Blankaal
Anguilla
Junge Amerikanische Aale (Anguilla rostrata)

Junge Amerikanische Aale (Anguilla rostrata)

Systematik
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Elopomorpha
Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
Unterordnung: Anguilloidei
Familie: Flussaale (Anguillidae)
Gattung: Anguilla
Wissenschaftlicher Name
Anguilla
Schrank, 1798

Die Flussaale, Echten Aale oder Süßwasseraale (Anguilla) sind die einzige Gattung aus der Familie Anguillidae in der Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes).

Je nach Region oder Alter der Aale existieren noch viele andere Namen für das gleiche Tier: Breitkopfaal, Flußaal, Gelbaal, Silberaal, Blankaal, Spitzkopfaal, Steigaal, Glasaal, Eel (engl.), Anguille (frz.)

Es sind 20 Arten bekannt, die in den stehenden und fließenden Süßwassern Europas, Ostasiens, Nordafrikas, Australiens sowie Nord- und Mittelamerikas beheimatet sind.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Bei den Echten Aalen bildet die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse einen durchgehenden Saum. Bauchflossen sind nicht ausgebildet. Die Rückenflosse setzt weit hinter der Spitze der Brustflossen an. Der Oberkiefer ist etwas kürzer als der Unterkiefer. Das Maul (Pflugscharbein, Zwischenkiefer und Unterkiefer) mit kleinen, bürstig aneinander gereihten Zähnen besetzt.

Die Larve der Flussaale ist seitlich abgeflacht, hochrückig, durchsichtig und damit im Körperbau völlig verschieden von ihren Eltern. Daher wurde sie auch lange Zeit für eine andere Art (Leptocephalus brevirostris) gehalten. Die Larven werden Weidenblattlarven (Leptocephalus) genannt. Männliche Aale werden in der Regel nicht viel länger als 50-60 cm und wiegen dann rund 0,3 kg während weibliche bis zu 150 cm lang und bis zu sechs Kilogramm schwer werden können. Bei Aquarienhaltungen wurden sogar längere Exemplare beobachtet. Ihr Lebensalter kann wahrscheinlich bis zu 20 Jahren betragen. Flussaale besitzen länglich-ovale, sehr kleine Schuppen, die tief in der dicken schleimigen Haut eingebettet sind.

Flussaalblut enthält ein Nervengift, daher ist Vorsicht beim Umgang damit angebracht. Es sollte nicht mit Schleimhäuten und Augen in Berührung kommen. Es kann aber leicht durch Erhitzen zerstört werden.

Verbreitung und Lebensraum

Der Flussaal ist ein katadromer, das heißt zum Laichen ins Meer ziehender Wanderfisch. Junge europäische Glasaale können sogar den Rheinfall bei Schaffhausen überwinden, um in ihr Biotop zu gelangen. Dort leben sie vor allem nachtaktiv und halten sich tagsüber in ihren Verstecken in Schlammbänken und Wurzelwerk auf. Flussaale können die Hälfte ihres Sauerstoffbedarfes über die Haut decken und sind so in der Lage, kurze Strecken auch über (feuchtes) Land zu überwinden. Daher hat der Aal fast alle Gewässer besiedelt, auch solche die keinen direkten Anschluss an den Atlantik haben.

  • Der Europäische Flussaal (Anguilla anguilla) lebt in den Flusssystemen Europas, Kleinasiens und Nordafrikas, an der Nordseeküste und in der Ostsee.
  • Der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata), äußerlich vom Europäischen nicht zu unterscheiden, lebt in den nordamerikanischen Flüssen, die in den Atlantik münden.
  • Der Japanische Aal (Anguilla japonica) kommt in Ostasien vor.
  • Anguilla nebulosa, Anguilla bicolor und Anguilla mossambica leben in den östlichen Gewässern Südafrikas.
  • Anguilla marmorata findet man nicht nur im Osten Afrikas, sondern auch auf zahlreichen pazifischen Inseln bis Hongkong und Südjapan.

