden (2007), 2008 verkauft an Musikverein
  • Herz Mariä, Arnum (2008), Nutzung als kommunale Kinderkrippe
  • Maria Königin des Friedens, Hessisch Oldendorf-Fischbeck (2008), Nutzung als kirchlicher Kindergarten
  • St. Martin Lutter am Barenberge (2008), Abriss
  • St. Martin, Schneeren bei Neustadt am Rübenberge (2009), Verkauf
  • Unbeflecktes Herz Mariä, Mandelsloh bei Neustadt am Rübenberge (2009), Verkauf
  • St. Monika, Hameln-Afferde (2009), weitere Nutzung noch unklar
  • Herz Jesu, Katlenburg (2009), an Privat verkauft
  • Liebfrauen, Münchehagen (2009), weitere Nutzung noch unklar
  • St. Barbara, Bad Grund (2010), weitere Nutzung noch unklar
  • St. Nikolaus, Bremerhaven (2010), Abriss
  • St. Theresia vom Kinde Jesu, Bornum (2010), weitere Nutzung noch unklar
  • Heilig Kreuz, Wunstorf-Luthe (2010), Abriss
  • St. Magdalenen, Sehnde-Evern (2010), Abriss
  • Heilig Kreuz, Helpsen (2010), vsl. Abriss
  • St. Bartholomäus, Nienstädt (2010), vsl. Abriss
  • St. Willehad, Bremen-Aumund (2011), Nutzung als evangelisch-freikirchliches Gotteshaus
  • St. Willehad, Cuxhaven (2011), weitere Nutzung noch unklar

Im Januar 2008 veröffentlichte das Bistum eine vorläufige Verwaltungsvorlage mit einer Kategorisierung der Kirchen des Bistums.[6] 216 Kirchen stehen demnach derzeit nicht zur Disposition; bei anderen 56 Kirchen soll ihr pastoraler Bedarf mittelfristig erneut überprüft werden. Die übrigen 166 Kirchen bekommen keine Gelder mehr vom Bistum. Hiervon sollen wiederum 80 Kirchen ab 2009 geschlossen werden. Für die anderen 86 Kirchen müssten die Pfarrgemeinden alleine die finanziellen Mittel zu ihrer Erhaltung aufbringen. Solange sie dies bewältigen, bleibt die Kirche erhalten.

Verwaltung

Die Diözese Hildesheim bestand im 12. Jahrhundert aus rund 41 Urarchidiakonaten. sie war also zersplittert im Vergleich zu Mainz (22), Köln (7), Trier (5), Worms (10) oder Würzburg (12). Eine Zusammenlegung von Archidiakonaten bahnte sich an, da sie an jeweils an einen Domherren verliehen waren und ihre Zahl zeitweise größer war als die Zahl der Domherren am Kapitel des Domes. Als sich dann auch noch herausstellte, dass die Domherren der für das Amt erforderlichen Residenzpflicht nicht immer nachkamen, entschied man sich zur Zusammenlegung. Erstes belegtes Beispiel ist die Vereinigung von Hildesheim und Rheden unter Rainald von Dassel. In dem gesamten Bistum setzte sich diese Neuordnung allmählich durch. Zur Verwaltung wurden Beamte eingesetzt. Letztlich kristallisierten sich 12 Archidiakonate heraus:

Die in Archidiakonaten verfasste Organisationsstruktur brach Mitte des 16. Jahrhunderts faktisch zusammen. Hauptgründe waren die Hildesheimer Stiftsfehde und die Reformation. Im Zuge der allgemeinen Säkularisation verfügte die preussische Regierung 1805 auch formal die Einziehung der Archidiakonate.

Heute sind die kirchlich-seelsorgerischen Aufgaben des Bistums auf 18 regionale Dekanate aufgeteilt. Ihre Dekane sind dem Bischof verantwortlich.[7] Der Generalvikar leitet alle anderen Verwaltungsaufgaben.

Wallfahrtsstätten

Hildesheimer Dom

Die Wallfahrtsstätten befinden sich allesamt im Süden des Bistums im Bereich der Städte Hildesheim und Göttingen.

