Blauburgunder
Spätburgunder-Traube

Der Spätburgunder, auch frz. Pinot Noir, ital. Pinot Nero, Blauburgunder oder Schwarzburgunder genannt, ist eine bedeutende und qualitativ sehr hochwertige Rebsorte für Rotwein. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. Er ist der klassische Rote der kühleren Weinbaugebiete wie zum Beispiel des Burgund, aber auch fast aller deutschen Gebiete. Der Spätburgunder ist ferner eine wichtige Rebsorte für den Champagner. Die Alterung der Spätburgunder Weine ist nur schwer vorauszusagen und somit riskant. Spitzenweine aus dem Burgund können jedoch sehr langlebig sein und entwickeln dann außerordentlich komplexe Aromen. Im Allgemeinen verliert der Wein jedoch seinen Charme.

Der Name „Pinot“ ist möglicherweise dem französischen Wort für Fichtenzapfen („pin“) entlehnt und hängt somit mit der Form der Traube zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die populärsten Spätburgunder-Weine stammten bis Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Burgund, wo er vermutlich schon von den Römern angebaut wurde. In De re rustica beschreibt der altrömische Schreiber Columella eine Rebsorte, die dem heutigen Spätburgunder zugeordnet werden könnte. [1] [2]

Der Spätburgunder scheint in fast direkter Line von einer Wildrebe abzustammen. Die bekannte Biologin Carole Meredith schließt dies aus umfangreichen Genanalysen, die sie in den 1990er Jahren durchführte. Tatsächlich wuchsen bis zur Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts auch Wildreben bis im äußersten Norden Frankreichs. Die Analysen Merediths zeigen eine grundsätzliche Verschiedenheit zu den im Süden Frankreichs vorherrschenden Sorten, die vermutlich von den Griechen ins Land gebracht wurden..[3]

Die frühere Erklärung Ferdinand Regners[4], Pinot noir sei eine spontane Kreuzung des Schwarzriesling mit Traminer, konnte nicht bestätigt werden. Vielmehr ist der Schwarzriesling eine spätere Mutation des Spätburgunders. [5]

Nach Deutschland (Bodman-Ludwigshafen am Bodensee) wurde die Sorte im Jahr 884 durch Kaiser Karl III. als „Clävner“ eingeführt. In Baden wurde die Sorte daher lange als „Clevner“ oder „Klevner“ bezeichnet.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißlich hellgrün behaart. Die Jungblätter sind anfangs spinnwebig behaart um danach fast unbehaart zu sein.
  • Die mittelgroßen dunkelgrünen Blätter sind rundlich, meist ganz oder schwach dreilappig, selten jedoch schwach angedeutet fünflappig. Die Stielbucht ist V-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die walzenförmige Traube ist selten geschultert, mittelgroß und dichtbeerig. Die rundlichen bis ovalen Beeren sind mittelgroß und von dunkelblauer bis violettblauer Farbe. Die Schale der Beere ist dünnhäutig bis mittelstark.

Der Spätburgunder treibt mittelfrüh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Ihn zeichnet jedoch bei guter Holzreife eine gute Winterfrosthärte aus.

Es handelt sich um eine weinbaulich eher schwierige Rebsorte. Die dünnhäutigen Früchte verlangen eine sehr feinfühlige Bearbeitung, da durch Verletzungen der Schale ihr Saft zu früh freigesetzt wird. Außerdem reagieren sie stark auf Klimaschwankungen (Hitze/Kälte). In kühlen Weinbaugegenden sollten nur Winzer, die über beste südseitige Hanglagen mit fruchtbaren, warmen und genügend kalkhaltigen Böden verfügen, an die Anpflanzung dieser Sorte denken. Sie ist anfällig gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau. Des Weiteren neigt sie zu Chlorose, Rohfäule und Virusbefall. Durch Klonselektion konnten einige dieser Probleme reduziert werden, neuere Klone aus Geisenheim, Freiburg und Weinsberg haben weniger Probleme mit Fäulnis, da die Schale der Beeren etwas stärker ist. Die aus ihnen gewonnenen Weine weisen aber auch etwas andere sensorische Eigenschaften auf.

