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Anrufbeantworter

Ein Anrufbeantworter (Abkürzung: AB) ist ein elektrisches oder elektronisches Gerät, das Telefonanrufe annimmt und nach Abspielen einer Nachricht für den Anrufer, beispielsweise mit dem Text „Bitte sprechen Sie nach dem Signalton …“, (optional) eine gesprochene Nachricht des Anrufers aufzeichnet. Das geschieht bei Nichterreichbarkeit alternativ zum Telefongespräch.

Es gibt folgende grundsätzliche Möglichkeiten (Schaltungen):

  • Aktiver Anrufbeantworter – Abspielen der Abwesenheitsnotiz
    • mit Aufnahme einer Nachricht
    • ohne Aufnahme einer Nachricht
  • Deaktivierung des Anrufbeantworters, automatisch oder manuell (Grund: Speicherkapazität erreicht oder Wunsch nach anruffreier Zeit)

Inhaltsverzeichnis

Anrufbeantworter-Endgerät

Im Festnetz-Bereich ist der Anrufbeantworter meist als teilnehmerseitig am lokalen Telefonanschluss installiertes Endgerät ausgeführt.

Bei diesen Geräten kann der Angerufene den Anruf noch entgegennehmen, während der Anrufer (A-Teilnehmer) einen Text aufspricht. Das Zeitfenster bis zur Aktivierung der Ansage nach der Anrufsignalisierung kann meist flexibel gewählt werden.

Die Aufzeichnung kann analog oder digital erfolgen. In der ursprünglichen Form – meist als separates Gerät ausgeführt – werden normale Compact Cassetten (Audiokassetten) oder spezielle Mini- bzw. Mikrocassetten verwendet. Geräte dieser Bauart werden im 21. Jahrhundert nicht mehr produziert. Bei digitalen, heute regelmäßig in das Festnetztelefon bzw. dessen Basisstation oder in die Telefonanlage integrierten Geräten befindet sich ein Speichermodul im Gerät. Die meisten Geräte erlauben es, aufgesprochene Nachrichten per Fernabruf abzufragen, wobei man sich durch einen PIN-Code identifiziert und seine Nachrichten über das Telefonnetz von einem anderen Telefon aus abhören kann. Einige Geräte sind in der Lage, automatisiert eine Meldung abzusetzen, um das Vorhandensein neuer Nachrichten anzuzeigen; das kann durch einen Anruf an eine vorgegebene Rufnummer geschehen, wo dann eine Ansage zu hören ist, oder durch Absetzen einer Textnachricht als SMS oder über Cityruf. Weiterhin bieten einige Hersteller (zum Beispiel U.S. Robotics) Geräte an, die neben Sprachnachrichten auch Faxe entgegennehmen können.

Im Mobilfunkbereich gibt es für Smartphones Software-Implementierungen von teilnehmerseitigen Anrufbeantwortern.

Voice-Mailbox

Bei den Mobilfunkanbietern und in zunehmendem Maß auch bei VoIP-Anschlüssen und Festnetzanschlüssen (zum Beispiel T-NetBox) wird ein Anrufbeantworter netzseitig zentral durch die Telefongesellschaft bereitgestellt.

Diese sogenannte Voice-Mailbox oder Voicebox (im Mobilfunk auch Mobilbox) befindet sich physisch auf Audiotex-Servern im Netz der Telefongesellschaft und kann dort abgerufen werden, was je nach Anbieter gebührenpflichtig sein kann. Die Mobilboxfunktion wird von vielen Mobilfunkanbietern massiv beworben, da durch deren Nutzung zusätzliche Verbindungsminuten generiert werden. Die Ansagen können meist zwischen den Vorgaben der Telefongesellschaft gewählt oder selbst individuell aufgesprochen (hinterlegt) werden.

Die Mobilbox lässt sich in vielen Netzen durch Eingabe der Kombination ##002# abstellen.[1]

Solche netzseitig implementierten Lösungen haben gegenüber dem Anrufbeantworter als teilnehmerseitig installiertem Endgerät den Nachteil, dass der Anruf nicht nachträglich noch entgegengenommen werden kann, nachdem die Mailbox den Anruf übernommen hat. Des weiteren kann die Zeitspanne ab Beginn der Anrufsignalisierung, nach der die netzseitige Mailbox den Anruf übernehmen soll, nur mit Einschränkungen gewählt werden – so beim üblichen GSM-Standard etwa von 0 bis 30 Sekunden in Fünf-Sekunden-Schritten, zum Teil bestehen noch größere Einschränkungen.

Viele Voiceboxen können auch Faxe entgegennehmen und speichern. Wenn neben der bei Mobilboxen üblichen SMS-Benachrichtigung bei neuen Nachrichten auch weitergehende Funktionen wie E-Mail-Benachrichtigung sowie -Weiterleitung der aufgesprochenen Mitteilungen und Faxe (Fax2mail) in der Voicebox-Lösung integriert sind, spricht man auch von Unified Messaging.

Geschichte

Den ersten bekannten automatischen Anrufbeantworter erfand 1938 der Nachrichtentechniker Willy Müller. Erst vier Jahre später wurde er vom Reichspostzentralamt unter der Bezeichnung Ipsophon[2] zugelassen. Eine Weiterentwicklung des Anrufbeantworters war das Alibiphon, das 1957 ebenfalls Willy Müller auf den Markt brachte und das nur eine Abwesenheitsnachricht wiedergeben konnte. Das Alibiphon wurde 1961 in Deutschland zugelassen. Es folgten mehrere Modelle des Gerätes Alibicord der Firma Alois Zettler, das mit einem zweiten Tonträger zusätzlich eingehende Nachrichten aufzeichnen konnte. Als Vater des Anrufbeantworters gilt darüber hinaus der Japaner Kazuo Hashimoto, der 1958 das Ansa Fone entwickelte, den ersten kommerziell rentablen AB, der direkt an Firmen und Privathaushalte vertrieben wurde.

Symbol

Symbol

International ist für den AB ein Symbol aus zwei ineinandergreifenden, gleichgroßen und waagerecht zueinander angeordneten Kreisen etabliert, wobei ein Kreis invers zum anderen befüllt ist. Teilweise wird auch ein seitenverkehrtes Q vor die Rufnummer gesetzt, wenn ein Anrufbeantworter angeschlossen ist. Der zugehörige Unicode-Codepunkt ist U+2315 ().

Literatur

  • Rainer Knirsch: Sprechen Sie nach dem Piep: Kommunikation über Anrufbeantworter; eine gesprächsanalytische Untersuchung, Tübingen: Niemeyer 2005, Schriftenreihe: Reihe Germanistische Linguistik, 260, zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 2004; ISBN 3-484-31260-2

Siehe auch

Einzelnachweis

  1. babel.de: Wie man seinen Anrufbeantworter loswird
  2. Wußtest Du schon, dass... in "Märkische Oderzeitung", 18./19. April 2009, Seite 14

Weblinks

Einzelnachweise


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