Black Or White

Black or White ist ein Lied von Michael Jackson. Es war die erste Singleauskopplung aus seinem Album Dangerous. Komponiert und geschrieben wurde das Lied von Michael Jackson. Der Rap-Text stammt von Bill Bottrell. Die E-Gitarre im Intro und im Riff wird von Slash gespielt. Black or White übermittelt die Botschaft, dass Menschen aller Hautfarben gleich sind („I said if you're thinkin' of being my brother, it don't matter if you're black or white.“). Die Single wurde in vielen Ländern der Welt ein Nummer-eins-Hit.

Inhaltsverzeichnis

Musikvideo

Zusammenfassung

Das Musikvideo von Black or White erzeugte starke Kontroversen. Zuerst wurde das Video von den US-amerikanischen Fernsehsendern MTV, BET, VH1 und FOX (nach einer Episode von Die Simpsons) am 14. November 1991 ausgestrahlt. In dem Video haben die Schauspieler Macaulay Culkin, George Wendt und Peggy Lipton Gastauftritte. Die Regie führte John Landis, derselbe Regisseur wie bei Thriller. Die Produktionskosten waren sehr hoch, was vor allem an den im Video verwendeten Morphing-Effekten lag. Morphing-Effekte wurden auch schon früher im Musikvideo Cry von Godley & Creme benutzt.

Als erstes ist eine verlängerte Version des Intros zu hören, während es für den Zuschauer so aussieht, als würde er vom nächtlichen Himmel auf eine Stadt runter fliegen, und danach „fliegt“ er durch die Straßen in ein Haus rein. In diesem Haus sieht sich ein Mann (gespielt von George Wendt) gerade ein Baseballspiel im Fernsehen an, seine Ehefrau (gespielt von Peggy Lipton) liest Zeitung. Die laute Rockmusik ihres Sohnes stört sie so sehr, dass der Vater beschließt seinen Sohn (gespielt von Macaulay Culkin) dafür zu tadeln. Er geht hoch in sein Zimmer und brüllt ihn an, dass es viel zu laut sei und er um diese Uhrzeit ins Bett gehöre. Als der Vater die Tür beim rausgehen zuknallt, fällt das eingerahmte Michael-Jackson-Poster des Jungen runter. Der Junge holt seine E-Gitarre raus, geht zu seinen Eltern runter, dreht den Verstärker voll auf und spielt einen so lauten Powerchord auf der Gitarre, dass die Fensterscheiben zerspringen und sein Vater mitsamt Sessel durch die Decke aus dem Haus rausfliegt. Er landet erst wieder in der afrikanischen Steppe, wo die Eingeborenen sich gegen Löwen verteidigen. Dann erscheint dort plötzlich Michael Jackson, der mit den Eingeborenen tanzt. Danach sind viele weitere Szenen zu sehen, in denen Michael Jackson mit Menschen aus völlig unterschiedlichen Kulturen tanzt (neben der bereits erwähnten Kultur der afrikanischen Naturvölker sind das noch die südostasiatische, indianische, indische und russische Kultur).

Jetzt kommen die Morphing-Effekte, die hier einen Menschen in einen Menschen anderer Hautfarbe verwandeln lassen (unter anderem auch Tyra Banks). Das passiert jetzt mehrmals hintereinander. Während der Verwandlung sind nur die Köpfe der Personen zu sehen. Danach wird noch kurz der Filmset gezeigt.

In der ungekürzten Fassung des Musikvideos kommt zum Schluss noch der Panther Dance, in dem keine Musik zu hören ist (mehr dazu im Abschnitt „Kontroversen“).