Verbreitung

Aufgrund seiner geschmacklichen Qualität und seines feinen Duftes findet der Spätburgunder trotz der Probleme beim Anbau wieder zunehmend Beachtung; nicht nur in Frankreich, wo sich die Rebfläche innerhalb der letzten 50 Jahre verdreifachte und in Deutschland, sondern auch in Übersee, so in Australien, Kalifornien, wo man die erforderlichen kühlen Anbaugebiete wie in Oregon erschlossen hat.. In Südafrika hat man erfolgreich kühlere Küstenregionen bestockt. In Neuseeland werden hochwertige Spätburgunder z. B. in Canterbury, Hawke’s Bay, Marlborough, Wairarapa und Central Otago hergestellt.

Frankreich

Hauptartikel: Weinbau in Frankreich

Das Mutterland der Rebsorte verfügt über eine bestockte Rebfläche von 26.337 Hektar (Stand 2005) . An der Côte d'Or im Herzen Burgunds ist er die einzig zugelassene rote Rebsorte zur Erzeugung von Qualitätsweinen. Bereits der erste Herzog von Burgund, Philipp der Kühne (1363 - 1404) erkannte den kommerziellen Wert des Weines für den Export und bemüht sich um eine Vermarktungsstrategie. Unter anderem ließ er den Anbau von Gamay mit dem Argument der Schädlichkeit für die menschliche Gesundheit per Dekret verbieten. Außerdem verbot er die Düngung der Weinberge, da offensichtlich die Erträge viel zu hoch waren. Einige Historiker sehen in dieser Zeit das Fundament einer erfolgreichen Strategie der Herzöge von Burgund, den Burgunder an den Königshöfen Europas als den besten Wein Europas zu positionieren. Bekannt ist auch das Anbaugebiet der Côte Chalonnaise, wo auch im Verschnitt mit dem Gamay der Bourgogne Passetoutgrains entsteht. Angebaut wird er auch im Elsass.

Obwohl der Wein im Alter seinen speziellen Charme verliert, können an der Côte d’Or Weine mit hervorragendem Alterungspotential entstehen. Die besten Weingüter stellen häufig nur kleine Mengen ihrer hochwertigen Erzeugnisse her. Aufgrund des internationalen Bekanntheitsgrads entstehen Versorgungsengpässe, die zu sehr hohen Verkaufspreisen führen.

In der Champagne ist der Pinot Noir mit einem Anteil von 38% noch vor den Rebsorten Chardonnay und Schwarzriesling wichtigster Bestandteil des Champagner. Dazu werden die Trauben gepresst und der gewonnene helle Saft ohne Einmaischung und somit ohne die Schale vergoren, so dass ein Weißwein entsteht. Sortenreiner Schaumwein aus Spätburgunder wird unter der Bezeichnung „Blanc de Noirs“ vermarktet .

In Sancerre, Menetou-Salon und der Touraine werden leichte Rotweine oder Roséweine erzeugt, die in den warmen Sommermonaten mit Genuss gekühlt getrunken werden können.

Im Elsass werden ebenfalls meist leichte Rotweine erzeugt. Im besten Fall können die Weine an den Charakter eines Burgunders anschließen.

Deutschland

Hauptartikel: Weinbau in Deutschland

Die Anbaufläche in Deutschland (Stand: 3. Juli 2006) umfasst 11.807 ha (= 11,6 % der Rebfläche). [6]

