Black Emanuelle – Stunden wilder Lust
Filmdaten
Deutscher Titel: Black Emanuelle – Stunden wilder Lust
Originaltitel: Emanuelle in America
Produktionsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1976
Länge: 92 Minuten
Originalsprache: Italienisch
Stab
Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Otavio Alessi, Maria Pia Fusco
Besetzung
  • Laura Gemser: Emanuelle
  • Gabriele Tinti: Alfredo Elvize
  • Roger Browne: Senator
  • Riccardo Salvino: Bill
  • Stefania Nocilli: Janet
  • Maria Piera Regoli:Diana Smith
  • Paola Senatore: Laura Elvize
  • Lars Bloch: Eric van Darren
  • Giulio Bianchi: Tony
  • Efrem Appel: Joe
  • Jürgen Boller: Mr.Hart

Black Emanuelle – Stunden wilder Lust (italienischer Originaltitel Emanuelle in America) ist ein italienischer Erotikfilm aus dem Jahre 1976 mit Laura Gemser in der Hauptrolle, der insbesondere für eine Zoophilie-Szene notorisch ist. Der Film ist der dritte Teil der italienischen Black Emanuelle-Serie, einer Adaption der französischen Emmanuelle-Reihe.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Journalistin Emanuelle arbeitet an einer Reportage über die geheimen sexuellen Wünsche der High Society. Dabei gerät sie in einen Sumpf aus Dekadenz, Perversion und Sex: sie lernt einen Milliardär kennen, der sich eine Art Harem hält. Die Frauen sind dem Milliardär hörig und es kommt zu diversen Orgien im Anwesen des Milliardärs. Zum Vergnügen seiner Gäste lässt er eine Frau vorführen, die ein Pferd bis zum Höhepunkt masturbiert.

Bei einem Pokerabend lernt sie den Graf de Montereza kennen, mit dem sie kurzer Hand nach Venedig flieht. Der Graf ist mit seiner Ehefrau zerstritten, doch nach einer ménage à trois mit Emanuelle sind die beiden wieder versöhnt. Auf einer anschließenden Feier kommt es wieder zu einer Orgie.

Zurück in New York arbeitet Emanuelle dann wieder an ihren Fotoshootings und probiert Telefonsex aus. Die nächste Etappe ist ein moderner Sklavenmarkt, auf dem Schwarzafrikaner zum Liebesspiel für reiche Damen angeboten werden. Bei einem Pärchen beobachtet sie dann, wie sich dieses zu den Szenen eines Snuff-Films liebt. Die Super-8-Projektion zeigt Folterungen in einem unbekannten Lager.

Emanuelles Tarnung fliegt schließlich auf und sie wird zu einer Art „Chefin“ geführt. Es gelingt ihr die Dame zu verführen und dann zu fliehen. Zurück in der Redaktion wird sie auf eine verschwundene Prostituierte angesetzt. Ein Politiker, der in die Machenschaften verstrickt sein soll, wird von ihr angemacht und die beiden landen nach dem Begutachten eines Schwarz-weiß-Pornofilms schließlich im Bett. Nach einigen Provokationen von Emanuelle zeigt er ihr weitere Snuff-Aufnahmen. Der Politiker flößt ihr LSD ein und die beiden fliegen scheinbar in den Dschungel, um die Snuff-Szenen an Ort und Stelle zu begutachten. Am Ende stellt sich heraus, dass diese Episode nur vom LSD ausgelöste Halluzinationen waren.

Wieder zurück in der Redaktion unterbreitet sie ihrem Verleger die Story und bietet ihm Beweisfotos an. Der Verleger möchte sie aber nicht drucken, da er Ärger befürchtet, denn der Politiker ist ein hohes Tier und Mitbesitzer der Zeitung. Emanuelle kündigt und reist mit Bill, mit dem sie schon einige Sexspielchen während der Story ausgeübt hat, in die Karibik, um dort zu heiraten. Die Eingeborenen entführen das Paar und Emanuelle wird mit dem Häuptling verheiratet. Am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest, dass sie nur an einem Filmset ist und die Eingeborenen Schauspieler waren.

