Bit-Bahiani
Lage von Waššukanni

Bit-Bahiani war ein aramäisches Fürstentum mit der Hauptstadt Gosan (Tell Halaf) am oberen Lauf des Habur. In unmittelbarer Nähe dazu lag die Stadt Sikani (Tell Fekheriye), die von manchen mit der alten mitannischen Hauptstadt Waššukanni identifiziert wird.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit wann Bit-Bahiani ein Vasallen-Staat von Assyrien war, kann nicht genau bestimmt werden. Erste Zahlungen sind unter Adad-nirari II. aus dem Jahr 894 v. Chr. belegt, der den damaligen König Abi-Salamu erwähnt.[1] Kurz danach schlossen sich die Stadtstaaten Bit-Bahiani und Izalla zusammen, um gegen die assyrische Vorherrschaft zu rebellieren. Das Vorhaben misslang jedoch, da beide verbündeten Staaten wieder in den Tributlisten von Aššur-nasir-pal II. 882 v. Chr. auftauchen.

In der Folgezeit verlief die Entwicklung ruhig. Erst 810 v. Chr. erfolgte die nächste kriegerische Auseinandersetzung, als Šammuramat um 810 v. Chr. die gesamte Region dem assyrischen Reich einverleibte. Ein Aufstand von 759 v. Chr. wurde 758 v. Chr. niedergeschlagen. Letztmalig wird Bit-Bahiani unter dem Statthalter Bachiannu erwähnt.

Herrscher von Bit-Bahiani

Könige

  • Ḫadiani (Chadiani)
  • Kapara (Sohn des Ḫadiani)
  • Abi-salamu (Absalom) um 900 v. Chr.
  • Adad-imme um 877 v. Chr.
  • Hadad-Iti' um 867 v. Chr.

Statthalter

  • Mannu-kima-matu-Aššur um 793 v. Chr.
  • Pur-sagale um 763 v. Chr.
  • Bel-harran-Bel-uṣur um 727 v. Chr.
  • Mutakkil-Aššur (Bachiannu) um 706 v. Chr.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. KAKI II, Nr. 84, Z. 22-23

Literatur

  • Abd el-Mesih Baghdo, Lutz Martin, Mirko Novák, Winfried Orthmann: Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Nordost-Syrien. Vorbericht über die erste und zweite Grabungskampagne, Harrasowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-06068-4
  • Dietz Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens, C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-4065-1664-5
36.83333333333340.066666666667

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