In deutschen Anbaugebieten werden mittlerweile Spitzenqualitäten erzielt. Hat man in Deutschland noch in den 1980er Jahren aus Spätburgunder durchweg eher süßliche Weine erzeugt, schwach in Farbe, Körper und Alkohol, so hat sich das Geschmacksbild in den folgenden Jahrzehnten dramatisch verändert. Heute werden auch in Deutschland viele farb-, tannin- und körperreiche, gehaltvolle Rotweine erzeugt, die sich mit den berühmtesten roten Burgundern Frankreichs messen können. Beste Erzeugnisse erreichen aber auch schon jetzt Preise, die sich mit denen des Burgund messen können. Die Weine, die denen aus Burgund am ähnlichsten sind, wachsen in Baden und der Pfalz. Weitere gute Rotweinlagen finden sich in Assmannshausen im Rheingau und an der Ahr. In Baden wird der Spätburgunder auf rund 5.877 ha kultiviert und ist mit rund 37 % die meistangebaute Rebsorte. An der Ahr dominiert sie mit 61,5 % (Stand: 2006). In der der Pfalz wird er auf 1.589 Hektar (Stand 2006) angebaut.

Daneben wird er mit Erfolg auch in Rheinhessen (1.351 Hektar, Stand 2006) und Württemberg (1.252 Hektar, Stand 2006) angebaut.

Neben den Produkten Rot- und Roséwein wird der Spätburgunder auch zu fruchtigem und spritzigem Weißherbst und Blanc de Noirs verarbeitet.

Österreich

Hauptartikel: Weinbau in Österreich

In Österreich ist der Synonymname „Blauburgunder“ gebräuchlich. Die Hauptanbaugebiete konzentrieren sich auf das Burgenland, wo die besten Qualitäten aus den Regionen in der Nähe des Neusiedlersees sowie aus dem Blaufraenkischland stammen. Ein anderer Schwerpunkt ist die Thermenregion. Der Blauburgunder wird in Österreich trocken ausgebaut und häufig im kleinen Holzfass, dem Barrique gelagert. Die Weine erinnern daher meist an die Produkte des Burgunds. Die bestockte Rebfläche liegt bei 409 Hektar.

Schweiz

Hauptartikel: Weinbau in der Schweiz

In der Schweiz weist der Spätburgunder eine Anbaufläche von 4.609 Hektar ( Stand 2004) auf. Hauptanbaugebiete sind die Ostschweiz, das Wallis sowie Regionen am Neuenburger und Bielersee.

Italien

Hauptartikel: Weinbau in Italien

In Italien ist der Anbau der Sorte in insgesamt 44 Provinzen empfohlen. Darüber hinaus ist sie in weiteren 12 Provinzen zugelassen. Der größte Anteil der 3.538 Hektar Rebfläche befindet sich im nördlichen Italien im Piemont, in Südtirol und im Aostatal.

Oregon

Hauptartikel: Weinbau in Oregon

Kalifornien

Hauptartikel: Weinbau in Kalifornien

Im Film Sideways wurde dem kalifornischen Pinot Noir ein kleines Denkmal gesetzt. Im Jahr 2007 wurde eine bestockte Rebfläche von 11.793 Hektar erhoben. [7]

Australien

Hauptartikel: Weinbau in Australien

Der Spätburgunder wurde bisher in als eher kühlen Regionen Australiens wie Yarra Valley, Geelong, die Halbinsel Bellarine Peninsula, Beechworth, Whitlands, South Gippsland, Sunbury und Mornington Peninsula in Victoria, Adelaide Hills in South Australia sowie Tasmanien. Der Erfolg kann aber nicht an die der Nachbarn aus Neuseeland reichen. Die bestockte rebflächeliegt bei 4392 Hektar (Stand 2007) [8]

Kanada

Hauptartikel: Weinbau in Kanada

Qualitätsweine aus Pinot Noir wurden bislang in Ontario auf der Niagara-Halbinsel und speziell in der Weinbauregion Short Hills Bench erzeugt. Die Nordküste des Eriesees ist ebenfalls schon seit längerer Zeit mit dieser Rebsorte bestockt. Später kamen Rebflächen in den Weinbauregionen Okanagan, Lower Mainland und Vancouver Island in British Columbia hinzu.

In den letzten 10 Jahren (Stand 2007) wurden erste Weinberge im Edward County in Ontario angelegt. Pioniere wie Geoff Heinricks basieren ihren Optimismus dabei auf Klima- und Bodenanalysen, die eine weitgehende Übereinstimmung mit dem Bedingungen im französischen Burgund belegen sollen.

