Black Eagle (Panzer)
T-2000 Black Eagle
Black Eagle Obj640.png
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Fahrer, Richtschütze, Kommandant)
Länge ~ 7,0 m
Breite 3,58 m
Höhe 1,80 m
Masse ~ 48,5 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Verbundpanzerung, Reaktivpanzerung
Hauptbewaffnung 125-mm-2A46M-Glattrohrkanone;
Sekundärbewaffnung 7,62 mm PKT Maschinengewehr 12,7 mm NSWT FlaK Maschinengewehr
Beweglichkeit
Antrieb Gasturbine (optional Dieselmotor)
920 kW (1250 PS)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit unbekannt
Leistung/Gewicht ca. 20 kW/t (27 PS/t)
Reichweite unbekannt

Der T-2000 Black Eagle (russisch Чёрный Орёл, Tschiorni Oriol; dt.: „Schwarzer Adler“) bzw. Objekt 640 war ein Konzept zur Weiterentwicklung des russischen Kampfpanzers T-80U, das als Systemdemonstrator für mögliche Kampfwertsteigerungen des T-80 in den 1990er Jahren entstand. Das Konzept „Black Eagle“ beinhaltete eine geringfügig modifizierte T-80B-Wanne in Kombination mit einem neuartigen Turmsystem, das neben einer frontal angebrachten halbrunden Zusatzpanzerung insbesondere den Einbau eines neuartigen Autoladesystems im Turmheck vorsah. Der Prototyp wurde 1997 auf der Ausstellung VTTV (russisch ВТТВ) von der Firma Transmasch (russisch Трансмаш) in Omsk öffentlich gezeigt.

Nachdem weder die russische Armee noch potentielle ausländische Kunden Interesse am „Black Eagle“ gezeigt hatten, wurde das Projekt nicht mehr weiter verfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen und Entwicklungsgeschichte

Nachdem sich die russischen Streitkräfte 1995 für den T-90 als künftigen Hauptkampfpanzer entschieden hatten, hoffte die Firma Uralwagonsawod, die ausländischen Kunden des T-80 für Kampfwertsteigerungen dieses Fahrzeugs gewinnen zu können. In Frage kamen dabei vor allem Länder wie Südkorea, der Iran oder Zypern. Um das Potential des T-80-Konzepts zu unterstreichen, wurde mit dem Objekt 640 ein wesentlich weiterentwickeltes Waffensystem gefertigt. Die Neuerungen betrafen dabei vor allem die Gestaltung des Turmes: Nachdem sich russische Panzer in der Vergangenheit vor allem in Bezug auf ihre relativ schwache Panzerung im Nachteil gegenüber westlichen Modellen befunden hatten, wurde beim "Black Eagle" eine massiv verstärkte Turmfrontpanzerung aus reaktiven Modulen ergänzt. Im Heck des Turmes wurde ein verbessertes Autoladersystem installiert, dessen Anbringung sowohl den Einbau einer stärkeren Kanone (bis 152 mm Kaliber) als auch den Einsatz von Absprengplatten über dem Magazin erlaubte. Dies sollte im Fall eines Munitionsbrandes die Überlebenschancen der Besatzung erhöhen. Weitere mögliche Ergänzungen des T-80U-Konzepts (wie der Einbau eines stärkeren Dieselmotors bzw einer stärkeren Gasturbine mit bis zu 1.500 PS) wurden während der Präsentation im September 1997 angesprochen; diese Modifikationen sind allerdings bei dem Demonstratorfahrzeug aller Wahrscheinlichkeit nach nicht umgesetzt worden. Dieses verfügte lediglich über eine verbesserte Version der Vielstoff-Gasturbine GT-1250 G mit reduziertem Verbrauch.

Aufgrund des massiv erhöhten Turmgewichts (rund 2,5 t mehr als der ursprüngliche Turm des T-80U) wäre eine Nachrüstung bereits vorhandener T-80 allerdings nicht in Frage gekommen; potentielle Kunden hätten also komplett neue Fahrzeuge in Auftrag geben müssen. Dies und die damit verbundenen Kosten verhinderten wohl Bestellungen für den "Black Eagle" und damit auch eine Serienfertigung dieses Kampfpanzers. Die russischen Streitkräfte werden nach der Beschaffung des T-90 stattdessen wohl den völlig neu konzipierten Kampfpanzer T-95 einführen.

