Bleistadt
Oloví
Wappen von ????
Oloví (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Sokolov
Fläche: 1904 ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 12° 33′ O50.24555555555612.550833333333528Koordinaten: 50° 14′ 44″ N, 12° 33′ 3″ O
Höhe: 528 m n.m.
Einwohner: 1.940 (3. Juli 2006)
Postleitzahl: 357 07
Verkehr
Straße: Sokolov - Kraslice
Bahnanschluss: Sokolov–Klingenthal
Nächster int. Flughafen: Flughafen Karlsbad
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Miroslav Filandr
Adresse: Hory 42
357 07 Oloví
Website: www.obecolovi.cz

Oloví (deutsch Bleistadt) ist eine Stadt in Tschechien. Sie befindet sich elf Kilometer nordwestlich von Sokolov im Erzgebirge und gehört zum Okres Sokolov.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Oloví liegt am rechten Ufer der Zwodau. Durch den Ort führt die Eisenbahn von Sokolov nach Kraslice und Klingenthal.

Nachbarorte sind Anenské Údoli im Norden, Hory, Loučná und Jindřichovice im Nordosten, Háj im Osten, Nové Domy und Boučí im Südosten, Hřebeny im Süden, Dolina, Krajková und Libnov im Südwesten, Bernov im Westen sowie Horní Studenec und Dolní Studenec im Nordwesten.

Geschichte

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts existieren Nachweise über den Bleibergbau im Bereich des Zwodautals. Auf einer Hochfläche über dem Flusstal wurde in dieser Zeit die Bergsiedlung Altenberg angelegt. Die Erhebung zum Markt Bleistadt erfolgte nach Angaben auf alten Stadtsiegeln im Jahre 1519 durch den Besitzer von St. Joachimsthal, Stephan Schlick. Urkundlich liegt dieses Privileg aus dem Jahre 1523 vor. Ein Jahr jünger ist das älteste Bergbuch von Bleistadt.

Kaiser Ferdinand I. verlieh 1558 die dem zur Herrschaft Hartenberg gehörigen Ort Stadtrechte und erließ im selben Jahr eine Bergordnung für Bleistadt. Die Stadt erhielt im Zentrum eine Stadtkirche am Markt. 1561 erhob Ferdinand Bleistadt zur Königlichen freien Bergstadt. Dieses Privileg wurde 1581 durch Kaiser Rudolf II. erneuert.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Stadt, die damals aus 65 Häusern bestand, schnell und 1850 lebten hier schon mehr als 1.000 Menschen. Nachdem der Bergbau in der Folgezeit immer mehr zu Erliegen kam, siedelte sich Industrie in Bleistadt an. Bedeutendstes Unternehmen war die Erste Böhmische Glasindustrie AG, die sich 1892 im Zwodautal an der Eisenbahn nach Kraslice und Zwodau ansiedelte. Im Tal entstand eine Ansiedlung der Glasmacher, Unter Bleistadt, während die alte Stadt später als Ober Bleistadt bezeichnet wurde. Zu Zeiten der Ersten Republik hatte Bleistadt über 1200 Einwohner, die hauptsächlich in der Glashütte arbeiteten. Daneben spielten noch die Knopffabrikation, Korbflechterei und Spitzenklöppelei eine wesentliche Rolle.

Die Bewohner der Stadt gehörten überwiegend der deutschen Bevölkerungsgruppe an. Nach der Vertreibung der Deutschen wurde in Oloví nach dem Zweiten Weltkrieg die Glasproduktion fortgeführt; dazu wurden Glasmacher aus der Slowakei angesiedelt. Nach 1990 erlosch diese Tradition und die Glashütte wurde stillgelegt. Der Ort verlor in den 1950er Jahren die Stadtrechte; seit dem 23. Jänner 2007 ist Oloví wieder eine Stadt.

Verkehr

Oloví besitzt einen Bahnhof an der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Sokolov–Klingenthal. Direkte Zugverbindungen bestehen mit den Zügen der VIAMONT nach Sokolov, Karlovy Vary (Karlsbad) und Zwickau.

Ortsgliederung

Die Stadt Oloví besteht aus den Ortsteilen Hory (Horn), Nové Domy (Neuhäuser), Oloví (Bleistadt) und Studenec (Prünles) sowie den Ortslagen Horní Studenec (Oberprünles), Dolní Studenec (Unterprünles), Horní Oloví (Ober Bleistadt) und Dolní Oloví (Unter Bleistadt).

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche des Erzengels Michael, als pseudogotischer Bau anstelle der alten evangelischen Stadtkirche errichtet und 1902 durch Erzbischof Leo Skrbenský von Hříště geweiht.

Weblinks


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