Ernährung

Aale sind Raubfische und fressen so gut wie alles, was ihnen ins Maul passt. Allerdings meiden sie Aas. Je nach „Spezialisierung“ des Aals unterscheidet man den „Breitkopfaal“ und den „Spitzkopfaal“. Während der Breitkopfaal Fische, Frösche und sogar Mäuse jagt, hält sich der Spitzkopfaal an Kleintiere wie Schnecken, Flohkrebse und Würmer. Der Aal gilt als Brut- und Laichräuber.

Sinnesleistungen

Erwachsene Aale können nicht sehr gut sehen. Sie haben ca. 6000 Stäbchen pro Quadratmillimeter Netzhaut, was darauf schließen lässt, dass sie nicht besonders scharf und nur schwarz-weiß sehen. Ihr Geruchs- und Geschmackssinn ist dagegen sehr gut entwickelt. Bei Versuchen mit Rosenwasser – einem Geruch, den Aale nicht mögen – zeigte sich, dass sie einen Tropfen noch in der Verdünnung mit der 25-fachen Menge des Wassers des Bodensees wahrnehmen können. Das lässt darauf schließen, dass sie einzelne Moleküle wahrnehmen können und ihr Geruchssinn damit um etliches besser als der von Hunden ist. So riechen Aale ein Duftmolekül auf 2,9 Trillionen Wassermoleküle, um den richtigen Weg auf ihren langen Wanderungen zu finden. Weiterhin besitzen sie, wie andere Fische auch, ein Seitenlinienorgan, womit sie Wasserbewegungen und Strömungen wahrnehmen können.

Fortpflanzung

Leptocephalus-Larve

Mit beginnender Geschlechtsreife wandern sämtliche Flussaalarten ins Meer ab. Bei Aalmännchen ist das mit sechs bis neun Jahren, während die Weibchen mit 12 bis 15 Jahren die Laichwanderung antreten.

Beim Europäischen Flussaal geschieht das in der Regel von August bis Oktober. Die Farbe ändert sich dann vom grüngelben zum silbernen. Sie werden nun „Blankaale“ genannt. Mit der Farbumstellung beginnen auch die Augen zu wachsen und das Verdauungssystem wird mehr und mehr zu Gunsten der Geschlechtsorgane zurückgebildet. Die Aale sind jetzt sehr fett, da sie während der ungefähr 5000 Kilometer langen Strecke zurück in die Sargassosee, ihrem Geburtsort, keine Nahrung mehr aufnehmen. Nach dem Laichen sterben die Alttiere ab.

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin konnten in Zusammenarbeit mit kanadischen Kollegen durch DNA-Analyse herausfinden, dass sich Aale im Paarungsgebiet am liebsten mit Artgenossen aus der Heimat paaren. Einer der Gründe dafür könnte das unterschiedliche Timing der Fische sein. Die Aale aus unterschiedlichen Regionen kommen auch zu unterschiedlichen Zeiten in der Sargassosee an.

Jeder europäische Aal und auch amerikanische Aal wird in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas geboren. Von dort nutzt der Europäische Aal den Golfstrom, um innerhalb von circa drei Jahren nach Europa zu kommen, während der Amerikanische Aal in ungefähr eineinhalb Jahren in die amerikanischen Flüsse schwimmt. Nach Eintritt der Geschlechtsreife beginnt der Zyklus von vorn. Nicht von allen Echten Aalen ist das Laichgebiet bekannt. Wo die Afrikanischen, Japanischen und anderen asiatischen Arten laichen, muss noch untersucht werden.