England & Wales

Hauptartikel: Weinbau im Vereinigten Königreich Die noch bescheidene Rebfläche von Spätburgunder nimmt beständig zu. Durch den Klimawandel haben gewisse Anbauregionen Südenglands mittlerweile Anbaubedingungen, wie sie vor einigen Jahrzehnten in der Anbauregion Champagne bekannt waren. Erzeuger wie Nyetimber bringen mittlerweile in guten Jahrgängen Schaumweine auf den Markt, die einem gut gemachten Champagner ebenbürtig sein dürften. Sortenrein ausgebaute Stillweine sind hingegen noch sehr leicht und entsprechen eher einem Roséwein, da sich aufgrund der kurzen Vegetationszeit noch nicht genug Farbkomponenten in den Schalen der Beeren bilden.

Moldawien

Hauptartikel: Weinbau in Moldawien

Im 19. Jahrhundert waren große Rebflächen mit dem Spätburgunder bestockt. Die Reblauskatastrophe wie andere Prioritäten während der kommunistischen Ära haben den Anteil der Sorte stark schrumpfen lassen. Die heutigen Weine können noch nicht an einen international hochwertigen Standard reichen. Die Weine lassen Feinheit vermissen und präsentieren sich häufig mit übertriebenem Eichenholz-Geschmack. Mit ausreichend hohen Investitionen verspricht das allgemein vorhandene Potenzial jedoch Qualitätsweine hoher Güte.

Südafrika

Hauptartikel: Weinbau in Südafrika

Im Jahr 2007 wurde eine bestockte Rebfläche von 648 Hektar erhoben. [9]

Chile

Hauptartikel: Weinbau in Chile

Im Jahr 2006 waren insgesamt 1.382 Hektar mit dem Pinot Noir bestockt. [10] Die wichtigsten Anbauregionen waren Valparaiso und Del Maule.

Neuseeland

Hauptartikel: Weinbau in Neuseeland

Der Pinot Noir ist für Neuseelands Weinindustrie wichtiger, als die aktuell bestockte Rebfläche vermuten ließe. Aufgrund des eher kühlen Weinbauklimas war der Spätburgunder eine der wenigen roten Rebsorten, die für einen Anbau in Frage kamen. Dennoch wurden die ersten Bemühungen in den 1970er und 1980er Jahren nicht von Erfolg gekrönt. Die Ursachen lagen dabei eher in der Wahl des Rebmaterials. Zum einen wurde irrtümlich häufig der minderwertigere Gamay gepflanzt und zum anderen war die Klonselektion in Europa noch in vollem Gange und die damals verfügbaren Klone eigneten sich nicht für einen Anbau in Neuseeland. Einziger früher Lichtblick war der St Helena 1984 Pinot Noir aus der Region Canterbury. Die dadurch geschürten Hoffnungen führten zu stark zunehmenden Anpflanzungen in dieser Gegend, konnten jedoch nicht hundertprozentig erfüllt werden obwohl in der Region von Waiparapa einige interessante Weine entstanden.

Ab dem Ende der 1980er Jahre erzeugten die Weingüter Palliser Estate, Martinborough Vineyards, Murdoch James Estate und Ata Rangi sehr interessante Spätburgunder-Weine. Die bei Martinborough am südlichen Ende der Nordinsel gelegenen Rebflächen wurden zuerst auf Schwemmlandböden der Bäche Huangarua und Dry River angelegt. Später wurden auch Hanglagen nördlich der Gemeinde erschlossen.

Anfang der 1990er Jahre wurde der Spätburgunder im Central Otago - Distrikt im Flusstal des Kawarau River angepflanzt. In der vornehmlich für ihr Steinobst bekannten Gegend wurde zwar schon seit 1864 Wein angebaut, doch schienen die klimatischen Bedingungen nicht unbedingt optimal. Als einzige Region Neuseelands verfügt Central Otago über nahezu kontinentales Klima, sowohl die heißesten Sommer- als auch die kältesten Wintertemperaturen treten dort auf. Das liegt an der besonderen Lage Central Otagos: Der Distrikt wird im Westen durch die Neuseeländischen Alpen vor den Roaring Forties geschützt, grenzt aber trotz seiner recht östlichen Lage nicht an den Pazifik.

