Blasheim
Blasheim
Stadt Lübbecke
Koordinaten: 52° 19′ N, 8° 35′ O52.3166666666678.583333333333340Koordinaten: 52° 19′ 0″ N, 8° 35′ 0″ O
Höhe: 40–50 m ü. NN
Fläche: 6,07 km²
Einwohner: 1.473 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Jan. 1973
Postleitzahl: 32312
Vorwahl: 05741
Karte

Lage von Blasheim in Lübbecke

Blasheim ist ein Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Lübbecke im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bodennutzung, Siedlungen und Landschaften in Blasheim

Blasheim liegt am Nordhang des Wiehengebirges. Nördlich von Blasheim liegen Espelkamp sowie der Mittellandkanal. Im Osten befindet sich Lübbecke-Kernstadt und im Nordwesten der Ortsteil Alswede. Die Fläche der Altgemeinde Blasheim betrug 21,38 km². Nach Ausgliederung von Obermehnen und Blasheim ist der heutige Stadtteil rund 6 km² groß. Dies bedeutet eine Bevölkerungsdichte von rund 245 Einwohnern pro km². In der Gesamstadt Lübbecke kommen durchschnittlich 400 Einwohner auf einen km².

Geschichte

In einer Urkunde des Mindener Bischofs Milo (969–996) wird Blasheim das erste Mal erwähnt, zusammen mit sieben weiteren Höfen. Der Ortsname von Blasheim hat sich gewandelt: Von Blesnon 969, über Blassum 1244, Blasne 1332 und Blassen 1493. Der Name hängt wahrscheinlich mit Blesse (= heller Fleck) zusammen. Blasheim heißt dann soviel wie Siedlung auf einer Waldlichtung[1].

Genauso wie in anderen Ortsteilen Lübbeckes lässt sich in Blasheim grundherrschaftliches Eigentum der Grafen von Tecklenburg nachweisen, die im Mittelalter über die Region verfügten. Sie gelten auch als die Stifter der Marienkirche Blasheim, deren Bau 1514 vollendet war.

Im Jahre 1491 wurde vom Mindener Bischof Heinrich von Schauenburg dem Sprengel Blasheim, zusammen mit den Bauernschaften Stockhausen, Eikel, Obermehnen und Knöttinghausen, das volle Pfarrrecht zugesprochen.

Aus dem Fest zur Weihung der Marienkirche ging der Blasheimer Markt hervor, der besonders in den frühen Septembertagen sehr beliebt ist, da in dieser Zeit Mariä Geburt gefeiert wird.

Im Jahr 1910 wurde die Blasheimer Marienkirche durch ein Südschiff erweitert und bekam eine Restaurierung. Sehenswert ist heute der spätgotische Apostelaltar der Kirche. Über Jahrhunderte bildete Blasheim mit den Bauerschaften Obermehnen im Süden und Stockhausen im Norden eine politische Einheit, dann wurde am 1. Januar 1973 die ehemals wesentlich größere Gemeinde Blasheim in die Stadt Lübbecke eingemeindet.[2]

Der Titularstadtteil Blasheim ist in gewisser Weise in doppelter Hinsicht ein Verlierer dieser Gebietsreform, denn die einst einwohnerstärkste Gemeinde des alten Amtes Preußisch Oldendorf, damals flächengrößer als die alte Stadt Lübbecke, "verlor" die einst gemeindeangehörigen Bauerschaften Obermehnen und Stockhausen, die selbst nun je einen eigenen Lübbecker Stadtteil bilden. Umso schmerzlicher wiegt, dass den nun zu Stadtteilen erhobenen Stockhausen und Obermehnen sehr großzügig Umland, und das wohlgemerkt ausschließlich zu Lasten der Altgemeinde Blasheim, zugeschlagen wurde. Obermehnen zum Beispiel, eigentlich nur ein peripher gelegendes Dorf am fernen Wiehengebirgshang, reicht nun formal bis in die Dormitte Blasheims, quasi bis auf Rufweite zur Blasheimer Kirche heran, weil man bei der Gemeindereform die Grenzziehung nicht im Zuge alter Flur- oder Gewanngrenzen, sondern nach dem Verlauf der querenden Bundesstraße zog. Der heutige Stadtteil Blasheim umfasst daher nur noch ein Drittel der Fläche der Altgemeinde. Bestimmte zentrale Funktionen füllt Blasheim für die Ortsteile Stockhausen und Obermehnen, hier insbesondere für "Unterortsteil" Untermehnen, bei der Infrastruktur immer noch aus. Exemplarisch seien hier der Bereich der Kirchengemeinde mit Kirche, Gemeindehaus und Friedhof, die Grundschule und der Kindergarten genannt.

Politik

Blasheim
  • Der Ortsvorsteher von Blasheim ist Manfred Muth.

(Stand Juli 2008)

Sport

In Blasheim gibt es den Turn- und Fußballverein BSC Blasheim 1894 e.V. mit einer Herren- und einer Damenmannschaft.

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Blasheim (Hrsg.): 1000 Jahre Gemeinde Blasheim, Blasheim, Minden 1969, S. 11f.
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.

Weblinks


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