Bitterapfel
Koloquinte
Koloquinte (Citrullus colocynthis)

Koloquinte (Citrullus colocynthis)

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Citrullus
Art: Koloquinte
Wissenschaftlicher Name
Citrullus colocynthis
(L.) Schrad.

Die Koloquinte (Citrullus colocynthis), auch Pomaquinte, Koloquintenkürbis, Purgiergurke oder Teufelsapfel, ist eine giftige Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Koloquinte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit Knollen. Sie wächst niederliegend oder kletternd, wird 10 cm hoch und kann einen Durchmesser von zwei Meter überwachsen. Die Blätter sind gestielt und drei bis neun Zentimeter lang und ebenso breit. Sie sind handförmig drei- bis fünffach gelappt, haben einen herzförmigen Blattgrund. Die Spreite ist beidseitig behaart. Die Ranken sind einfach oder verzweigt.

Die Blüten stehen einzeln meist in Blattachseln. Sie sind meist gelb. Der Fruchtknoten enthält 20 bis 50 Samenanlagen. Der einfache Griffel trägt eine dreilappige Narbe. Blütezeit ist im Mittelmeergebiet Mai bis September.

Die Frucht ist eine fleischige, grüne, weiße oder gelbe Panzerbeere von 25 bis 70 (selten 120) Millimeter Länge und 25 bis 80 (selten 120) Millimeter Breite.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Koloquinte ist Nordafrika und Südwestasien. Sie ist jedoch in tropischen und subtropischen Gebieten wie in Australien, Südeuropa, Indien, und Zentralafrika verwildert und eingebürgert. Hier wachsen sie vor allem in gestörter Vegetation, an Flussufern, Flussniederungen, an Straßenrändern usw. Die Koloquinte wächst bis in 600 m Seehöhe.

Nutzung

Die Koloquinte wurde und wird als Medizinialpflanze angebaut, vor allem im Mittelmeergebiet, in Afrika und Indien. Verwendet wird das getrocknete Fruchtfleisch von unreifen, aber ausgewachsenen Früchten. Zu den Anwendungsgebieten in der Volksmedizin zählen: Geschwüre, Asthma, Bronchitis, Gelbsucht, Dyspepsie, Verstopfung, Anämie;[1] aber auch gegen Tumore, bei Wassersucht, Problemen mit dem Harnablassen, bei Rheumatismus, als Antidot gegen Schlangenbisse.[2]

Die Wirkung der Koloquinte beruht auf ihrem Gehalt an Cucurbitacinen, der rund 3 % beträgt. Die Einnahme kann zu Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und blutigen Durchfällen führen. Nierenschäden und eine abortive Wirkung sind möglich. Die Cucurbitacine wirken cytotoxisch und antimitotisch. Die Wirkstoffe gehen in Harn und Muttermilch über. Weitere Vergiftungserscheinungen sind Geschwüre, Wanddurchbrüche, Peritonitis, Blutungen der Niere und Harnblasenschleimhaut-Entzündungen. „Oft treten Hyperämie im Gehirn, Delirien und Kollaps auf.“ In der Homöopathie wird die Pflanze bei Durchfall, Darmkatarrh und chronischem Darmkatarrh angewendet.[3]

Darüber hinaus werden die nichtbitteren Samen gegessen und in Afrika das aus ihnen gewonnen Öl zum Kochen verwendet.

Belege

  • P. Galán Cela: Citrullus. In: Santiago Castroviejo Bolibar & al.: Flora iberica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. III - Plumbaginaceae (partim) - Capparaceae. Real Jardín Botánico Madrid 2005, S. 459-461. ISBN 84-00-06221-3. (Merkmale, Verbreitung)
  • Amanda Spooner, James Carpenter, Gillian Smith, Kim Spence: Citrullus colocynthis In: Florabase - the Western Australian Flora, abgerufen 17. April 2008. (Merkmale, Verbreitung)
  • R. W. Robinson, D. S. Decker-Walters: Cucurbits. CAB International, Wallingford 1997, S. 88. ISBN 0-85199-133-5 (nicht-medizinische Nutzung)

Einzelnachweise

  1. N.M. Nayar, Rajendra Singh: Taxonomy, distribution and ethnobotanical uses. In: N.M. Nayar, T.A. More: Cucurbits. Science Publishers, Enfield 1998, S. 1-18. ISBN 1-57808-003-7
  2. J. Guha, S.P. Sen: Physiology, biochemistry and medicinal importance. In: N.M. Nayar, T.A. More: Cucurbits. Science Publishers, Enfield 1998, S. 97-127. ISBN 1-57808-003-7
  3. gesamter Absatz nach: L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte. 4. Auflage, ecomed, Landsberg 1994, S. 235f. (Nachdruck ISBN 3-933203-31-7)

Weblinks


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