Bitonto
Bitonto
Wappen
Bitonto (Italien)
Bitonto
Staat: Italien
Region: Apulien
Provinz: Bari (BA)
Koordinaten: 41° 7′ N, 16° 41′ O41.11666666666716.683333333333118Koordinaten: 41° 7′ 0″ N, 16° 41′ 0″ O
Höhe: 118 m s.l.m.
Fläche: 172,9 km²
Einwohner: 56.462 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 327 Einw./km²
Postleitzahl: 70032
Vorwahl: 080
ISTAT-Nummer: 072011
Demonym: Bitontini
Schutzpatron: Madonna dell' Immacolata Concezione
Website: Bitonto

Bitonto ist eine italienische Kommune mit 56.462 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in Apulien in der Provinz Bari und liegt westlich von Bari nahe der Adria. Produziert werden hier unter anderem Olivenöl und Wein.

Die Nachbargemeinden sind Altamura, Bari, Binetto, Bitetto, Giovinazzo, Modugno, Palo del Colle, Ruvo di Puglia, Terlizzi und Toritto.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bitonto ist antiken Ursprungs. Die Stadt wurde wohl von griechischen Siedlern gegründet, Münzfunde konnten bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurückdatiert werden. In römischer Zeit lautete der Name Butuntum (Botontom und ähnlich), sie wurde schließlich römisches municipium. Im Mittelalter wurde Bitonto im 11. Jahrhundert Bestandteil des sich formierenden Normannenreichs in Unteritalien und blieb danach Teil des Königreichs Sizilien. Im Mai 1734 fand in der Umgebung der Stadt die Schlacht von Bitonto statt, in der eine spanische Armee eine kaiserlich-österreichische Streitmacht besiegte und so das Königreich Sizilien für das Haus Bourbon sicherte.

Bitonto war der Sitz zahlreicher Bischöfe.

Sehenswürdigkeiten

Die Kathedrale

In der Stadt, die auch Bischofssitz war (Bistum Bitonto, heute Erzbistum Bari-Bitonto), befindet sich die Kathedrale San Valentino, die zu den schönsten romanischen Kirchenbauten Apuliens gehört. Sie wurde zwischen 1175 und 1200 erbaut.

Nikolaus von Bari hielt hier im Sommer 1229 vor Kaiser Friedrich II. eine flammende Predigt, deren Inhalt bildlich durch ein Relief an der Kanzel versinnbildlicht wurde. Dieses Kanzelrelief an der Außenseite des Aufganges ist ein Lehrstück der staufischen Reichsmetaphysik. Während des Kreuzzuges war die Stadt vom Kaiser abgefallen, kurz danach aber zurückgewonnen worden. Als Sühnedenkmal wurde dieses Relief geschaffen, in dem vier staufische Herrscher in direkter aufsteigender Linie nebeneinander gestellt wurden: Friedrich I. Barbarossa, sein Zepter in der Linken an seinen Sohn Heinrich weiterreichend. Daneben - eine Stufe höher - Friedrich II. und als letztes sein Sohn Konrad IV. Eine Krone haben nur zwei, nämlich Friedrich I. und Friedrich II.

Das Relief wächst wie aus pflanzlichen Ornamenten heraus ähnlich einem Stammbaum. Ein Vogel am Fuß des Reliefs stellt eine Mischung dar aus dem staufischen Adler und dem Vogel Phoenix, dem Symbol der Unsterblichkeit, ähnlich der Ahnenreihe Christi auf mittelalterlichen Reliefs, an die sich Friedrich II. hier zum wiederholten Mal bewusst anlehnte. Die symbolische Aussage dieser Darstellung ist: Auch das staufische Geschlecht wird bis in alle Ewigkeit herrschen - was sich freilich nicht bewahrheiten sollte.

Söhne und Töchter der Stadt

Der Komponist Tommaso Traetta wurde in Bitonto geboren.

Literatur

  • E. Grazia: Bitonto. In: Enciclopedia Italiana. Bd. 7 (1950), S. 115f.
  • Walter Hotz: Pfalzen und Burgen der Stauferzeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1981.
  • Carl A. Willemsen: Apulien. Kathedralen und Kastelle. 2. Auflage, Köln 1973, S. 130, Abb. 69-76.
  • Rolf Legler: Apulien. 2. Auflage, Köln 1989, S. 118, 290, Abb. 65, 71-74.

Weblinks

 Commons: Bitonto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.

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