Bittschrift
Die Bittschrift von Adolph von Menzel

Supplik (auch Supplic, Supplique, von lat. supplicium, die flehentliche Bitte) ist eine Bitte, insbesondere in schriftlicher Form die Bittschrift oder Bittbrief, die ein oder mehrere Bittsteller (Supplikant) in einem Einzelfall aussprechen oder absenden.

Die Supplik war in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Möglichkeit, auf eine höher gestellte Institution oder Person, z. B. einen Landesherrn, vor allem in solchen Fällen einzuwirken, in denen eine Rechtsgrundlage nicht gegeben war, um seine Lage zu verbessern. Daher musste sie mit großem Respekt und vielen Unterwürfigkeitsformeln (alleruntertänigste Bitte) aufgesetzt oder ausgesprochen werden.

In der Form der Supplik wurden vor allem Beschwerden über erlittenes Unrecht, Bitten um Schutz vor Eingriffen anderer höher gestellter Personen oder Institutionen, aber auch Bitten um Hilfe in Schadensfällen, insbesondere bei höherer Gewalt, z. B. Feuersbrünsten, oder bei militärischen Auseinandersetzungen, z. B. Einquartierungen, vorgetragen. Aber auch die Bitte um Revision eines ergangenen Urteils wurde in Form einer Supplik erhoben. Im katholischen Kirchenrecht sind für Suppliken an den Papst besondere Formalien vorgesehen.

In der Moderne wurde für solche Fälle in demokratisch verfassten Staaten die Petition eingerichtet.

Beispiele

  • Bittschrift des niederländischen Adels an die spanische Statthalterin Margarete von Parma (1566), →Geusen
  • Bittschrift der wegen Hexerei angeklagten Margarete Bucklin an den Markgrafen von Ansbach (1594)
  • Bittschriften des Müllers von Sanssouci an den preußischen König (um 1750), →Historische Mühle von Sanssouci
  • Bittschrift der Christiane Vulpius an Goethe als Minister des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach wegen ihres Bruders (1788), →Christiane von Goethe
  • Bittschrift der Basler Bürger für eine Erweiterung der Volksrechte der Landbevölkerung (1830), →Stephan Gutzwiller

Literatur

  • Annett Büttner: Hoffnungen einer Minderheit: Suppliken jüdischer Einwohner an den Hamburger Senat im 19. Jahrhundert. Münster: LIT-Verlag 2003 (Veröffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises für Regionalgeschichte; 18)
  • Siegfried Grosse u. a.: „Denn das Schreiben gehört nicht zu meiner Beschäftigung: Der Alltag kleiner Leute in Bittschriften, Briefen und Berichten aus dem 19. Jahrhundert; Ein Lesebuch. Bonn: Verlag J.H.W. Dietz Nachf. 1989 ISBN 3-8012-5005-9
  • Cecilia Nubola u. a. (Hrsg.): Bittschriften und Gravamina: Petitionen, Gravamina und Suppliken in der frühen Neuzeit in Europa; Tagungen Trient, 25.–26. November 1999/Trient, 14.–16. Dezember 2000. Berlin: Duncker & Humblot 2005
  • Klaus Tenfelde (Hrsg.): Bis vor die Stufen des Throns: Bittschriften und Beschwerden von Bergleuten im Zeitalter der Industrialisierung. München: Beck 1986

Weblinks


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  • Bittschrift — (Supplik), schriftliches, an eine hochgestellte Person oder an eine Behörde gerichtetes Gesuch um Gewährung eines Vorteils, auf den der Bittende einen Rechtsanspruch entweder nicht hat, oder wenigstens nicht gerichtlich geltend machen kann oder… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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  • Bittschrift — ↑Petition …   Das große Fremdwörterbuch

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