Entwicklungszyklus

Nach drei Jahren sind die Larven circa 50 bis 70 mm lang. Vor dem Einwandern in die Flüsse vollziehen die Larven durch einen noch unbekannten Reiz in nur 24 Stunden eine Metamorphose zum typischen aalförmigen Körperbau und werden jetzt „Glasaale“ genannt. Die jungen Aale tauchen in Frankreich und England im September auf, an der Nordsee im Februar und in der Ostsee im Mai. Nachdem sie im Süßwasser angekommen sind, beginnen sie mit der Einlagerung von Pigmenten und verwandeln sich in braune „Elvers“. Allerdings bleiben auch viele Aale – vor allem die Männchen-  im ufernahen Meer oder in den Brackwasserzonen. Die in die Flüsse einschwimmenden Aale, meist Weibchen, werden auch „Steigaale“ genannt und haben einen starken Wandertrieb. Sogar der Rheinfall bei Schaffhausen stellt für sie kein unüberwindliches Hindernis dar. So gelangen sie in den Bodensee.

Im Alter von sechs bis 14 Jahren haben sie eine Länge von 60 bis 80 cm erreicht. Sie werden jetzt aufgrund ihres goldgelben Bauches als „Gelbaale“ bezeichnet. Ihr Rücken ist dunkelgrün bis schwarz. Bei geschlechtsreifen Aalen färbt sich der Bauch silbrig weiß, man nennt sie dann „Blankaale“. Sie wandern zurück in die Sargassosee, und der Zyklus beginnt von vorn.

Geschichte der Erforschung der Aale

Um Aale rankten sich lange Zeit viele mysteriöse Geschichten. Es gibt 6500 Publikationen über den Aal, doch vieles ist noch rätselhaft. Aristoteles gilt als der erste Aal-Forscher. Er glaubte, dass Aale von Erdwürmern geboren werden und sie aus dem Staub ohne Befruchtung erwachsen oder aus den „Eingeweiden feuchten Schlammes“ schlüpfen können. Lange Zeit konnte ihn niemand widerlegen. Später glaubte man, dass Aale von der Aalmutter Zoarces viviparus geboren werden.

1777 konnte der Italiener Mondini bei Aalen Gonaden nachweisen, und konstatierte, dass Aale Fische sind.

Der Darmstädter Zoologe und Paläontologe Johann Jakob Kaup beschrieb 1856 die Art Leptocephalus brevirostris (griech.: Leptocephalus ~ Dünn- oder Flachkopf). Erstmals 1894 wurden diese transparenten, weidenblattartigen Organismen als Larven der Aale identifiziert. Dies gelang den italienischen Zoologen Giovanni Battista Grassi und Calandruccio. Yves Delage zeigte schließlich 1886 experimentell in seinem Labor in Roscoff (Frankreich) an der bretonischen Küste, dass es sich bei den fälschlich als eigene Art betrachteten Leptocephalus morisii tatsächlich um Larven des Meeraals (Conger conger) handelte. Noch früher war vermutet worden, die Weidenblattlarve sei vielleicht die Larve der Muränen. Der Name Leptocephalus hat sich gehalten und wird heute noch beschreibend für ein bestimmtes Larvenstadium der Aale benutzt.

Die Suche nach dem Laichgebiet blieb noch lange Zeit erfolglos und ist bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen. Der dänische Biologe Johannes Schmidt begann 1904 der Erforschung der Aalwanderung. Königin Louise von Dänemark, die Gemahlin von König Christian IX und die Carlsberg Stiftung förderten und finanzierten seine Expeditionen. Er begann im Mittelmeer und verfolgte die Spur der Glaasaale und Weidenblattlarven bis in den Atlantik zurück. Aus der Ähnlichkeit aller Larven folgerte Schmidt, dass sie der gleichen Art angehören mussten. Je westlicher er kam, desto kleinere „Leptocephali“ gingen ihm ins Netz. Im Jahre 1922 kreuzte er südlich von Bermuda in der Sargassosee. Dort gelang es ihm die kleinsten und daher jüngsten Aal-Larven zu fangen.

