Blau-Weiß Reichenbach

Der Reichenbacher FC ist ein Fußballklub in der vogtländischen Stadt Reichenbach.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Der FC wurde 1995 als eingetragener Verein gegründet. Er unterhält vier Männer- und sieben Jugendmannschaften sowie jeweils eine Frauen- und eine Mädchenfußballmannschaft (Stand 2008). Dem Verein stehen das städtische Stadion am Wasserturm und die ebenfalls in städtischer Trägerschaft stehende Sporthalle an der Cunsdorfer Straße zur Verfügung. Das 2006 komplett sanierte Stadion fasst 2000 Zuschauer, verfügt über einen Naturrasen- und einen Kunstrasenplatz und ist mit Flutlicht und einer Leichtathletiklaufbahn ausgestattet.

Geschichte

Die Anfänge des Reichenbacher FC reichen bis in die Nachkriegszeit der 1940er Jahre zurück. Nachdem durch die sowjetische Besatzungsmacht alle Sportvereine verboten worden waren und danach anfangs Sportbetrieb nur durch locker organisierte Sportgemeinschaften auf lokaler Ebene gestattet wurde, entstand in Reichenbach die SG Reichenbach, deren Fußballspieler in den folgenden Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielten. Um 1950 wurde die SG im Rahmen der Einführung des ostdeutschen Betriebssportgemeinschafts-Systems unter der Trägerschaft der kommunalen Verwaltungseinrichtungen in die BSG Einheit umgewandelt. Mithilfe der damit geschaffenen soliden ökonomischen Basis konnte sich die BSG-Sektion Fußball sportlich weiter entwickeln und stieg 1962 in die damals viertklassige Bezirksliga Karl-Marx-Stadt auf. Dort wurde sie auf Anhieb Bezirksmeister und qualifizierte sich damit für die II. DDR-Liga. Hier erreichte sie in der folgenden Saison 1962/63 als Neuling einen respektablen vierten Platz, musste aber anschließend wieder in die Bezirksliga zurück, da die II. DDR-Liga aufgelöst wurde.

Nicht nur in der II. DDR-Liga schlugen sich die Reichenbacher ordentlich, die Mannschaft machte als Drittligist auch im Wettbewerb um den DDR-Fußballpokal von sich reden. Nach Siegen über zwei Bezirkspokalsieger und den Viertligisten Motor Suhl kam die BSG Einheit bis in die 3. Hauptrunde, wo sie sich erst nach Verlängerung gegen den Oberligaabsteiger Lok Stendal mit 1:2 geschlagen geben musste.

In den folgenden Jahren belegte Einheit Reichenbach jeweils vordere Ränge in der Bezirksliga. Nachdem 1966 die Rechtsträgerschaft über die BSG auf örtliche Betriebe erweitert wurde, wandelte sich die BSG Einheit in die SG Blau-Weiß Reichenbach um. Unter dieser Bezeichnung wurde die Fußballmannschaft 1967 Staffelsieger der Bezirksliga, unterlag im Kampf um die Bezirksmeisterschaft jedoch der 2. Mannschaft des FC Karl-Marx-Stadt in zwei Spielen mit 1:2 und 1:1.

1968 wurde die SG Blau-Weiß, die ein Jahr zuvor in die viertklassige Bezirksklasse abgestiegen war, Bezirkspokalsieger und zog damit in den DDR-Pokal-Wettbewerb 1968/69 ein. Dort schaltete sie in der 1. Runde den Zweitligisten FSV Lok Dresden mit einem 2:1-Heimsieg aus und scheiterte in der folgenden Zwischenrunde erst nach einem Wiederholungsspiel mit 1:1 und 0:2 am Zweitligisten Motor Eisenach.

