Bizyinos

Georgios Bizyinos (* 1849 in Bizyon; † 1896 in Athen), war ein bedeutender griechischer Schriftsteller, Dichter und Gelehrter.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Bizyinos wurde in dem ost-thrakischen Dorf Bizyon geboren, im damaligen Osmanischen Reich. Er stammte aus sehr armen Verhältnissen. Im Alter von zehn Jahren schickten ihn seine Eltern zu seinem Onkel nach Konstantinopel, um das Schneiderhandwerk zu erlernen. In Konstantinopel blieb er bis zu seinem 19. Lebensjahr. In diesen Jahren kümmerten sich neben seinem Onkel, auch der zyprische Kaufmann Giago Georgiades und der Bischof von Zypern Sophronios um ihn. Eine Zeit lang lebte Bizyinos auch in Zypern, wobei er für eine klerikale Laufbahn vorgesehen war.

Im Jahre 1872 beginnt Bizyinos ein Studium der Theologie, an der theologischen Schule von Halki, auf den Prinzeninseln. Im nachfolgenden Jahr veröffentlicht er seine erste Gedichtsammlung, mit dem Titel „Dichterische Erstlingsarbeit“ (Ποιητικά Πρωτόλεια). Einer der Professoren von Bizyinos in Halki, war der Theologe und Dichter Ilias Tantalides, der dessen außergewöhnliches Talent erkannte und ihn Georgios Zariphis vorstellte, der später sein Förderer wurde. 1874 wird Bizyinos episches Gedicht „Kodros“ bei einem bedeutenden Gedicht-Wettbewerb in Athen ausgezeichnet. Im selben Jahr schrieb sich Bizyinos in die Philosophische Schule von Athen ein, verlässt aber ein Jahr später Griechenland, um sein Studium in Göttingen fortzusetzen. Dieses Auslandsstudium ermöglichte ihm sein Förderer Zariphis. Neben Philosophie studierte Bizyinos in Göttingen auch Philologie. Er beendete sein Studium in Göttingen im Jahre 1878.

Zwei Jahre zuvor, im Jahre 1876, wurde seine Gedichtsammlung „Bosporanische Brise“ (Βοσπορίδες αύραί) bei einem Gedichtwettbewerb ausgezeichnet. Ein Jahr später, erwähnte die Kommission des gleichen Wettbewerbes lobend seine Gedichtsammlung „Hesperiden“.

1881 wird in Leipzig Bizyinos Doktorarbeit „Das Kinderspiel in Bezug auf Psychologie und Paedagogik“ gedruckt.

Bei einer Reise in Paris 1882, lernte er die Schriftsteller Demetrius Vikelas und Marquis Queux de Saint-Hilaire kennen. Während einer weiteren Reise im Jahre 1883, trifft Bizyinos den Philosophen Petros Brailas-Armenis, der zu dieser Zeit griechischer Botschafter in London war, sowie die Schriftstellerin Juliette Lamber-Adam. Während seines längeren Aufenthaltes in London, erscheint der Gedichtband „Athenische Briese“ (Ατθίδες αύραι). Im selben Jahr veröffentlicht Bizyinos die Erzählungen „Zwischen Piräus und Neapel“ (Μεταξύ Πειραιώς καί Νεαπόλεως) und „Wer war der Mörder meines Bruders“ (Ποίος ήτο ο φονεύς του αδελφού μου).

1884 starb sein Förderer Zariphis und Bizyinos kehrte nach Griechenland zurück.

1885 beendete er seine Dissertation „Die Philosophie des Guten nach Plotin“ (Η Φιλοσοφία του καλου παρα Πλωτίνω). Im selben Jahr erschienen die Erzählungen „Die Konsequenz der alten Geschichte“ (Αι συνέπεια της παλαιάς ιστορίας) und „Die einzige Reise seines Lebens“ (Το μόνον της ζωής του ταξείδιον). Letzteres Werk wurde 2001 verfilmt.

1886 schrieb Bizyinos das Werk „Moskov-Selim“.

1892 erkrankte Bizyinos an einer Gehirnerkrankung. Er starb 1896 in Athen.

Werke

Gedichtsammlungen

  • Dichterische Erstlingsarbeit (1873)
  • Kodros (1874)
  • Bosporanische Briese (1876)
  • Athenische Briese (1883)
  • Hesperiden (1887)
  • Lyrika
  • Kinderdichtungen

Erzählungen

  • Die Sünden meiner Mutter (1883)
  • Zwischen Piräus und Neapel (1883)
  • Wer war der Mörder meines Bruders (1883)
  • Die Konsequenz der alten Geschichte (1884)
  • Die einzige Reise seines Lebens (1884)
  • Erster Mai (1884)
  • Der Apfelbaum (1885)
  • Der Schreck (1886)
  • Moskov-Selim (1895)

Wissenschaftliche Werke

  • Das Kinderspiel in Bezug auf Psychologie und Paedagogik (1881)
  • Die Philosophie des Guten nach Plotin (1885)

Weblinks


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