Blankfein

Lloyd Craig Blankfein (* 1954 in Brooklyn, New York) ist ein amerikanischer Bankmanager. Er ist der Chief Executive Officer (CEO) und Präsident der amerikanischen Bank Goldman Sachs. Er gilt als einer der einflussreichsten Bankiers der Welt. Blankfein ist verheiratet mit der ehemaligen Anwältin Laura.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Studium

Blankfein wuchs als Sohn eines Postangestellten in Sozialwohnungen in Brooklyn auf. Er studierte als einziger aus seiner Familie und schloss sein Studium der Rechtswissenschaft an der Harvard University ab, die er noch heute finanziell unterstützt. Das Studium finanzierte er mit Stipendien und Krediten.

Aufstieg bei Goldman Sachs

1981 bewarb er sich bei Goldman Sachs, doch wurde er zunächst nicht eingestellt. Er arbeitete als Fachanwalt für Steuerrecht für die Firma Donovan, Leisure, Newton & Irvine. Stattdessen kam er durch die Hintertür ins Haus, denn Goldman Sachs kaufte seinen Arbeitgeber J. Aron & Co. auf, einen Spezialisten für Gold- und Rohstoffhandel.

2004 wurde er zum Vize-Präsidenten von Goldman Sachs befördert, womit er hinter dem späteren Finanzminister Henry M. Paulson Jr. zum zweiten Mann bei Goldman Sachs aufstieg. Zu dieser Zeit beherrschte ein Trio aus Paulson und den Co-COOs und Präsidenten John A. Thain und John L. Thornton das Unternehmen. Ihre Geschäftstätigkeit umfasste allein 2003 Abschlüsse von 393,4 Milliarden Dollar (Mergers & Acquisitions). Doch Thornton trat im März 2003 zurück und wurde Professor an der Tsinghua-Universität in Beijing, Thain wurde Chef der New York Stock Exchange im Dezember desselben Jahres. Blankfeins Abteilung wurde hingegen zur erfolgreichsten im Haus und trug bald über ein Drittel der Einnahmen bei (5,6 Milliarden). Er selbst verdiente 2003 rund 20 Millionen Dollar.

Als 2006 Paulson von Präsident George W. Bush zum Finanzminister berufen wurde, rückte Blankfein ohne Widerstand nach.

Kreditkrise

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2007 unterstützte Blankfein Hillary Clinton in ihrer Bewerbung für die offizielle Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei, ebenso wie sein Kollege John Mack von Morgan Stanley. Clinton scheiterte jedoch gegen Barack Obama. Im Juli 2007 wurde der Öffentlichkeit klar, dass sich eine Kreditkrise anbahnte. Diese begann zunächst mit der so genannten Subprime-Krise, denn Kredite an Hauskäufer mit niedriger Bonität konnten angesichts steigender Zinsen nicht mehr bedient werden.

Im Oktober 2007 schätzte Bankfein die Finanzkrise als überwunden ein.[1] Trotz der sich verstärkenden Krise stieg sein Bonus um 25 % auf 67,9 Millionen Dollar.[2] Im Juni 2008 veröffentlichte GS seine Bilanzen und überraschte die meisten Analysten mit einem Gewinn fast in Vorjahreshöhe von 2,09 Milliarden Dollar (Vorjahr 2,33 Milliarden) - trotz der Finanzkrise.

Die US-Bürger haben zwei „Säulen“ für ihre Altersvorsorge, das eigene Haus und den Pensionsfonds, wobei dieser oft ein Firmenpensionsfonds ist. Letztere haben, nachdem der Häusermarkt eingebrochen ist, ebenfalls starke Einbußen zu verkraften.[3]

Die Investmentbanken stürzten letztlich über die Immobilienkrise, auch GS, denn sie litten darunter, dass zahlreiche Hausbauer ihre Kredite wegen steigender Zinsen nicht zurückzahlen konnten. Den Hausbauern wiederum fehlte zugleich der Ansprechpartner für ihre Kredite faktisch, weil der ihn auf verschiedenen Wegen weiterverkauft hatte. Da alle Banken an Systemen der Risikoweitergabe beteiligt waren, brachte dies das gesamte System ins Wanken. Zahlreiche Banken wurden inzwischen verstaatlicht, so genannte Rettungspakete aus Garantien und Rücklagen wurden initiiert und in Eilverfahren durch die Parlamente gebracht. Die Wirkung bleibt abzuwarten.