Nach vier Jahren in der Bezirksklasse gelang Blau-Weiß 1981 noch einmal für zwei Spielzeiten der Aufstieg in die Bezirksliga, anschließend spielte die Mannschaft bis zum Ende des DDR-Fußballs wieder in der Bezirksklasse. Nach Einführung des DFB-Spielbetriebs in Ostdeutschland wurde die SG Blau-Weiß, inzwischen in einen bürgerlichen Verein umgewandelt, 1991 in die damals fünftklassige Bezirksliga Chemnitz eingegliedert. Dort verblieb sie bis zum Ende der Saison 1994/95. Mit dem 16. und letzten Platz musste die Mannschaft in die Bezirksklasse absteigen. Dies wurde von der Fußballabteilung der SG Blau-Weiß zum Anlass genommen, sich neu zu organisieren, und es wurde der eigenständige Reichenbacher Fußballclub gegründet. Dieser erreichte 1999 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga Chemnitz, seit 2008 die 7. Liga im DFB-Spielbetrieb.

Ligenübersicht

BSG Einheit
bis 1961 Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt 5. Liga
1961/62 Bezirksliga Karl-Marx-Stadt 4. Liga
1962/63 II. DDR-Liga 3. Liga
1963–1966 Bezirksliga Karl-Marx-Stadt 3. Liga
SG Blau-Weiß
1966–1977 Bezirksliga Karl-Marx-Stadt 3. Liga
1977–1981 Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt 4. Liga
1981–1983 Bezirksliga Karl-Marx-Stadt 3. Liga
1983–1991 Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt 4. Liga
1991–1995 Bezirksliga Chemnitz 5./6. Liga
Reichenbacher FC
1995–1999 Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt 7. Liga
seit 1999 Bezirksliga Chemnitz 6./7. Liga

Personen von besonderer Bedeutung

Hans Speth, 232 DDR-Oberligaspiele, 1 A-Länderspiel, von 1967 bis 1971 Fußballtrainer bei Blau-Weiß

Weblinks

Internetauftritt des Reichenbacher FC


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • SSV Blau-Weiß Gersdorf — Der SSV Blau Weiß Gersdorf ist ein Sportverein aus Gersdorf. Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Einzelne Sportarten 2.1 Faustball 2.2 Fußball …   Deutsch Wikipedia

  • Reichenbach (Lahr) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Einheit Reichenbach — Der Reichenbacher FC ist ein Fußballklub in der vogtländischen Stadt Reichenbach. Inhaltsverzeichnis 1 Struktur 2 Geschichte 3 Ligenübersicht 4 Personen von besonderer Bedeutung 5 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Motor Reichenbach — Die BSG Motor Reichenbach war eine Betriebssportgemeinschaft in der westsächsischen Stadt Reichenbach im Vogtland. Motor Reichenbach war die Betriebssportgemeinschaft des Reichenbacher Naben und Kupplungswerk VEB Renak. Zeitweise trug die BSG… …   Deutsch Wikipedia

  • Reichenbacher FC — Der Reichenbacher FC ist ein Fußballklub in der vogtländischen Stadt Reichenbach. Inhaltsverzeichnis 1 Struktur 2 Geschichte 3 Ligenübersicht 4 Personen von besonderer Bedeutung …   Deutsch Wikipedia

  • FDGB-Pokal 1968/69 — Der 18. Wettkampf um den FDGB Fußballpokal fand in der Saison 1968/69 statt. In der ersten Pokalrunde traten 46 Mannschaften an: 15 Bezirkspokalsieger*, 29 DDR Ligisten und die zwei Oberligaabsteiger – jeweils nach dem Stand der Fußballsaison… …   Deutsch Wikipedia

  • Hans Speth — (* 6. Juli 1934 in Halberstadt) war deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer in der DDR. Inhaltsverzeichnis 1 Oberligaspieler 2 Nationalspieler 3 Trainer …   Deutsch Wikipedia

  • Vasile Florea — Vasile Gheorghe Florea (* 25. Oktober 1967 in Craiova, Kreis Dolj) ist ein rumänischer Tischtennisspieler und trainer. Er nahm an acht Weltmeisterschaften teil. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Ergebnisse aus der ITTF Datenbank 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Nonstop-Triathlon — Logo vom Nonstop Triathlon Baunach …   Deutsch Wikipedia

  • Lahr/Schwarzwald — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”