Synonyme

Der Spätburgunder ist unter den Synonymen Aprofekete, Arbst, Arbst blau, Arbst blauer, Assmannshäuser, Auvergnat, Auvernas, Auvernas rouge, Auvernat, Auvernat noir, Auxerra, Berligout, Black Burgundy, Black Morillon, Blauburgunder, Blauer Arbst (siehe auch Blauer Arbst), Blauer Augustiner, Blauer Burgunder, Blauer Claevner, Blauer Clevner, Blauer Klaevner, Blauer Klevner, Blauer Nürnberger, Blauer Rischling, Blauer Spätburgunder (dies ist die offizielle Bezeichnung in Deutschland), Blauer Sylvaner (siehe auch Blauer Silvaner), Bodenseetraube, Böhmischer, Bon Plant, Borgogna nera, Borgogna nero, Borgogna rosso, Bourguignon, Bourguignon noir (im Beaujolais), Bruenläubler, Burgunda, Burgundac Crni, Burgundac Crni Pozni, Burgunder blauer, Burgundi Crni (in Slowenien, Kroatien und Serbien), Burgundi mic (in Rumänien), Burgundske modre, Cerna Okrugta banka, Cerna Ranka, Chambertin (siehe auch Chambertin), Champagner, Chiavenase, Chiavenna, Chpatchok, Clävner, Clävner blau, Clavensis, Clevner, Cortaillod (in der Schweiz), Derice Auvernas noir, Dickblau, Echter Schwarzblauer Klevner, Elsässer rot, Elsässer roth, Fin noir, Fin noir de Toulon, Fin plant doré, Formentin noir, Franc noiren, Franc noirien, Franc pineau, Franc pinot, François noir, Frischschwarzer, Frühblaue, Frühblauer, Frühschwarzer, Gamais, Genetin de Saint Menin, Gribalet noir, Große Frühschwarze, Gut Blau, Gutblau, Karapino, Kék Kisburgundi, Kisburgundi Kék, Klävner, Klebroth, Klebrott, Kleinroth, Klevinger, Klevner, Klevner Kék, Klevner schwarzblau, Langedet, Maehrchen, Malterdinger, Malterdinger Marillon, Marillon noir, Massoutel, Maurillon, Mensois, Modra Klevanjka, Möhrchen, Mohrenkönigin, Mor Burgunder, Moreote noir, Morillon, Morillon noir, Nagyburgundi, Neyran, Neyron petit, Noble, Noble joué, Noir de Franconier, Noir de Versitch, Noir menu, Noiried, Noirien, Noirien ternent, Noirin, Noirun, Okrugla ranka, Ordinärer Blauer, Ordinärer Rother, Orléans, Petit bourguignon, Petit noir, Petit noirin, Petit plant doré (in der Champagne), Petit vérot, Pignol, Pignola, Pignolet, Pignoliga, Pignolo, Pimbart, Pineau, Pineau de Bourgogne, Pineau de Chambertin, Pineau de Gevrey, Pineau franc, Pineau noir, Pino ceren, Pino cernii, Pino corni, Pino cornij, Pino go, Pino nero, Pinot, Pinot Clevner, Pinot d'Ay, Pinot de Chambertin, Pinot de Fleury, Pinot de Gevrey, Pinot de Migraine, Pinot droit, Pinot fin, Pinot franc noir, Pinot Go, Pinot mare, Pinot Mariafeld, Pinot negre, Pinot negru, Pinot nera, Pinot nero, Pinot noir, Pinot salvagnin, Pinot tinto, Plant à bon vin, Plant de Cumières, Plant de la Dôle noir, Plant de Saint Martin, Plant doré, Plant fin, Plant médaillé, Plant noble, Pynoz (in einer Ballade des 14. Jahrhunderts von Eustache Deschamps), Raisin de Bourgogne, Raucy, Raucy mâle, Roter Assmannshäuser, Roter burgunder, Rother Assmannshäuser, Rother Burgunder, Rouci, Rouci mâle, Rouci modre, Rounci, Rouget, Rulandske modre, Salvagnin, Salvagnin noir, Samoireau, Samoreau, Samtrot, Saumensois, Saumoireau, Savagnin noir, Schurzir Riesling, Schwartz Klevner, Schwarz Träuble, Schwarzblauer Klevner, Schwarzer Assmannshäuser, Schwarzer Burgunder, Schwarzer Klävner, Schwarzer Klevner, Schwarzer Riesling, Schwarzer Süßling, Schwarzklävner, Sevagnin noir, Shpachok, Spacok, Spätburgunder, Später Burgunder, Spätes Möhrchen, Süßedel, Süßling, Süßrot, Süßschwarz, Talvagnère rouge, Talvagnues rouges, Ternent, Thalrother, Tinto, Traminer blau, Traminer schwarz, Vert doré, Vrai Auvernas und Waltertinger bekannt.

