Blauer Nävus
Klassifikation nach ICD-10
D22.L42 Blauer Nävus
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Ein Nävus coeruleus (auch Blauer Nävus oder Dermales Melanozytom) ist eine gutartige, scharf begrenzte Hautveränderung, die durch ihre dunkelblaue bis grau-schwarze Farbe charakterisiert ist. Dieser ungewöhnliche Farbton entsteht durch Vermehrung der pigmentbildenden Melanozyten in tieferen Hautschichten. Es handelt sich um eine bestimmte Unterart von gutartigen, pigmentierten, begrenzten Fehlbildungen der Haut (Pigmentnävi), umgangssprachlich "Muttermale" bzw. "Leberflecken".

Inhaltsverzeichnis

Epidemiologie und Pathogenese

Der Nävus coeruleus zeigt keine Präferenz bezüglich Geschlecht oder Alter, gehäuftes Auftreten wird gegen Ende der Adoleszenz beobachtet.

Normalerweise sollten in den tieferen Hautschichten wie der Dermis keine Melanozyten vorkommen. Da diese Zellart von der Neuralleiste abstammt und bis in die Haut auswandern muss, wird angenommen, dass es im Laufe dieses Prozesses zu ektopen Ansammlungen von Melanozyten kommen kann. Deswegen wird diese Läsion manchmal auch Neuronävus genannt.

Klinik

Am häufigsten kommen blaue Nävi am Handrücken oder an der Dorsalseite des Unterarms vor, sie können aber überall entstehen. Es handelt sich im Allgemeinen um einzelne, derbe, manchmal erhabene Knötchen von blauschwarzer Farbe durch vermehrte Pigmentierung in der Dermis.

Verlauf und Prognose

Blaue Nävi verändern sich meist nicht mehr und stellen hauptsächlich ein kosmetisches Problem dar. Der Übergang in ein malignes Melanom ist sehr selten.

Bei plötzlichen oder ungewöhnlichen Veränderungen muss die Hautveränderung exzidiert und histologisch untersucht werden, um ein Melanom auf jeden Fall auszuschließen.

Weblinks

Siehe auch

  • Bei einem →Mongolenfleck handelt es sich ebenfalls um eine großflächige Ansammlung von tiefen Melanozyten in der Dermis, welche jedoch in der frühen Kindheit wieder vergehen.
  • Der →Nävus Ota bzw. →Nävus Ito ist durch eine Vermehrung von Melanozyten in der Dermis von Gesicht oder Schulter charakterisiert, die sich nicht mehr zurückbildet.

Literatur

  • Thomas B. Fitzpatrick, Klaus Wolff (Hrsg.): Atlas und Synopsis der klinischen Dermatologie: häufige und bedrohliche Krankheiten. 3. Auflage. McGraw-Hill, New York; Frankfurt a.M. 1998, ISBN 0-07-709988-5.
  • Ernst G. Jung, Ingrid Moll (Hrsg.): Dermatologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-126685-6.
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