Bleiberger Graben
Wappen Karte
Wappen von Feistritz an der Gail
Feistritz an der Gail (Österreich)
DEC
Feistritz an der Gail
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Kärnten
Politischer Bezirk Villach-Land (VL)
Fläche 44,8 km²
Koordinaten 46° 37′ N, 13° 41′ O46.62424444444413.687847222222902Koordinaten: 46° 37′ 27″ N, 13° 41′ 16″ O
Höhe 902 m ü. A.
Einwohner 2.521 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 56 Einwohner je km²
Postleitzahlen 9530, 9531
Vorwahlen 0 42 44
Gemeindekennziffer 2 07 05
AT211
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Bad Bleiberg 49
9530 Bad Bleiberg
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Gottfried Gunnar Illing (ULB)
Gemeinderat (2009)
(19 Mitglieder)
9 ULB, 6 SPÖ, 3 BZÖ, 1 GRÜNE

Die Marktgemeinde Bad Bleiberg (Slowenisch: Plajberk pri Beljaku) ist ein Kurort mit Thermalbad im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Bad Bleiberg liegt direkt westlich von Villach im Tal des Weißenbachs zwischen Dobratsch und Gailtaler Alpen. Nachbargemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn: Paternion, Weißenstein, Villach, Arnoldstein, Nötsch im Gailtal, Sankt Stefan im Gailtal.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde mit den beiden Katastralgemeinden Bleiberg (Plajberk) und Kreuth umfasst folgende fünf Ortschaften:

  • Bad Bleiberg, 589 Einwohner (2001)
  • Bleiberg-Nötsch, 1.055 Einwohner
  • Bleiberg-Kreuth, 776 Einwohner
  • Hüttendorf, 258 Einwohner
  • Kadutschen, 75 Einwohner
Bad Bleiberg vom Dobratsch aus gesehen
Bad Bleiberg um 1908 gegen Süden mit dem Dobratsch im Hintergrund

Geschichte

Die Geschichte Bleiberg war vom Blei- und (in geringerem Ausmaß) Zinkbergbau geprägt. 1007 übertrug Kaiser Heinrich II. das gesamte Gebiet um Villach einschließlich Bleiberg dem Bistum Bamberg. Die erste urkundliche Erwähnung als Pleyberg stammt aus dem Jahr 1333.

Im heutigen Gemeindegebiet wurden seit dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts Blei und Zink abgebaut. 1556 schilderte Georgius Agricola das „Kärnthner Verfahren“ der Bleiverhüttung. 1717 nahmen Bleiberger Knappen an der Belagerung von Belgrad teil. Prinz Eugen verlieh ihnen als Anerkennung eine Fahne, die heute die älteste Knappenfahne der Welt ist. Sie ist heute noch im Bad Bleiberger Bergbaumuseum "Terra Mystica" zu besichtigen. 1759 erwarb Maria Theresia die bis dahin bambergischen Besitzungen. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Bleiberg 4.000 Einwohner.

1867 wurde die Bleiberger Bergwerks Union (BBU) gegründet. Bis dahin wurde der Bergbau von verschiedenen Gewerken betrieben. Im und nach dem Ersten Weltkrieg erreichte der Bergbau einen Höhepunkt. 1931 wurde der Abbau jedoch bedingt durch die Weltwirtschaftskrise für ein Jahr stillgelegt. 1946 wurde die BBU verstaatlicht. 1951 erfolgte ein (Warm)Wassereinbruch in einem der Stollen. Dieses Thermalwasser führte in der Folge zur Errichtung des Thermalbades. Der Blei- und Zinkabbau wurde 1993 eingestellt. Ein Teil der ehemaligen Stollen wird heute noch als Schaubergwerk Terra Mystika und als Heilklimastollen genutzt.

Die Ortsgemeinde Bleiberg hatte sich im Jahr 1850 konstituiert, 1930 wurde sie aufgrund der überregionalen Bedeutung zur Marktgemeinde erhoben, und 1978 wurde der Gemeinde das Prädikat „Bad“ verliehen.

Bevölkerung

Die Gemeinde Bad Bleiberg hat 2.753 Einwohner (2001), davon besitzen 95,8 % die österreichische, 1,9 % die bosnische und 1,1 % die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Umgangssprache geben 97,2 % Deutsch und 0,1 % Slowenisch an.

66,2 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 24,2 % zur evangelischen Kirche, 1,6 % sind islamischen Glaubens und 4,2 % ohne religiöses Bekenntnis.

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 93 Arbeitsstätten mit 437 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 767 Auspendler und 166 Einpendler. Es gibt 31 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 5 im Haupterwerb), die zusammen 976 ha bewirtschaften (1999).

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Landesstraße L 35.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern. Bei den Gemeinderatswahlen 2009 verteilten sich die Mandate wie folgt:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Gottfried Gunnar Illing (ULB).

Wappen

Im Gemeindewappen nimmt im hinteren Teil das Bleizeichen, teilweise überlegt vom Gezähe (Hammer und Schlägel), auf die Bergbauvergangenheit Bezug, im der vorderen Hälfte stehen Quellen, Brunnenschale und Wasserstrahlen für die Thermalquellen. Die Blasonierung des Wappens, das der Gemeinde am 28. September 1967 verliehen wurde, lautet:

„Gespaltener Schild. Vorn in Blau über schwarzem Fuß ein silberner Springbrunnen: Aus einer silbernen, durch eine zweiwurzelige silberne Wasserader gespeiste Brunnenschale, deren Oberkante die Teilungslinie bildet, steigt senkrecht ein silberner Wasserstrahl auf, der in der Höhe nach links und dann nach rechts gespalten und wieder rückläufig ist. Hinten in Grün ein goldenes Bleizeichen, dessen Schenkel von einem goldenen Bergmannzeichen überlegt sind.“[1]

Die Fahne trägt die traditionellen Bergmannsfarben Schwarz-Weiß-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde

Partnergemeinde von Bad Bleiberg ist Pradamano in der Provinz Udine, Italien.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 52



Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bodental — Talschluss vom Schoschelz aus Märchenwiese mit …   Deutsch Wikipedia

  • Gailtaler Alpen — f1Koordinaten fehlen! Hilf mit. Drauzug Lage der Gailtaler Alpen innerhalb der Ostalpen Höchster Gipfel Große Sandspitz …   Deutsch Wikipedia

  • Lienzer Dolomiten — f1Koordinaten fehlen! Hilf mit. Drauzug Lage der Gailtaler Alpen innerhalb der Ostalpen Höchster Gipfel Große Sandspitz …   Deutsch Wikipedia

  • Windisch-Bleiberg — Die Kirche in Windisch Bleiberg Das Bodental, eines der Haupttäler Windisch Bleibergs, mit Vertatscha …   Deutsch Wikipedia

  • Windisch Bleiberg — Die Kirche in Windisch Bleiberg Das Bodental, eines der Haupttäler W …   Deutsch Wikipedia

  • Drauzug — f1 Drauzug/Gailtaler Alpen mit Lienzer Dolomiten Lage der Gailtaler Alpen innerhalb der Ostalpen Höchster Gipfel Große Sandspitze ( …   Deutsch Wikipedia

  • Dobratsch — Südseite des Dobratsch von Hohenthurn gesehen Höhe …   Deutsch Wikipedia

  • Dobrač — Dobratsch Südseite des Dobratsch von Hohenthurn gesehen Höhe 2.166  …   Deutsch Wikipedia

  • Villacher Alpe — Dobratsch Südseite des Dobratsch von Hohenthurn gesehen Höhe 2.166  …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”