Mutationen sowie Klone des Spätburgunders

Der Spätburgunder neigt zur verstärkten Bildung von Mutationen. Allein in Frankreich wurden 50 Klone für den gewerblichen Anbau selektiert und zugelassen. Beim wesentlich häufiger angebauten Cabernet Sauvignon wurden derweil nur 25 Klone zugelassen.

Neben den Klonen sind eine ganze Reihe eigenständiger Rebsorten bekannt, die aus einer Mutation des Spätburgunders hervorgingen. Zu diesen zählen die Sorten Frühburgunder, Pinot Liébault, Weißburgunder, Grauburgunder und Blauer Arbst.

Der Grauburgunder scheint aus einer Mutation der DNA-Abschnitte VvMYBA1 oder VvMYBA2 aus dem Spätburgunder entstanden zu sein. Der Weißburgunder könnte dabei sogar eine Zwischenetappe zwischen dem Spätburgunder und dem Grauburgunder sein. Der genetische Fingerabdruck aller drei Sorten ist identisch. [11] Zwei andere Burgundersorten, der Pinot Teinturier und der Pinot Tête de Nègre (auch Pinot Moure genannt), sind ebenfalls Mutationen des Spätburgunders.[12]

Im Jahr 1810 wurde in Gevrey die Rebsorte Pinot Liébault selektiert. Auch hierbei handelt es sich um eine Mutation des Spätburgunders. Die Sorte ist etwas ertragsicherer und ertragreicher als der Spätburgunder, behält jedoch seine hohe Qualität bei. Aus heutiger Sicht würde der Pinot Liébault lediglich als Klon der Hauptsorte deklariert. In den Appellationsvorschriften des Burgunds wird der Pinot Liébault jedoch noch als eigenständige Sorte geführt.

Der in englischsprachigen Ländern bekannte Wrotham Pinot wurde in der Ortschaft Wrotham in Kent gefunden. Er ähnelt dem Schwarzriesling, reift jedoch fast 2 Wochen früher und erzielt etwas höhere Mostgewichte. [13] . Edward Hyams von der Oxted Viticultural Research Station in Oxted (Surrey) wurde auf diesen speziellen Weinstock aufmerksam gemacht. Erste Versuche mit Schaumwein verliefen erfolgversprechend. Der Amerikaner Richard Peterson pflanzte den Wrotham Pinot im Jahr 1980 in Kalifornien und fertigt seither einen roséfarbenen Schaumwein.[14]

In August 2007 gaben französische Forscher über die Zeitschrift Nature bekannt, dass die DNA des Genoms des Spätburgunders als erste Rebsorte weltweit vollständig sequenziert sei.[15]

Kreuzungen mit dem Spätburgunder

Aufgrund genetischer Untersuchungen von 322 Rebsorten im Jahr 1998 stellte sich heraus, dass die Sorten Aligoté, Aubin Vert, Auxerrois, Bachet Noir, Beaunoir, Chardonnay, Dameron, Franc Noir de la Haute Saône, Gamay Blanc Gloriod, Gamay, Knipperlé, Melon de Bourgogne, Peurion, Romorantin, Roublot und Sacy alle aus spontanen Kreuzungen zwischen Pinot und Gouais Blanc entstanden.

