Blicke windwärts

Blicke windwärts (englischer Originaltitel: Look to Windward, erschienen 2000) ist der sechste veröffentlichte Science-Fiction-Roman aus dem Kultur-Zyklus von Iain M. Banks.

Inhalt

Nach einer erfolglosen Intervention der Kultur in den politischen Angelegenheiten der Chel, kommt es in dieser Zivilisation zu einem Bürgerkrieg, während dessen Verlauf fünf Milliarden Chel sterben. Einige Jahre später plant eine chelgrische Splittergruppe einen Racheakt: Mahrai Ziller ist ein chelgrischer Komponist, der auf einem Orbital der Kultur im Exil lebt. Major Quilan, ein chelgrischer Kriegsveteran, wird dort hin entsandt – offiziell um ihn zur Rückkehr zu bewegen.

Trotz der inzwischen vergangenen Zeit leidet Major Quilan immer noch unter der Trauer um den Verlust seiner Frau, die während der Zeit der beiden als Soldaten im chelgrischen Bürgerkrieg getötet wurde. Quilan wird in den Plan zu einem Gegenschlag gegen die Kultur eingeweiht, welcher ihm die Gelegenheit gibt, sich stellvertretend für die Chel zu rächen. Um ihm in dieser Aufgabe beizustehen, wird das Bewusstsein eines längst verstorbenen chelgrischen Generals in seinen Seelenbewahrer (engl. „soulkeeper“) überspielt, ein Gerät, welches normalerweise dazu dient, die Persönlichkeit seines Besitzers im Falle seines Todes zu speichern und zu bewahren. Teile seines Gedächtnisses werden selektiv bis zum Erreichen seines Ziels gelöscht, dann wird Quilan unter dem Vorwand, den Komponisten Ziller zur Heimkehr nach Chel bewegen zu wollen, zum Orbital Masaq (der kleineren Version einer Ringwelt) in der Kultur geschickt.

Dort lebt Ziller in einem selbst auferlegten Exil, nachdem er sich von seiner privilegierten Stellung im Kastensystem der Chel losgesagt hat. Als gefeierter Komponist wurde er beauftragt, ein Musikstück zu komponieren, welches an den Krieg zwischen der Kultur und den Idiranern erinnern soll. Als er von Quilans Besuch erfährt, gibt er sich große Mühe diesem nicht zu begegnen, da er nicht in eine Zivilisation zurückkehren möchte, von der er sich abgestoßen fühlt.

In der Zwischenzeit unterstützt das Gehirn (engl. „Mind“) von Masaq Ziller bei den Vorbereitungen für die Aufführung seines Werkes. Diese künstliche Intelligenz, welche das Orbital überwacht und kontrolliert, war früher Teil des Bewusstseins des Raumschiffs GSV Lasting Damage. Es trägt seine eigenen Geheimnisse aus der Zeit des Krieges zwischen den Idiranern und der Kultur mit sich und versucht seinerseits diese Vergangenheit zu bewältigen.

Zusammenhang innerhalb des Kultur-Zyklus

In verschiedener Hinsicht kann das Buch als eine lose Fortsetzung des zuerst erschienen Romans Bedenke Phlebas aus dem Kultur-Zyklus angesehen werden. Das Schiff GSV Lasting Damage war während des Krieges in die gleichen Kampfhandlungen während des Idiran-Kultur-Krieges verwickelt, welche auch den Ausgangspunkt für die Handlung in Bedenke Phlebas darstellen. Das von Ziller komponierte Werk soll im Gedenken an diesen Krieg zu dem Zeitpunkt aufgeführt werden, an dem das Licht einer bei diesem Gefecht ausgelösten Supernova (mehrere Jahrhunderte nach diesem Ereignis) auf Masaq eintrifft. Sowohl der Titel Bedenke Phlebas (engl. Consider Phlebas) als auch Blicke windwärts (engl. Look to Windward) sind einem Vers in dem Gedicht Das wüste Land von T.S. Eliot entlehnt, welches in diesem Buch als Epigraph erscheint:

“Gentile or Jew,
O you who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as you.”

Das Buch behandelt die Themen Exil, Verlust, Religiöse Rechtfertigung von massiven Vergehen an der Menschheit sowie gegen bewusstes und empfindungsfähiges Leben und die Sitten in einem technologisch uneingeschränkten anarchistischen Utopia.

Das Ende des Romans zeigt außerdem die harte und rachsüchtige Seite der Kultur. Ein ironischer Epilog, einige hundert Millionen Jahre nach den Ereignissen des Buches angesiedelt, deutet das (extrem) langfristige Schicksal der Kultur an.

Literatur


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