Bleiapatit
Pyromorphit
Chemische Formel Pb5[Cl|PO4)3]
Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate - Mit mit weiteren Anionen, ohne H2O und ausschließlich Kationen (OH, etc.):RO4 = 0.33:1
8.BN.05 (9. Aufl.) ; VII/B.39-150 (8. Aufl.) (nach Strunz)
41.8.4.1 (nach Dana)
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse hexagonal-dipyramidal 6/m\ [1]
Farbe grün, braun, gelb, weiß, grau, orange bis rot
Strichfarbe weiß
Mohshärte 3,5 bis 4
Dichte (g/cm³) 6,7 bis 7,1
Glanz Diamantglanz, Fettglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig bis uneben
Spaltbarkeit fehlt
Habitus prismatische, tafelige, pyramidale Kristalle; traubige, radialstrahlige, nadelige, erdige, massige Aggregate
Häufige Kristallflächen \{10\bar{1}0\}, \{0001\}
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl ω=2,058 ; ε=2,048 [2]
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
δ = 0,010 [2] ; einachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten In Salpetersäure und Kalilauge löslich
Ähnliche Minerale Apatit, Vanadinit, Mimetesit

Pyromorphit (auch Grünbleierz, Braunbleierz oder Polychrom) ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate, Vanadate mit weiteren Anionen, ohne H2O und ausschließlich Kationen (OH, etc.):RO4 = 0.33:1. Er kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb5[Cl|PO4)3] [3] und entwickelt überwiegend lange, prismatische bis tafelige oder pyramidale Kristalle, aber auch radialstrahlige, traubige, nadelige oder erdige bis massige Aggregate in verschiedenen Farben, wobei Grün, Braun und Gelb allerdings vorherrschend sind.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Benannt wurde das Mineral 1813 von Friedrich Hausmann nach den altgriechischen Worten πῦρ [pûr] „Feuer“ (verwandt sind hethitisch „pahhur“, armenisch „hur“ und umbrisch pir), das über das althochdeutsche Wort „fiur“ auch in die deutsche Sprache gelangt ist, und μορφή [morpʰē] „Form“, dessen Etymologie unklar ist. Der Name nimmt Bezug auf die seltsame Eigenschaft von Pyromorphit vor dem Lötrohr zu kleinen Kügelchen zu schmelzen, die anschließend zu einer kristallinen Polyeder-Form kristallisieren. [4]

Varietäten

Blaubleierz ist eine Pseudomorphose von Galenit nach Pyromorphit, wobei zunächst der Galenit durch Oxidation in Pyromorphit übergegangen ist und sich anschließend durch erneute Umwandlung (Rejuvenation) zu Galenit unter Beibehaltung der Kristallform von Pyromorphit zurückbildet.

Weitere Varietäten sind Collieit, das etwa 4,1 % Vanadiumoxid enthält[5], der Arsenat-haltige Nussièrit[6], sowie Calcium- und Germanat-haltige Pyromorphite.[7][8]

Bildung und Fundorte

Gelber Pyromorphit aus Broken Hill, New South Wales, Australien

Pyromorphit kommt im Allgemeinen im oberflächennahen Bereich von Bleilagerstätten vor. Hier entsteht er sekundär als Verwitterungsprodukt bleihaltiger Mineralien in Verbindung mit wässrigen Lösungen, die das Phosphat enthalten. Begleitet wir er oft von Galenit, Cerussit, Mimetesit, Baryt, Limonit, Vanadinit und Descloizit.

Fundorte sind unter anderem Córdoba und Mendoza in Argentinien; verschiedene Regionen in Australien; die Provinzen Lüttich, Luxemburg und Namur in Belgien; in Deutschland die Gruben Friedrichssegen und Pfingstwiese bei Bad Ems und Schauinsland und Silbergründle (Seebach (Baden)) im Schwarzwald; verschiedene Regionen in Frankreich; Katanga in Demokratischen Republik Kongo; einige Regionen in Österreich; Böhmen und Mähren in Tschechien; sowie die Bunker Hill Mine in Idaho in den USA. [9]

Die prismatischen Kristalle mit gekrümmten Prismenflächen, die bei Bad Ems gefunden wurden, werden wegen ihres Habitus auch als Emser Tönnchen bezeichnet.

Struktur

Pyromorphit kristallisiert isotyp mit Apatit im hexagonal-dipyramidalen Kristallsystem in der Raumgruppe P 63/m mit den Gitterparametern a = 10,0 Å und c = 7,33 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle. [1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b Webmineral - Pyromorphite (englisch)
  2. a b MinDat - Pyromorphite (englisch)
  3. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN ISBN 3-921656-17-6. 
  4. Mineralienportrait/Pyromorphit (Wiki)
  5. Collierite bei mindat.org (englisch)
  6. Nussièrite bei mindat.org (englisch)
  7. Ca-bearing Pyromorphite bei mindat.org (englisch)
  8. Germanate-pyromorphite bei mindat.org (englisch)
  9. MinDat - Localities for Pyromorphite (englisch)

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 638. 
  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 172. 
  • H. J. Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 3. Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig
  • H. von Philippsborn: Tafeln zum Bestimmen der Minerale nach äußeren Kennzeichen. 2. Auflage, E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung

Weblinks

  • Mineralienatlas:Pyromorphit, Mineralienatlas:Mineralienportrait/Pyromorphit (Wiki)

Wikimedia Foundation.

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”