Hintergrund

Verantwortlich für Emanuelle – Stunden wilder Lust zeigte sich der Regisseur Joe D'Amato (ebenfalls als Kameramann unter seinem richtigen Namen: Aristide Massaccesi). D'Amato prägte diese Reihe und verhalf ihr zu Ruhm und einem hohen Bekanntheitsgrad. Die Inszenierung des ersten Films oblag ihm allerdings nicht. Die Hauptrolle übernahm, wie in den Filmen zuvor auch, Laura Gemser, die in den nachfolgenden Jahren in zahlreichen anderen Erotikfilmen zu sehen war.

Für Furore sorgte Emanuelle – Stunden wilder Lust mit einigen Szenen, welche die Grenze zum Hardcore (Laura Gemser beteiligte sich ausdrücklich nicht daran) deutlich überschritten und eine Sodomie-Szene, in dessen Verlauf der Penis eines Hengstes sexuell stimuliert wird. Insbesondere diese Szene war bis vor kurzem nur in sehr seltenen und exorbitant teuren VHS-Veröffentlichungen vollkommen ungekürzt zu sehen, da sie selbst vergleichsweise liberale Staaten wie die Niederlande aus dem Film schneiden ließen. Zudem löste eine vorgebliche Snuff-Dokumentation Skandale aus. Lange Zeit wurde diese sehr authentisch wirkenden Szenen als real angesehen. Durch ein Making Of, welches auf der italienischen DVD enthalten ist, wurde dieses Gerücht endgültig aus der Welt geschafft. Aus den anstößigen Inhalten resultierend, wurden bis vor einigen Jahren alle deutschen Veröffentlichungen geschnitten herausgegeben. Bereits in den deutschen Lichtspielhäusern wurde Emanuelle – Stunden wilder Lust um drei Minuten entschärft. Auf VHS belief sich die Gesamtschnittdauer auf über 10 Minuten. Anschließend wurde die Staatsanwaltschaft mit Emanuelle – Stunden wilder Lust befasst, da die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften noch immer eine strafrechtliche Relevanz in den Inhalten sahen. Dies ist zurückzuführen, laut der Begründung der BPjM, auf eine sozialethische Desorientierung bei Kindern und Jugendlichen, explizit was das Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau anbelangt. Noch heute erhielt die ungekürzte DVD in Deutschland keine FSK-Freigabe und muss daher als „ungeprüft“ gekennzeichnet werden. Währenddessen musste Emanuelle – Stunden wilder Lust in anderen Staaten zensiert werden, damit eine Freigabe bzw. keine Einstufung als Pornofilm erfolgte. So wurde der Film bei seiner Erscheinung in den Niederlanden, in Belgien, Dänemark (Neuauflage) und Italien gekürzt. Den Rekord hält diesbezüglich Großbritannien. Dort wurde die VHS-Veröffentlichung sehr rigide um über 18 Minuten gekürzt.

Kritiken

Allgemein erfuhr der Film schlechte Kritiken, erweckte aber durch die gezeigten Skandal-Szenen Interesse beim Zuschauer:

Der dritte Teil über die wahllos Frauen und Männer wechselnde Edelnutte (‚Heiraten ist keine Dummheit, sondern ein Verbrechen‘), bietet nicht einmal mehr einen exotischen Hintergrund für seine konfuse, äußerst tendenziöse Handlung. Wir raten ab.

film-Dienst vom 16. August 1977

Wenn der Film einfach nur der übliche Sexfilm wäre, keiner würde sich großartig darum scheren, auch wenn Laura Gemser beauty as ever aussieht und der Streifen einige Hardcoreszenen (ohne Laura) enthält. Was ihn damals zu einem Skandalfilm machte, waren die Szene in der ein Pferd eine weibliche Hand angelegt bekommt und der angebliche Snuff-Film.(...) Dabei handelt es sich auch wirklich um ein heftiges Stück Zelluloid, die Snuffszenen wirken sehr rau und realistisch und können auch nicht einfach so vom Zuschauer verdaut werden.

Carsten Henkelmann: Review auf Sense of View.[1]

Alles in allem ist Laura Gemser natürlich wie immer eine Augenweide und, ebenfalls wie gewohnt, ist der Film im Grunde vollkommen langweilig und ohne Sinn und Verstand. Doch das ist in diesem Falle ja auch nicht wichtig.

Haikos Filmlexikon[2]

Einzelnachweise

  1. Review auf Sense of View
  2. Review in Haikos Filmlexikon

Weblinks


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