Verteilung und Größe der Leptocephalus-Larven des Europäischen Aals, Anguilla anguilla

Aus den Ergebnissen seiner Expeditionen rekonstruierte Schmidt den Lebenszyklus und Wanderweg des Europäischen Aals: Die Larven wandern mit dem Golfstrom über den atlantischen Ozean und erreichen nach drei Jahren und einer Größe von etwa fünfundvierzig Millimetern England. Der englische Seeort Epney an der Mündung des Flusses Severn ist berühmt für den massenhaften Fang von Glasaalen. Die Larven wandern von hier den Severn und den dessen Zuflüsse hinauf und überqueren unzählige Hindernisse bis sie schließlich die kleinsten Bäche und Rinnsale erreichen. An ihren Zielgewässern können sie geradezu amphibisch leben: Sie schlängeln sich sogar durch nasses Gras oder wühlen sich durch feuchten Sand.

Im Süßwasser lagern sie Pigmente in die Haut ein und verwandeln sich in braune so genannte „Elvers“. Sie essen nun Krebstiere, Würmer und Insekten. Nach 10 bis 14 Jahren erreichen die Aale eine Länge von sechzig bis achtzig Zentimetern. Wegen ihrer in diesem alter goldgelben Färbung werden sie dann auch Gelbaale genannt. Im Juli zieht der instinktive Wandertrieb die geschlechtsreifen Tiere zurück ins Meer zu ihren Laichplätzen. Die Aalwanderung in der Ostsee durch die dänischen Belte war die Basis für eine große traditionelle Fischerei mit ihren charakteristischen Netzen (Bundgarn).

Erwachsene Aale bewältigen eine bis zu fünftausend Kilometer weite Reise bis zu ihren Laichgründen nördlich der Antillen, Haiti und Puerto Rico. Wenn Sie die Flüsse verlassen und den Atlantik erreichen bilden sie ihren Verdauungstrakt zurück. Sie sind dann alleine auf ihre vorhandenen Energiereserven angewiesen. Ihr Körper erfährt noch weitere drastische Veränderungen: Zum Beispiel werden die Augen vergrößert. Auch die Farbe der Haut verändert sich. Sie wird silbrig reflektierend. Durch die Reflexion werden die Fische aus bestimmten Winkeln von Fressfeinden nicht mehr gesehen und sind daher besser getarnt.

Der deutsche Biologe Friedrich-Wilhelm Tesch unternahm einige Versuche die Aalwanderung mit Telemetrie zu verfolgen. Seine Expeditionen gingen entlang der Ostseeküste, vorbei an den Küsten Norwegens und Englands. Die Sender-Signale verloren sich schließlich am Kontinentalhang. Die Batterien waren verbraucht und konnten die Sender nicht ausreichend lange mit Strom versorgen. Nach Ansicht von Joh. Schmidt kann man im Ozean mit einer Wandergeschwindigkeit von 15 Kilometer pro Tag rechnen, so dass für die Strecke zur Sargasso See 140 bis 150 Tage benötigt wird, wenn er um Schottland wandert und 165 bis 175 Tage wenn er den Weg durch den Kanal nimmt. Auch auf ersten deutschen Sargasso-See Expedition [1979] - die ebenfalls Tesch leitete - wurden keine laichreifen Aale gefunden.

Auch den Tauchexpeditionen der 1990er-Jahre des Zoologen und Konrad-Lorenz-Schülers Hans Fricke, der als ersten den Quastenflosser Latimeria filmte, blieb bisher der große Erfolg versagt. Die so genannte "Seamount"-Hypothese, also die Annahme, dass die Aale sich an unterseeischen Bergen versammeln um sich zu paaren, konnte Fricke nicht durch Beobachtung belegen. Allerdings konnten Echolotmessungen in der Nähe des Marianengrabens zeigen, dass um unterseeische Berge am vermuteten Paarungsort der Japanischen Aale Anguilla japonica um Neumond herum dichte Konzentrationen, offensichtlich von Fischkörpern, nachweisbar waren. Ob das die schwärmenden Aale sind, konnte bisher nicht überprüft werden.

