Bistum Zadar
Basisdaten
Staat Kroatien
Kirchenprovinz Immediat
Diözesanbischof Ivan Prenđa
Fläche 3.009 km²
Pfarreien 117 (2004)
Einwohner 164.160 (2004)
Katholiken 158.344 (2004)
Anteil 96,5 %
Diözesanpriester 76 (2004)
Ordenspriester 27 (2004)
Katholiken je Priester 1.537
Ordensbrüder 34 (2004)
Ordensschwestern 143 (2004)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Kroatisch
Kathedrale St. Anastasia
Webpräsenz zadar.hbk.hr
Donatuskirche in Zadar

Das Erzbistum Zadar (kroat.: Zadarska nadbiskupija, lat.: Archidioecesis Iadrensis) ist ein römisch-katholisches Erzbistum in Kroatien. Der derzeitige Erzbischof ist Ivan Prenđa.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Erzbistum Zadar, welches heute dem Heiligen Stuhl direkt unterstellt ist (Immediat), wird als Bistum bereits im Jahre 530 erwähnt.

Während der Awareneinfälle bleibt die Stadt Zadar verschont und entwickelt sich in kirchlicher, politischer und ethnischer Hinsicht. Erster Bischof wird der Hl. Donatus (kroat. Sv. Donat). Im 9. Jahrhundert lässt er die monumentale Kirche der Hl. Dreifaltigkeit in Zadar errichten, die nach ihm benannt wurde Kirche Sv. Donat. Das Bistum wird im 12. Jahrhundert zum Erzbistum und zur Metropolie erhoben.

Papst Alexander III. verweilt auf einer Durchreise Richtung Venedig, vor seiner Zusammenkunft mit Kaiser Friedrich Barbarossa, am 13. März 1177 in der Stadt Zadar. Es wird behauptet, dass ihn der Klerus und die Bevölkerung von Zadar mit Akklamationen und Gesängen feierlich in „slawischer Sprache“ begrüßt haben soll.

Seit 1607 entsteht in Zadar das „Collegium Illiricum“. Von 1410 bis in das Jahr 1820 betätigen sich glagolitische Schreiber in der Stadt Zadar. Die Kirchenbücher werden auf dem Gebiet des Erzbistums überwiegend in glagolitischer Schrift geführt, abgefasst in kroatisch-glagolitischen Schriftzeichen. Besondere Verdienste für das kroatisch-glagolitische Schrifttum auf dem Gebiet des Erzbistums Zadar fallen dem Kapuzinerorden zu. Dieser Orden ist seit dem 13. Jahrhundert in Zadar und Umgebung ansässig.

Am 30. Juni 1828 erfolgt die Neustrukturierung des Erzbistums durch das Kaisertum Österreich. Das Erzbistum Zadar wird als Metropolie beglaubigt. Dessen Verwaltungsbereich wird auf das berühmte Bistum Nin ausgedehnt. Mit dem Friedensabkommen von Rapallo am 11. Februar 1920 fallen vier Gemeinden des Erzbistums Italien zu. Darüber hinaus wird dem Erzbistum der Rang einer Metropolie entzogen. Sie bleibt jedoch weiterhin ein Erzbistum, welches mit weiteren Suffraganbistümern dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt ist. Dieser Umstand bleibt bis Ende des Zweiten Weltkriegs bestehen. Am 1. März 1948 erlässt der Heilige Stuhl ein Reskript, das die alten Verwaltungseinheiten des Erzbistum Zadar erneut beglaubigt und bestätigt.

Einst zählte die Stadt Zadar 30 Kirchen. Ein Teil dieser Denkmäler wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört. 1970 wird das romanische Kloster der Hl. Muttergottes renoviert, in dem der Schwesternorden der Benediktinerinnen seit dem Jahre 1091 ansässig ist. Zugleich ist das Benediktinerinnenkloster ein kostbares Zeugnis kroatischer Kultur- und Glaubensvergangenheit während der kroatischen Königsdynastie. Die Kathedrale des Hl. Simon (kroat. Sv. Šimun) wird während des 12. und 13. Jahrhunderts errichtet. Berühmt ist der schmuckvoll-gestaltete, versilberte Schrein des Simeon, wie auch die Franziskaner- und Dominikanerkirche in Zadar. Schutzheilige der Stadt Zadar ist die Hl. Anastasia (kroat. Sv. Stošija). Die nach ihr in der Stadt Zadar benannte Basilika ist zugleich, die größte Kirche Dalmatiens.

Literatur

  • Die verwundete Kirche in Kroatien. Die Zerstörung des sakralen Bauerbes Kroatiens 1991–1995, hrsg. v. d. Kroatischen Bischofskonferenz u.a. Zagreb 1996. ISBN 953-6525-02-X

Siehe auch

Weblinks


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