Bauwerke

Siehe Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim

Zahlen zum Bistum Hildesheim (Stand: 31. Dezember 2006)

  • 645.861 Katholiken

Gliederung

Personal

  • vier Bischöfe (Diözesanbischof, ein amtierender, ein ernannter und ein emeritierter Weihbischof)
  • 435 Priester einschl. Ruheständler, davon
  • 36 ausländische Priester
  • 182 Priester in der Pfarrseelsorge, davon
  • 140 Priester in der Gemeindeleitung, einschl. Ordenspriester
  • 42 Priester in anderen Seelsorgebereichen
  • 24 Ruhestandsgeistliche mit seelsorglichem Auftrag
  • ein Neupriester
  • 17 Freigestellt (Studium o. ä.)
  • 99 Ständige Diakone
  • 101 Gemeindereferentinnen und -referenten
  • 75 Pastoralreferentinnen und -referenten

Orden

Zahlen

  • 13 Männerorden mit 15 Niederlassungen
  • 18 Frauenorden mit 48 Niederlassungen und 443 Schwestern
  • drei ordensähnliche Frauenvereinigungen mit 3 Niederlassungen und 40 Mitgliedern

Frauenorden

(Auswahl)

  • Kloster Marienrode
  • Ursulinenkloster Duderstadt
  • Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul in Hildesheim

Männerorden

(Auswahl)

  • Augustinerkloster Germershausen
  • Brüdergemeinschaft der Canisianer
  • Dominikanerkloster Braunschweig
  • Franziskanerkloster St. Antonius Hannover
  • Franziskanerkloster Ottbergen
  • Cella St. Benedikt Hannover

Einrichtungen

Zahlen

  • acht Krankenhäuser
  • 149 Kindertagesstätten/Kindergärten
  • zwölf Berufsbildende Schulen
  • 14 Allgemeinbildende Schulen
  • drei Sonderschulen
  • zwölf Bildungseinrichtungen
  • 14 Kinderheime
  • elf Heime der Behindertenhilfe
  • 21 Altenpflegeheime
  • 92 Beratungsdienste
  • sieben Heime der Jugendhilfe
  • acht Kur- und Erholungshäuser

Bildungseinrichtungen

Das Priesterseminar im Bistum Hildesheim

(Auswahl)

Soziale Organisationen

(Auswahl)

  • Hospizverein im Bistum Hildesheim
  • Caritas
  • Malteser Hilfsdienst

Schulen

Im Bistum Hildesheim befinden sich eine Reihe von allgemeinbildenden katholischen Schulen in freier Trägerschaft. Sie werden vom Bistum und von der Stiftung Katholische Schule betrieben. In Hildesheim sind dies das Bischöfliche Gymnasium Josephinum, das Gymnasium Marienschule, die Realschule Albertus Magnus, die Haupt und Realschulen St.-Augustinus-Schule und Don-Bosco-Schule. Dazu werden noch das Gymnasium St.-Ursula-Schule in Hannover, das Gymnasium des Sekundarbereichs I in Wolfsburg (Eichendorffschule) sowie Haupt- und Realschulen in Göttingen, Duderstadt, Wolfsburg und Hannover unterhalten. In Bremerhaven gibt es aufbauend auf drei Grundschulen eine Sekundarschule sowie einen Gymnasialzweig (bis Klasse 10).

Im Bistum gibt es außerdem 28 Grundschulen in kommunaler Trägerschaft, die für Schülerinnen und Schüler katholischen Bekenntnisses (vgl. § 129 NSchG) eingerichtet sind.

Förderschulen und Berufsbildende Schulen befinden sich in Trägerschaft des Caritasverbandes bzw. der Vinzentinerinnen. [8]

Diözesankalender

Zusätzlich oder im Rang abweichend vom Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet werden im Bistum Hildesheim folgende Eigenfeiern begangen:[9]

Siehe auch

Literatur

  • Erich Riebartsch: Geschichte des Bistums Hildesheims von 815 bis 1024. Hildesheim 1985, ISBN 3-87065-353-1.
  • Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Hannover 1994, ISBN 978-3-7752-5522-6.

Weblinks

 Commons: Bistum Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kartenausschnitt aus Meyers Konversationslexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, 4. Aufl., Leipzig und Wien 1885.
  2. Atlas zur Kirchengeschichte, Freiburg etc. 1987, S. 97, Karte C.
  3. Blum, Franz Anton: Geschichte des Fürstenthums Hildesheim, 1. Bd., Wolfenbüttel, bei Heinrich Georg Albrecht, 1805, S. 72 f.
  4. Vgl. Informationen des Bistums zu Einsparungen, eingesehen am 1. August 2011
  5. Hannoversche Allgemeine:Zehn Kirchen droht die Schließung.
  6. www.downloads.bistum-hildesheim.de.
  7. Dechantenstatut für das Bistum Hildesheim
  8. www.bistum-hildesheim.de.
  9. Direktorium für Stundengebet und Messfeier in der Kirchenprovinz Hamburg, Kirchenjahr 2009/2010, S. XVI.

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