So sahen sich sowohl Morgan Stanley als auch Goldman Sachs im September 2008 gezwungen, ihren Status als Investmentbanken aufzugeben. Sie sind inzwischen reine Geschäftsbanken (Bank holdings). Damit unterliegen sie der direkten Aufsicht der Notenbank Federal Reserve. Ihre Bücher werden also nicht mehr von der SEC, sondern von der Fed geprüft. „Das Geld soll verstärkt von Privatkunden und weniger über kurzfristige Anleihen kommen, wie sie zur Finanzierung der als Giftmüll bezeichneten kreditbesicherten Wertpapiere ausgegeben wurden.“ hieß es im Manager Magazin vom 22. September. Nachdem Bear Stearns und Lehman Brothers kurz vor dem Konkurs gekauft, bzw. Konkurs gegangen waren und Merrill Lynch von der Bank of America übernommen worden war, gibt es von den fünf Finanzbanken keine einzige mehr.

Mit dem Ende dieser „Broker Dealer“ ist das Bankensystem untergegangen, das 1933 als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise entstanden war. Damals wollte man mit dem Glass-Steagall-Act die Einlagen der Sparer vor verlustreichen Spekulationen, wie sie zum Crash von 1929 beigetragen hatten, schützen, indem man Geschäfts- und Finanzbanken getrennt hatte. Zwar wurde diese Trennung bereits 1999 formal wieder aufgehoben, doch bestand sie de facto fort.

Zusätzlich soll die Eigenkapitalquote der ehemaligen Finanzbanken auf das Niveau der Geschäftsbanken gehoben werden, diese wiederum erhalten Zugang zur Finanzierung durch die die Fed. Dennoch werden die Unterschiede nicht ganz engeebnet, denn Goldman Sachs agiert weiterhin als Fusionsberater, Co-Investor und Asset-Manager. Blankfein meinte: „Wir glauben, dass Goldman Sachs unter der Aufsicht der Fed als eine noch sicherere Institution mit einer außergewöhnlich sauberen Bilanz angesehen wird.“

Unter dem Dach seiner Tochter GS Bank USA will GS 20 Milliarden Dollar Einlagen von Kunden anziehen und wohl auch Banken kaufen. Insgesamt verfügt die Bank über 36 Milliarden Dollar Einlagen. Im September 2008 veröffentlichte die New York Times eine Liste der Finanzbankiers mit ihren Aktienanteilen an den eigenen Unternehmen, und verglich dabei deren Wert im Januar 2007 mit dem zu dieser Zeit aktuellen. Blankfeins Anteil an Goldman Sachs hatte demnach seinen Wert von 405,6 Millionen auf 291 Millionen Dollar vermindert.

Offenbar nahm Blankfein bei der kleinen Runde teil, an der sich auch sein ehemaliger Vorgesetzter Paulson beteilligte, die für die Rettung des größten amerikanischen Versicherungsunternehmens American International Group verantwortlich war, und bei der Goldman Sachs wohl rund 20 Milliarden investiert hat.[4] Mit 85 Milliarden wollte man AIG aus der Krise helfen. Auch bei einem Treffen am 14. Oktober bei dem der Finanzminister sich mit Lloyd Blankfein, John Mack (Morgan Stanley), Vikram Pandit (Citigroup), Jamie Dimon (JP Morgan) und Ken Lewis (Bank of America) beriet, und in dem staatliche und private Maßnahmen zur Lösung der Krise beraten wurden, zeigte sich das Übergewicht der GS.

Quellen

  1. Nach ecolot
  2. Torsten Holtz: Debatte um Spitzengehälter: Verdi-Chef fordert höhere Steuern, Münchner Merkur, 24./25./26. Dezember 2007.
  3. Vgl. Lara Moscrip: Pension plans suffer huge losses. Report says weak markets, credit crunch have drained $280 billion from plans of largest U.S. companies, CNNMoney.com 8. Juli 2008
  4. So berichtet die New York Times: Gretchen Morgenso: Behind Insurer’s Crisis, Blind Eye to a Web of Risk, 27. September 2008.

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