Der Gouais Blanc ist eigentlich eine minderwertige Rebsorte, die im Mittelalter nur aufgrund hoher Erträge geschätzt wurde und häufig in unmittelbarer Nähe zu Spätburgunder-Anpflanzungen angebaut wurde. Die räumliche Nähe der Pflanzen führte zwangsweise zu gegenseitiger Befruchtung und somit zu neuen Sorten. Insbesondere die Hochwertigkeit einiger Sorten (insbesondere Chardonnay, Aligoté, Auxerrois und Gamay) lässt sich mit dem Heterosis-Effekt erklären. Das genetische Grundmuster beider Kreuzungspartner ist stark verschieden und erklärt die Fülle neuer Sorten.

Neben diesen Spontankreuzungen entstanden im 20. Jahrhundert auch gezielt durchgeführte Neuzüchtungen. Erfolgreiches Beispiel ist die 1925 entstandene Sorte Pinotage. Kreuzungspartner war dabei die südfranzösische Sorte Cinsault.

Einzelnachweise

  1. Die Herkunft des Chardonnay, in englischer Sprache Meredith Carole, Bowers, Boursiquot J.M. und Andere
  2. John Winthrop Haeger: North American Pinot Noir. University of California Press September 14, 2004, ISBN 0-520-24114-2
  3. Interview mit Carole Meredith geführt mit David Graves von Saintsbury Vineyards
  4. Genetic Relationships Among Pinots and Related Cultivars Regner, Stadlbauer, Eisenheld & Kaserer Am. J. Enol. Vitic. 51:1:7-14 (2000)
  5. Association of dwarfism and floral induction with a grape 'green revolution' mutation Boss & Thomas, Nature 416, 847-850 (25 April 2002).
  6. Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008. Mainz 2007. 
  7. http://www.nass.usda.gov/Statistics_by_State/California/Publications/Fruits_and_Nuts/200704gabtb00.pdf California Grape acreage 2007 Crop, vom California Department of Food and Agriculture, Sacramento, Veröffentlicht im April 2008
  8. https://www.awbc.com.au/winefacts/data/free.asp?subcatid=102 Statistik des Australian Government
  9. http://www.suedafrika-wein.de/Book_2008_web.pdf Southafrican Wine Industry Statistics, Veröffentlicht im Juni 2008
  10. [http://www.sag.gob.cl/pls/portal/docs/PAGE/PG_SAG_BIBLIOTECA/BIBL_INSYPROD/BIBLIO_INS_VINOS/BIBLIO_INS_VINOS_INFORMES/CATASTRO2006.PDF CATASTRO VITICOLA NACIONAL 2006 (PDF)], vom SAG Chile, Veröffentlicht 2007, in spanischer Sprache
  11. Aufsatz von Carole Meredith über den Ursprung der Rebsorten
  12. S. Hocquigny, F. Pelsy, V. Dumas, S. Kindt, M-C. Heloir, and D. Merdinoglu (2004) Diversification within grapevine cultivars goes through chimeric states Genome 47: 579–589
  13. History of English wine
  14. Richard Grant Wrotham Pinot
  15. Grape genome unpicked: Vintage sequence could lead to improved pest resistance and new wine flavours, news@nature.com, 26 August 2007]

Weblinks

Literatur

  • C. u. F. Lange: Das Weinlexikon, Fischer Verlag 2003, ISBN 3-596-15867-2
  • Dagmar Ehrlich: Das Rebsorten ABC, Reben und ihre Weine; Hallwag (Gräfe & Unzer), München, 2005, ISBN 3-7742-6960-2
  • Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff, Taschenbuch der Rebsorten, Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 2003 ISBN 3-921156-53-X
  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Gräfe und Unzer Verlag, München 2003, ISBN 3-7742-0914-6.
  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-01-236331-8

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