Black Book (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Black Book
Originaltitel Zwartboek
Produktionsland Niederlande,
Deutschland,
Belgien,
Vereinigtes Königreich
Originalsprache Niederländisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Paul Verhoeven
Drehbuch Paul Verhoeven
Gerard Soeteman
Produktion Jens Meurer
Jeroen Beker
Teun Hilte
Musik Anne Dudley
Kamera Karl Walter Lindenlaub
Schnitt Job ter Burg
James Herbert
Besetzung

Black Book (Originaltitel: Zwartboek; deutscher Fernsehtitel: Das schwarze Buch) ist ein Kriegsfilm von Paul Verhoeven aus dem Jahre 2006. Der niederländische Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von Egoli Tossell Film, Fu Works, Motel Films und Hector BV.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs versteckt sich die niederländische Sängerin Rachel Stein vor den Nazis auf einem Bauernhof. Die Jüdin hofft, auf dem Land in Sicherheit zu sein, dort wird ihr Unterschlupf jedoch von einem Ballast abwerfenden Bomber zerstört. Sie versucht, in den befreiten Süden der Niederlande zu gelangen. Das Boot, das sie dort hinbringen soll, wird aber von einer deutschen Patrouille entdeckt und beschossen. Rachel muss mit ansehen, wie alle Flüchtlinge, darunter ihre Eltern und ihr Bruder, erschossen und ausgeplündert werden. Sie überlebt als einzige und kann ungesehen entkommen.

In Den Haag schließt sie sich unter dem Namen Ellis de Vries dem Widerstand an und wird auf Ludwig Müntze, den deutschen Chef des Sicherheitsdienstes angesetzt, in den sie sich verliebt. Müntze ist kein typischer SS-Mann; er verabscheut die Gräueltaten seiner Landsmänner. Rachel gerät in einen Zwiespalt, als sie spürt, dass ihr Geliebter bei den Deutschen eine positive Rolle spielt und dass der Widerstand von deutschen Spionen durchsetzt ist. Am Ende weiß sie nicht mehr, ob sie an der Seite ihres Geliebten oder auf der Seite des Widerstandes stehen soll. Als der Plan des Widerstands, 40 eingekerkerte Widerstandskämpfer zu befreien, scheitert, gerät die Lage außer Kontrolle und sie flieht mit Müntze.

Am Ende bedeutet die lang ersehnte Befreiung durch die Alliierten noch kein Ende ihrer Flucht, da sie von anderen Widerstandskämpfern des Verrats an der Gruppe und der Kooperation mit Müntze, der als Nazi gesucht wird, bezichtigt wird. Müntze wird gefangengenommen und mit Erlaubnis der Alliierten von einem deutschen Kommando erschossen. De Vries wird von Hans Akkermans, einem ehemaligen angeblichen Widerstandskämpfer aus ihrer Gruppe, aus einem Lager für Kollaborateure befreit. Es stellt sich heraus, dass dieser mit den Nazis zusammengearbeitet hatte, verantwortlich für den Mord an de Vries’ Familie ist und de Vries verraten hatte. Nun will Akkermans alle Spuren durch die Ermordung de Vries’ verwischen. Sie kann fliehen und die wahre Geschichte aufdecken. Als sie ihn zusammen mit Gerben Kuipers, dem Anführer ihrer ehemaligen Widerstandsgruppe und Vater eines getöteten Widerstandskämpfers, auf der Flucht stellen kann, ermordet sie ihn.

Mit den von den ermordeten Juden geraubten Gold und Juwelen gründet De Vries in Israel einen Kibbuz. Als sie die Ereignisse einigermaßen verwunden hat und mit ihrer neuen Familie glücklich zu sein scheint, beginnt die Sueskrise.

Premieren und Festivals

Der Film Black Book hatte seine Weltpremiere am 1. September 2006 in Venedig, als Teil der offiziellen Auswahl der Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Beim Preis für den besten Film, den Goldenen Löwen, musste er sich Jia Zhangkes Drama Still Life geschlagen geben. Im selben Jahr wurde Black Book als niederländischer Beitrag für eine Nominierung bei den Oscars 2007 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgewählt. Der Film war ebenfalls in der offiziellen Auswahl des Toronto Film Festivals.

Die Deutschland-Premiere von Black Book erfolgte am 9. Mai 2007 im Zoo Palast in Berlin; Kinostart war der 10. Mai 2007. Am 4. Januar 2010 wurde der Film als Das schwarze Buch vom ZDF ausgestrahlt.

Auszeichnungen

Kritiken

  • Verhoevens Nazi-Abenteuerfilm, gemacht aus freimütigem Sexismus, kleinen Splatter-Einlagen und grotesken (angeblich «authentischen») Plot-Wendungen, sucht Schock und Amüsement in der Transgression, in der entfesselten politischen Ungehörigkeit.[1]
  • ...Zusätzlichen Reiz gewinnt Black Book aber eher aus anderem: Etwa einigen offenkundigen, aktuellen Anspielungen: Denn kaum zufällig bedienen sich die deutschen Täter hier der gleichen Foltermethoden wie die US-Amerikaner, und kaum zufällig weigert sich die Besatzungsmacht wiederholt, »mit Terroristen zu verhandeln«, im englischen Original entsprechende Formulierungen von George W. Bush kopierend. Der zweite Reiz des Films liegt in seinem moralischen Relativismus. Darin ist Black Book nämlich ganz klassisch europäisch: Das Menschenbild ist pessimistisch, fern aller Hollywooddramaturgie und jener Simplizität, die US-Filme so vorhersehbar und langweilig macht. Langweilig ist hier nichts; der Film ist überaus flüssig und dynamisch erzählt, und wenn man ihm in der Hinsicht überhaupt etwas vorwerfen kann, ist das eher eine gewisse Kurzatmigkeit.[2]

Weblinks

 Commons: Zwartboek (Black Book) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Der Bund.
  2. artechock.

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