AL T 20
AL T 20
SNCF 242 TA
DR 79 001
Nummerierung: AL 8601–8630
SNCF 601–630
Anzahl: 30
Hersteller: Batignolles-Châtillon, Grafenstaden
Baujahr(e): 1929+1930
Ausmusterung: bis 1967
Bauart: 2'D2' h4vt
Gattung: Pt 48.17
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 17.745 mm
Gesamtradstand: 14.360 mm
Leermasse: 96,5 t
Dienstmasse: 123,8 t
Reibungsmasse: 68 t
Radsatzfahrmasse: 17 t
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Kuppelraddurchmesser: 1660 mm
Laufraddurchmesser vorn: 1100 mm
Laufraddurchmesser hinten: 1100 mm
Zylinderanzahl: 4
ND-Zylinderdurchmesser: 630 mm
HD-Zylinderdurchmesser: 420 mm
Kolbenhub: 650 mm
Kesselüberdruck: 16 bar
Anzahl der Heizrohre: 150
Anzahl der Rauchrohre: 21
Heizrohrlänge: 5000 mm
Rostfläche: 3,08 m²
Strahlungsheizfläche: 15,7 m²
Rohrheizfläche: 138,94 m²
Überhitzerfläche: 44,8 m²
Verdampfungsheizfläche: 154,64 m²
Wasservorrat: 12 m³
Brennstoffvorrat: 5 t Kohle

Die Baureihe T 20 der elsaß-lothringischen Eisenbahnen Réseau ferroviaire d'Alsace-Lorraine (AL) war eine Personenzug-Tenderlokomotive. Bei der Übernahme in die SNCF erhielten die Lokomotiven die Bezeichnung 242 TA.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Beschaffung

Die ursprünglich spanische Konstruktion von Vierzylinder-Verbunddampflokomotiven mit der Achsfolge 2'D2' war ab Mitte der 1920er Jahre auf französischen Gleisen zu finden.

Die AL beschaffte in den Jahren 1929 und 1930 dreißig Lokomotiven dieses Typs, die sich an die Konstruktion der PLM 242 AT anlehnte. Die ersten 20 Maschinen wurden 1929 von Compagnie de Batignolles-Châtillon geliefert und erhielten die Nummern 8601 bis 8620. Im folgenden Jahr lieferte die S.A.C.M. Grafenstaden zehn weitere Loks mit den Nummern 8621 bis 8630.

Einsatz in Frankreich

Zum Einsatz kamen die Lokomotiven auf den Strecken am Rande Straßburgs sowie von dort nach Colmar, St. Dié, Sarrebourg, Lauterbourg, Wissembourg, Kehl und Saargemünd. Die Maschinen waren neben Straßburg auch in Metz und Saargemünd beheimatet.

Alle Lokomotiven wurden 1938 von der SNCF übernommen, im Zweiten Weltkrieg gingen sechs Exemplare verloren.

Eine Maschine, die 242 TA 602 verblieb nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der DDR. Die übrigen Lokomotiven verblieben bis zur Ausmusterung der letzten Lokomotive am 2. November 1967 auf dem vormaligen Streckennetz der AL.

242 TA 602 als 79 001 bei der DR

Die Lokomotive 242 TA 602 wurde nach Kriegsende in Mühlhausen/Thüringen aufgefunden. Danach taucht sie im Bw Zeitz (Rbd Erfurt) auf und wurde am 1. Mai 1946 im Schadpark von Zeitz z-gestellt. Am 19. November 1951 wurde sie von der FVA Halle übernommen. Sie erhielt die zuvor bereits zweimal vergebene Nummer 79 001. Die erste Lokomotive mit dieser Nummer war eine Sächsische XV HTV, die 1933 ausgemustert wurde. 1938 erhielt diese Nummer die von der Reichsbahn übernommene Lokomotive Nr. 44 der vormaligen Braunschweigischen Landeseisenbahn. Diese 1'D1' h2t-Lokomotive wurde jedoch 1947 verkauft, so dass die Nummer wieder frei war.

Die nunmehrige 79 001 wurde 1952 im Raw „7. Oktober“ Zwickau aufgearbeitet. Die FVA Halle wollte diese Lokomotive als Bremslokomotive nutzen, wofür sie wegen des Verbundtriebwerks gut geeignet erschien. Deshalb wurde sie, soweit es mit vertretbarem Aufwand möglich war, mit Armaturen und Zusatzaggregaten nach Reichsbahnbauart versehen. Für den Einsatz als Bremslok wurde außerdem eine Riggenbach-Gegendruckbremse installiert.

Die Laufeigenschaften der Lok befriedigten jedoch weder im Versuchsbetrieb noch im Einsatz vor Reisezügen. Der Hauptgrund dafür war die auf deutsche Oberbauverhältnisse nicht abgestimmte Federung sowie die Keilrückstellungen der Drehgestelle. Das Fahrzeug wurde deshalb schon bei der ersten anstehenden Hauptuntersuchung 1963 ausgemustert.

Konstruktive Merkmale

Die Lokomotive verfügte über einen innenliegenden Blechrahmen und einen genieteten Kessel mit Belpaire-Hinterkessel. Die Feuerbüchse befand sich zwischen den Rahmenwangen. Der Rauchrohrüberhitzer war von der Bauart Schmidt. Dampfdom und Sandkasten waren unter einer gemeinsamen Verkleidung mittig auf dem Kessel angebracht. Die Drehgestelle entsprachen der PLM-Bauart.

Das Vierzylinder-Verbundtriebwerk hatte waagerecht angeordnete Hochdruckzylinder außen am Rahmen, deren Kolbenstangen auf den zweiten Treibradsatz wirkten. Die Niederdruckzylinder lagen leicht geneigt innen im Rahmen und wirkten auf die erste, als Kropfachse ausgeführte Radsatzwelle. Die Heusinger-Steuerung lag außen; die Steuerung der inneren Zylinder wurde davon abgeleitet. Ursprünglich hatten die Lokomotiven einen ACFI-Vorwärmer.

Die Kuppelradsätze waren durch Blattfedern unterhalb des Achslagers abgestützt. Die Federpakete waren mit Ausgleichshebeln verbunden. Als weitere Stützpunkte dienten die Drehgestelle.

Abweichend zu der sonst gleichen Konstruktion der PLM-Lokomotiven verfügten die Maschinen der AL über eine an den Rechtsverkehr angepasste Führerstands-Auslegung.

Literatur

  • Weisbrod, Bäzold, Obermayer: Das große Typenbuch deutscher Dampflokomotiven. Transpress Verlag ISBN 3-344-70751-5
  • Lothar Spielhoff: Dampflokomotiven: Bahnen in Elsaß-Lothringen (EFA F.1). Alba, Düsseldorf 1991, ISBN 3-87094-142-1.
  • Manfred Weisbrod, Hans Müller, Wolfgang Petznick: Deutsches Lok-Archiv: Dampflokomotiven 3 (Baureihen 61 - 98). transpress, Berlin 1994, ISBN 3-344-70841-4.

Weblinks


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