Bewaffnung

In den Black Eagle war eine zusätzlich versteifte Version der 125-mm-Glattrohrkanone 2A46 (Version M-4) mit größerem Rohrrücklauf eingebaut worden, was die Treffgenauigkeit verbesserte und die Verwendung von tempierbarer Air Burst Munition erlaubte. Durch weitere Modifikationen wurde auch der bei russischen Panzermodellen sehr zeitaufwändige Rohrwechsel vereinfacht; es wurde eine Verkürzung der Prozedur von 30 auf 4 Stunden erreicht, was allerdings im Vergleich zu westlichen Panzern noch immer sehr lange ist (der Leopard 2 benötigt etwa 30 min für einen Rohrwechsel).

Als weitere Neuerung bei der Bewaffnung wurde ein unter Panzerschutz bedienbares 12,7-mm-MG an der Turmluke installiert. Aufgrund der Anordnung des Ladeautomaten im Heck wäre der Einbau einer stärkeren Kanone theoretisch möglich gewesen; einige Quellen sprechen dabei von 135, andere sogar von 152 mm. Aufgrund der beachtlichen Modifikationen, die bereits zur Erhöhung der Treffgenauigkeit der 125-mm-Kanone nötig waren, wäre eine solche Kalibersteigerung aber vermutlich nicht völlig problemlos vor sich gegangen.

Panzerung und Schutzeinrichtungen

verschiedene Merkmale des Prototyps

Der Black Eagle sollte in Bezug auf die Stärke seiner Panzerung neue Maßstäbe im russischen Panzerbau setzen. So wurde insbesondere die Frontpanzerung des Turmes massiv verstärkt, indem dort in halbrunder Form ein Bogen aus „Kaktus“-Reaktivpanzermodulen angebracht wurde. Die Panzerung des Turmes selbst bestand aus einer Verbundanordnung aus zwei Schichten Panzerstahl und einer dazwischen angebrachten Keramikschicht, das „Kaktus“-System aus einer Laminatschicht mit darüber angeordneter Explosivladung. Insgesamt sollte die Panzerstärke an der Turmfront nach Angaben des Herstellers 1160 mm RHA gegen KE-Munition und 1710 mm RHA gegen HEAT-Munition betragen. Uralwagonsawod versprach Sicherheit gegen die Wirkung der gängigsten Panzerabwehrwaffen bei günstiger Trefferlage.

Außer mit aktiven und passiven Panzerungsschichten war die Oberfläche des Black Eagle auch mit radarabsorbierender Beschichtung versehen, deren Wirksamkeit allerdings von Experten aufgrund der bei russischen Panzern generell komplexen und unebenen Außenstruktur in Zweifel gezogen wird. Zudem sollte der Black Eagle" mit einem abstandsaktiven Schutzsystem (vermutlich vom Typ DROZD) ausgerüstet werden.

(Details zur Panzerung siehe Weblinks)

Ausrüstung

Bei der Entwicklung des Systemdemonstrators "Black Eagle" wurde auch Wert auf die Installation verbesserter Feuerleit- und Zielerfassungssysteme gelegt. So erhielt der Kommandant ein stabilisiertes Rundblickperiskop mit Wärmebildfunktion und der Richtschütze ein Zielgerät mit Wärmebild und Laserentfernungsmesser. Außerdem wurden eine digitalisierte Feuerleitanlage mit umfangreicher Sensorik zur Messung ballistisch relevanter Faktoren sowie ein Navigationssystem eingebaut. Auch die Führbarkeit des Panzers war durch ein verbessertes Getriebe und eine bedienerfreundlichere Ausstattung des Fahrerplatzes ebenfalls optimiert worden.

Literatur

  • Rolf Hilmes: Kampfpanzer heute und morgen- Konzepte - Systeme - Technologien. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02793-0.

Weblinks


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