Kontroversen

Bis heute wurde die ungekürzte Version in den USA nur von MTV 2 zwischen 01:00 Uhr und 04:00 Uhr, in einer Spezialsendung mit dem Titel „Die kontroversesten Musikvideos“ ausgestrahlt. Die ungeschnittene Fassung ist auch auf Jacksons DVDs verfügbar. Nach den ersten Ausstrahlungen des Videos wurden nachträglich rassistische Graffiti (unter anderem ein Hakenkreuz und der Satz „KKK RULES!“) in das Musikvideo eingefügt (auf die Glasscheiben, die Jackson im Panther Dance zerschlägt), um zu verdeutlichen, dass sich das Video gegen rassistische Vereinigungen wie die Nationalsozialisten oder den Ku-Klux-Klan richtet. Die Originalversion (ohne Graffiti) ist nur auf der Videokassette HIStory - The Video Greatest Hits enthalten. Die gleichnamige DVD enthält nur die Graffiti-Version. Die Stelle, in der Jackson „I ain't scared of no sheets; I ain't scared of nobody“ singt, während er hinter einer Feuerwand steht, bezieht sich auf ein Fackel-Ritual des Ku-Klux-Klans. In der nächsten Szene, in der Macaulay Culkin einen Pseudo-Rap vorträgt (er rappt nicht wirklich), sind auch noch viele andere Kinder zu sehen. Dann taucht auch Michael Jackson auf. Zusammen verkünden sie, dass sie „ihr Leben nicht damit verbringen wollen, eine Hautfarbe zu sein“. Das komplette Video wurde einige Jahre in Europa gesendet. Im Vereinigten Königreich wurde erst kürzlich (2004) das vollständige Musikvideo von VH1 ausgestrahlt, obwohl die jüngsten Ausstrahlungen des Black or White-Videos meistens stark gekürzt sind. Das vollständige Musikvideo enthält am Ende einen Cameo-Auftritt von Bart Simpson und Homer Simpson, der nur einige Sekunden dauert. Bart schaut sich das Musikvideo Black or White im Fernsehen an (er trägt auch ein T-Shirt mit der Aufschrift „Michael Jackson“). Dann kommt sein Vater Homer dazu und sagt „Bart, mach den Lärm aus!“ („Bart, turn the noise off!“). Schließlich wird Michael Jackson noch einmal eingeblendet; darunter steht geschrieben: „prejudice is ignorance“ („Voreingenommenheit ist Unwissenheit“). Die Version, die im iTunes Store erhältlich ist, enthält weder den Simpsons-Cameo-Auftritt noch den Panther Dance und hört nach der Morphing-Szene auf. Nocturne Video Productions spielte den Panther Dance als Vorprogramm von Jacksons Dangerous- und HIStory-Welttourneen. Die dort gezeigte Version ist 20 Sekunden kürzer als das Original, und die Szenen, in denen Jackson Scheiben zerschlägt und sich beim Tanzen in den Schritt fasst, wurden rausgeschnitten. Dennoch wurde die Szene, in der er seinen Reißverschluss schließt, dringelassen. Genauso wie die Szene, in der sich ein Panther in Michael Jackson verwandelt, und dieser sich später wieder in einen Panther zurückverwandelt (darum heißt es Panther Dance). Jackson sagte später, dass diese Verwandlung symbolisch gemeint ist.

Clivillés & Cole Remixes

Black or White (The Clivillés & Cole (C&C) Remixes) (oder auch einfach nur Black or White (Remixes) genannt) ist eine Single mit Remixes von Black or White. Das Lied wurde von Robert Clivillés und David Cole geremixt. Die Single erreichte #14 in den UK Top 40, #11 in den irischen Charts und #18 in den australischen Charts.

Parodien

  • Die Band Genesis parodierte den Panther Dance am Ende ihres Musikvideo I Can't Dance, indem der damalige Genesis-Sänger Phil Collins genauso gekleidet ist wie Michael Jackson im Panther Dance und seine Choreografie nachahmt.
  • Das hessische Komikerduo Badesalz parodierte Black or White. Es gibt auch ein Musikvideo dazu. Der Text ist derselbe, bloß mit einem deutschen Akzent ausgesprochen. Statt der E-Gitarre ist im Hintergrund ein Blechblasorchester, die „Spessart Brassköpp“ zu hören.
  • Weird Al Yankovic zeigte in seiner TV-Show Al TV eine Parodie auf Black or White. Er hat das Black or White-Video mit Szenen aus dem Musikvideo We're Not Gonna Take It von Twisted Sister gemischt. Im Intro sieht es so aus, als würde Mark Metcalf aus dem letzteren Musikvideo Macaulay Culkin aus dem zuerst genannten Video anschreien. Michael Jacksons Stimme wurde in eine Stimme geändert, die wie eine schrille Version von Weird Al Yankovics Stimme klingt. Culkins Stimme während des Rap wurde deutlich vertieft. Die Leute in der Morphing-Szene haben unterschiedliche Stimmen.

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