Das Wissen über das Leben der europäischen Aale in offener See beruht daher weitgehend auf dem Fund von drei Tieren, die in den Mägen eines Tiefseefischs und von Walen vor Irland und den Azoren gefunden wurden.

Der Japaner Katsiumi Tsukamoto, der mit Fricke schon in späten 1990ern zusammen über Aale arbeitete, veröffentlichte im Februar 2006 in der Fachzeitschrift Nature die Hypothese, dass er den Laichplatz des Japanischen Aals gefunden habe. Er fand vier bis 6,5 Millimeter große Weidenblattlarven westlich des Suruga Rückens im südlichen Abschnitt des Marianengrabens. Durch DNA-Analyse konnte er die Larven dem Japanischen Aal eindeutig zuordnen. Tsukamoto nimmt an, dass der Fundplatz der Larven auch der Laichplatz sei: Nur hier herrschten für die Larven günstige Seeströmungen. Willem Dekker vom Niederländischen Intstitut für Fischereikunde (RIVO) kritisierte Tsukamotos Argumentation, da entscheidende Nachweise fehlen: Im untersuchten Gebiet wurde bisher noch kein einziger erwachsener Aal gefunden - die Eier hätten also auch an völlig anderer Stelle gelegt werden können. Weiterhin hätte Tsukamoto sich von seinen Erwartungen leiten lassen und daher versäumt, auch an anderen Orten nach Larven zu suchen.

Zukunft der Aale

Glasaal auf dem online in situ Mikroskop des Longterm Ecological Observatory Projektes

Noch 1984 wurde der Aal als „nicht gefährdet“ eingestuft. Allerdings ist schon seit den 1980er Jahren ein starker Zurückgang der Glasaale im Frühjahr fest zu stellen. Auch aus anderen Gebieten (Frankreich, Nordamerika, Asien) kommen seit dieser Zeit ähnliche Meldungen.

Schon immer wurde der Aal wegen seines ausgezeichneten, grätenlosen und fettreichen Fleisches als Speisefisch geschätzt und geangelt. Allerdings ist hier eine zunehmend ausbeuterische Praxis zu beobachten. Da es noch immer nicht gelungen ist, Aale zu züchten, können Besatzmaßnamen nur mit andernorts gefangenen Glasaalen erfolgen. Diese gelten in vielen Ländern, darunter Frankreich und Japan, als Delikatesse.

In Europa kann bereits seit 1997 die Nachfrage nach Glasaalen nicht mehr gedeckt werden. Händler aus Asien kaufen noch lange vor der „Ernte“ den gesamten Fang, wobei Preise von 1000 Euro/kg keine Seltenheit sind. Das traditionelle „Aal-Besatz-Programm“ kann damit nicht länger konkurrieren.

In Europa werden pro Jahr circa 25.000 Tonnen adulter Aal konsumiert, in Japan über 100.000 Tonnen. Zwar werden beispielsweise in Japan enorme Summen an Forschungsgeldern ausgegeben, um Aale künstlich aufzuziehen, bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Dabei werden Aalweibchen durch Hormongabe zur Eierproduktion angeregt. Alle Bemühungen scheiterten bis jetzt an der Aufzucht der Larven. Es ist noch nicht bekannt, wovon sie sich ernähren.

Die schlechte Wasserqualität kann verantwortlich für einen schlechten Allgemeinzustand der Aale sein, der sie besonders anfällig für Parasiten macht, wie beispielsweise eine aus Ostasien eingeschleppte Nematodenart (Anguillicola). Diese nistet sich in der Schwimmblase ein und beeinträchtigt das hydrostatische Organ (Wuertz et al. 1996). Ein befallener Aal hat kaum Aussichten, den Atlantik lebend zu überqueren.

