Blige
Mary J. Blige (2004)

Mary Jane Blige (* 11. Januar 1971 in New York City) ist eine US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und HipHop-Soul-Diva. Mit mehr als 40 Millionen verkauften Tonträgern und 8 Grammys gilt sie als eine der erfolgreichsten R&B-Interpretinnen unserer Zeit.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Jugend

Blige kam am 11. Januar 1971 als Tochter einer Krankenschwester und eines Jazzmusikers in der Bronx zur Welt. Vater Thomas verließ die Familie nur vier Jahre später und Mutter Cora, Mary und ihre ältere Schwester LaTonya zogen nach Yonkers. Dort trat Mary bereits im Alter von sieben Jahren als Leadsängerin des örtlichen Kirchenchors bei Gesangswettbewerben vor größerem Publikum auf.

Im Alter von 5 Jahren wurde sie sexuell missbraucht.[1] [2]

Als Teenager hielt Blige weiterhin zur Musik, begann allerdings mit 15 erstmals mit Drogen zu experimentieren, und mit 16 brach sie vorzeitig die Highschool ab.

Musikkarriere

1988, im Alter von 17, nahm Blige ihre erste Demokassette, ein improvisiertes Cover von Anita Bakers "Caught Up In The Rapture", auf. Durch Kontakte des damaligen Freundes ihrer Mutter geriet das Band an Andre Harrell, den Vorsitzenden des unabhängigen Hip-Hop-Labels Uptown Records. Nach einem erfolgreichen Vorsingen im Jahr darauf unterschrieb Mary schließlich ihren ersten Plattenvertrag.

1990er

Obwohl Blige unmittelbar mit den Aufnahmen zu ihrem Debütalbum begann, war sie bis zum Erscheinen von What's The 411 im Juli 1992 nur spärlich als Backgroundsängerin ihrer Labelkollegen Heavy D und Father MC zu hören. Dank zweier #1-Hits in den amerikanischen R&B-Charts entwickelte sich die Platte innerhalb eines halben Jahres jedoch mit mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren zu einem überragenden Erfolg für alle Beteiligten, zu denen neben den Sängern Donald "DeVante Swing" DeGrate und Cedric "„K-Ci“ Hailey von der R&B-Gruppe Jodeci auch der junge Produzent Sean "Puffy" Combs zählte. Aufgrund des anhaltenden Erfolges veröffentlichte Uptown Records Ende 1993 mit What's The 411? Remix eine weitere, überarbeitete Edition des Albums.

Im Dezember 1994 erschien mit My Life schließlich Marys zweites Album, für dessen Produktion sich diesmal erneut ihr jetziger Manager Sean „Puff Daddy“ Combs auszeichnete. Trotz vierer weniger erfolgreicher Singles wurde das Album mit weiteren drei Millionen verkauften Einheiten zu einem erneuten Erfolg für Uptown Records. Obwohl Blige sich zu gegebenem Zeitpunkt aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit, Alkoholsucht und Depressionen in einer privaten Sinnkrise befand, arbeitete sie 1995 weiterhin an einer Vielzahl verschiedener Projekte, darunter die erfolgreiche Babyface-Kollaboration Not Gon' Cry und I’ll Be There For You/You're All I Need To Get By, ein Duett mit Rapper Method Man, das im Folgejahr mit einem Grammy prämiert wurde.

Nach der Auflösung von Uptown Records veröffentlichte Mary J. Blige 1997 ihr drittes Studioalbum, erstmals unter MCA Records. Aufgrund privater als auch geschäftlicher Konflikte mit Combs, der im Vorjahr sein Label Bad Boy Records gegründet hatte, versammelte Share My World eine nicht minder angesehene Riege an neuen Produzenten wie Darkchild, Babyface und R. Kelly. Nicht zuletzt dank der vier erfolgreichen Auskopplungen Love Is All We Need (featuring Nas), I Can Love You (featuring Lil' Kim), "Everything" und "Seven Days" erreichte das Album Platz 1 der US-amerikanischen Albumcharts. 1998 folgte mit The Tour schließlich Bliges erstes Live-Album.

Im August 1999 erschien Bliges viertes Album Mary. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen bietet die CD eine reifere Zusammenstellung retrostilistischer Songs, die unter anderem mit Aretha Franklin, Elton John, Lauryn Hill und Eric Clapton eingespielt wurden. Obwohl die Platte überwiegend positive Kritiken erhielt, konnte sie mit zwei Millionen verkauften Exemplaren nicht an den Erfolg der vorherigen Alben anschließen. Trotzdem konnte Blige indessen mit As, einem Duett mit George Michael, und 911, einer Kollaboration mit Wyclef Jean, zwei weitere Charthits landen.