Außerdem lagern sich im Laufe ihres Lebens aufgenommenen Schwermetalle und Giftstoffe in ihrem Fettgewebe an und werden während ihrer Reise frei (wo sie ja von ihren Fettreserven leben). Dadurch sinkt die Fruchtbarkeit der Tiere drastisch, weil ihre Geschlechtsorgane und damit ihre Fortpflanzungszellen erst in dieser Zeit gebildet werden. Der Aal ist davon nicht nur besonders betroffen, weil er besonders fett ist, sondern auch, weil er im Schlamm am Boden lebt, wo sich die Schadstoffe besonders angehäuft haben – und die in den letzten Jahren zunehmend verbesserte Wasserqualität der Flüsse weniger Wirkung zeigt.

Um den Versuch der Atlantiküberquerung aber überhaupt unternehmen zu können, muss ein Aal zunächst ins Meer gelangen. Viele Flüsse werden zur Wanderzeit der Aale mit sogenannten Aalhamen völlig abgesperrt, und alle Aale werden abgefischt. In anderen Fällen werden Flusskraftwerke für Aale (und andere Fische) zum unüberwindlichen Hindernis.

In Europa und anderen Gebieten der Welt ist der Bestand der Aale daher stark gefährdet.

Arten

  • Europäischer Aal (Anguilla anguilla) Linnaeus, 1758
  • Kurzflossen Aal (Anguilla australis) Richardson, 1841
  • Anguilla bengalensis Gray, 1831
  • Anguilla bicolor McClelland, 1844
  • Celebes-Aal (Anguilla celebesensis) Kaup, 1856
  • Neuseeland-Aal (Anguilla dieffenbachii) Gray, 1842
  • Anguilla interioris Whitley, 1938
  • Japanischer Aal (Anguilla japonica) Temminck & Schlegel, 1847
  • Anguilla malgumora Kaup, 1856
  • Indopazifischer Aal (Anguilla marmorata) Quoy & Gaimard, 1824
  • Anguilla megastoma Kaup, 1856
  • Anguilla mossambica Peters, 1852
  • Anguilla nebulosa McClelland, 1844
  • Anguilla obscura Günther, 1872
  • Anguilla reinhardtii Steindachner, 1867
  • Amerikanischer Aal (Anguilla rostrata) Le Sueur, 1821

Evolution

Die heutigen Flussaale lassen sich seit dem Miozän nachweisen. Fossilien fand man unter anderm bei Öhningen in Württemberg. [1]

Übertragene Bedeutung

In der Sprache der Kriegsmarine bezeichnet „Aal” einen Torpedo.

Siehe auch

Literatur

  • F.-W. Tesch: Der Aal. ISBN 3800145634
  • H. Fricke, R. Kaese: Tracking of Artifically Matured Eels (Anguilla anguilla) in the Sargasso Sea and the Problem of the Eel's Spawning Site. In: Naturwissenschaften 82, S. 32-36, 1995
  • H. Fricke: "Die Welt der Aale." ZDF 1997
  • H. Fricke, K. Tsukamoto: Seamounts and the Mystery of Eel Spawning. In: Naturwissenschaften 85, S. 290-291, 1998
  • J. Aoyama, K. Hissmann, T. Yoshinaga, S. Sasai, T. Uto, H. Ueda: Swimming Depth of Migrating Silver Eels (Anguilla anguilla) Released at Seamounts of the West Mariana Ridge, Their Estimated Spawning Site. In: Marine Ecology Progress Series 186, S. 265-269, 1999
  • K. Tsukamoto: Oceanic Biology: Spawning of Eels Near a Seamount" In: Nature 439, S. 929, 2006 .doi:10.1038/439929a

Einzelnachweise

  1. K. A. Frickinger: Fossilien Atlas Fische. Mergus-Verlag, Melle, 1999, ISBN 3-88244-018-X

Weblinks


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