2000er

Nach zwei Jahren Arbeit erschien im August 2001 schließlich Mary J. Bliges fünftes Album No More Drama. Die von Dr. Dre produzierte und vorab veröffentlichte Singleauskopplung Family Affair entwickelte sich zu Bliges erstem internationalen Nr.1-Hit und brachte nach über zehn Jahren auch im deutschsprachigen Raum den ersten Top 10-Erfolg. Aufgrund des anhaltenden Erfolges der Auskopplungen Dance For Me und No More Drama wurde das Album im darauf folgenden Jahr wiederveröffentlicht. Zu den neu aufgenommen Songs zählten unter anderem die Ja-Rule-Kollaboration Rainy Dayz und das Grammy prämierte He Think I Don't Know.

Nach einem Labelwechsel zu Geffen Records veröffentlichte Blige im August 2003 ihr sechstes Studioalbum Love & Life. Das Album, für dessen Produktion sich – nach ausgeräumten Streitigkeiten – vor allem P. Diddy auszeichnete, erreichte zwar Platz 1 der U.S.-Albumcharts, konnte aufgrund der wenig erfolgreichen Singles Love @ 1st Sight (featuring Method Man), Ooh!, Not Today (featuring Eve) und It's a Wrap kaum ertragreiche Verkaufszahlen einfahren und entwickelte sich letztlich zu Marys größtem kommerziellen Misserfolg.

Im Sommer 2005 entschied man sich schließlich für die Veröffentlichung des ersten Greatest-Hits-Album mit dem Titel Reminisce. Da jedoch sowohl die Promosingle MJB Da MVP als auch die Singleauskopplung Be Without You positive Resonanz erhielten, entschied man sich stattdessen das für Frühjahr 2006 geplante Album vorzuziehen und so erschien mit The Breakthrough bereits im Dezember 2005 Bliges siebtes Album. Die von unter anderem Darkchild, will.i.am und Raphael Saadiq produzierte Platte verkaufte sich allein in Staaten in nur einer Woche über 730.000 Mal und gilt seitdem als das am schnellsten verkaufte Album einer Afroamerikanischen Sängerin. Die Auskopplungen Be Without You und One (im Duett mit U2) entwickelten sich zu Bliges größten Charterfolgen seit 2001.

Schließlich brachte Blige ihr Greatest Hits Album mit dem Titel Reflections - A Retrospective im Herbst 2006 auf den Markt,welches in mehreren Ländern hohe Chartspositionen erreichte. Die erste Single daraus trug den Titel We ride (I see the Future). Ende 2007 erschien nun ihr mittlerweile 12. Album Growing Pains aus welchem die Single Just fine stammt und welches sich seit mehreren Wochen in den amerikanischen Top 30 hält.

Diskografie

Alben

  • 1992: What's The 411?
  • 1993: What's The 411? – The Remix
  • 1995: My Life
  • 1997: Share My World
  • 1998: The Tour
  • 1999: Mary
  • 2000: Ballads
  • 2001: No More Drama
  • 2003: Love & Life
  • 2005: The Breakthrough
  • 2006: Reflections (A Retrospective)
  • 2007: Growing Pains

Schauspielkarriere

Ihr Schauspieldebüt gab Mary J. Blige 1998 bei einem Kurzauftritt in Jamie Foxx' Sitcom Der Hotelboy; als Ola Mae verkörperte sie die Rolle einer jungen Pfarrerstochter, die sich nach mehr als „nur“ Gospelmusik sehnt. Drei Jahre später war sie erstmals in einer Hauptrolle auf der Kinoleinwand zu sehen; in dem Independent Film Prison Song mimte Blige die alleinerziehende Mutter eines jungen Strafgefangegen (dargestellt von Rapper Q-Tip). Ende 2001 war die Sängerin zudem innerhalb einer einzigen Folge in einer Gastrolle in der Serie Strong Medicine: Zwei Ärztinnen wie Feuer und Eis zu sehen.

Im Frühjahr 2004 gab sie ihr Broadwaydebüt in dem Stück The Exonerated. Blige porträtierte die Rolle der Sunny Jacobs, eine Frau, die nach zwanzig Jahren unberechtigten Gefängnisaufenthalts in die Freiheit entlassen wird.

Im Dezember 2005 wurde bekannt, dass Mary J. Blige 2007 in der von MTV produzierten autobiografischen Verfilmung der Sängerin Nina Simone die Hauptrolle spielen wird.

Filmografie

Jahr Titel Rolle
2001 Prison Song Mrs. Butler
2001 Angel: One More Road to Cross Guardian Angel
2006 Ghost Whisperer
2007 Nina Simone Nina Simone

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Mary J. Blige - Growing Pains Review Auf hiphopjudge.com
  2. Rise and Shine: Mary's J. Blige's Struggle Auf oprah.com

Weblinks


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