Block Island (Rhode Island)
Block Island
Lage von Block Island
Lage von Block Island
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 41° 12′ N, 71° 35′ W41.1928-71.587264.3Koordinaten: 41° 12′ N, 71° 35′ W
Block Island (Rhode Island)
Block Island
Länge 11 km
Breite 5 km
Fläche 25,2 km²
Höchste Erhebung Beacon Hill
64,3 m
Einwohner 1.010
40 Einw./km²
Hauptort New Shoreham

Block Island ist eine Insel im Süden des US-Bundesstaates Rhode Island. Die 11 km lange, bis 5 km breite, birnenförmige Insel liegt etwa 16 Kilometer vor der Küste, in der Nähe der Einfahrt zur Narragansett Bay. Block Island hat 1.010 ständige Einwohner[1], in den Sommermonaten kann sich die Zahl der Bewohner allerdings vervielfachen. Der größte Ort ist Old Harbour im Osten.

Das Klima ist im Sommer angenehm warm, die Winter sind mild. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,8 °C, die Regenmenge im Jahresmittel 1032 mm (zum Vergleich Bremen: 9,2 °C und 672 mm).

Die Insel war ursprünglich vom Stamm der Manissee, einer Seitenlinie der Narraganset-Indianer, besiedelt. Für Europa entdeckt wurde Block Island im Jahr 1524 von Giovanni da Verrazano. Die erste Europäer, der auf der Insel landete, war allerdings erst 1614 Adriaen Block, ein niederländischer Handelskapitän, der das Gebiet der New Netherlands, den Long Island Sound und den Connecticut River erkundete. Seine Aufzeichnungen bildeten die Grundlage für die 1614 erschienene früheste Landkarte von Connecticut und Rhode Island des niederländischen Kartografen Willem Blaeu, auf der bereits Block Island eingezeichnet ist. 1636 kam Captain John Oldham aus Boston auf die Insel, um mit den Indianern Handel zu treiben. Im Verlaufe einer Auseinandersetzung ermordeten ihn die Indianer, was die Massachusetts Bay Colony veranlasste, Block Island zu besetzen und dabei mehrere Indianer zu töten. 1648 wurde die Insel für 40 Pfund verkauft und von zunächst 16 Familien besiedelt. 1672 gliederte sich die Ansiedlung in den Staat Rhode Island ein und erhielt den heute noch gültigen, amtlichen Namen "Town of New Shoreham". Diese Bezeichnung konnte sich im Sprachgebrauch aber nicht durchsetzen.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Block Island ein beliebtes und exklusives Touristenziel. Das ist bis heute so geblieben. Die Insel ist von Narragansett (vom Hafen von Gallilee) sowie von Newport und Providence in Rhode Island und New London in Connecticut mit der Fähre erreichbar. Die Schiffe verkehren in der Saison mehrmals täglich. Außerdem befindet sich auf Block Island ein Flugplatz für kleine Privatmaschinen.

Block Island, North Light
Block Island, Southeast Lighthouse

Trotz zahlreicher Touristen in den Sommermonaten hat sich die Insel ihren kolonialen Charme bis heute erhalten. Die exorbitanten Grundstückspreise limitieren die Zahl der Ferienhäuser, was dazu beiträgt, dass schlimme Bausünden bisher verhindert werden konnten. Im Gegenteil, ältere Häuser sind geschmackvoll restauriert und neue Häuser wurden von namhaften amerikanischen Architekten errichtet. Der bekannte Architekt Robert Venturi baute mehrere, hervorragend in die Landschaft integrierte Holzhäuser auf Block Island.

Auf den Besucher macht die Insel bis heute einen beschaulichen, etwas verschlafenen Eindruck, als sei die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts stehen geblieben. Man kann hier, für US-Amerika außergewöhnlich, zahlreiche Radfahrer und Fußgänger beobachten. Der Autoverkehr ist, obwohl nicht verboten, überschaubar geblieben.

Auf der Insel gibt es mehrere Yachthäfen, der größte ist der Great Salt Pond im Nordwesten. In den Sommermonaten liegen zahlreiche teure Privatyachten vor Old Harbour. Im Juni jedes Jahres startet hier die Block Island Race Week, eine bekannte Segelregatta, an der häufig auch bekannte Persönlichkeiten teilnehmen.

Touristische Ziele sind die beiden historischen Leuchttürme, die Mohegan Bluffs sowie das Natur- und Vogelschutzgebiet im Norden. Das Southeast Lighthouse wurde 1875 aus Ziegelsteinen erbaut und liegt unmittelbar an der Kante der Mohegan Bluffs, einer steilen Klippe, die 65 Meter senkrecht zum Meer abfällt. Seit 1990 ist der Turm stillgelegt und von einem automatischen Leuchtfeuer ersetzt.

Im Norden der Insel ist ein weiterer sehenswerter Leuchtturm. Das Block Island North Light wurde 1829 ganz aus massiven Granitblöcken errichtet und sicherte den Long Island Sound und die Einfahrt zur Narragansett Bay. Der auf dem Wärterhaus errichtete Turm ist 15 Meter hoch. Die ursprüngliche Konstruktion, die in einem Dünengebiet errichtet wurde, hielt jedoch nur 20 Jahre. Da die Dünen wandern, musste der Leuchtturm schon viermal versetzt werden. Seit 1973 ist er stillgelegt. Heute ist dort eine in den Sommermonaten geöffnete Ausstellung über die einst sehr gefährliche Schifffahrt in den Gewässern vor Block Island.

Wracks und Havarien

Zahlreiche Schiffe sanken in den Gewässern rund um Block Island, deren an den Strand gespülte Ladung früher eine lukrative Einnahmequelle für die Insulaner war. Die meisten Schiffswracks liegen heute noch dort und einige sind auch für Amateurtaucher erreichbar.

  • Am 6. Mai 1945 versenkten zwei amerikanische Kriegsschiffe und zwei US-Militärluftschiffe das deutsche U-Boot U 853 ca. 10 km westlich von Old Harbour. Das Wrack liegt in etwa 40 m Tiefe.
  • Zwei weitere U-Boote havarierten bei Block Island. Am 25. September 1925 rammte der Frachter City of Rome das U-Boot USS S51, das sofort sank. 33 Besatzungsmitglieder ertranken, 3 konnten sich retten. Am 18. März 1945 sank das U-Boot USS Brass etwa 10 km südlich von Southeast Point. Auch dieses noch gut erhaltene Wrack liegt heute noch dort.
  • Am 14. Januar 1942 versenkte das deutsche U-Boot U 123 den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker Norness etwa 80 km südöstlich von Block Island. Ein Besatzungsmitglied starb. Es war dies das erste Mal, dass im Zweiten Weltkrieg ein Schiff nahe der amerikanischen Küste torpediert wurde.
  • Am 27. Mai 1932 stieß das Passagierschiff City of Chatanooga etwa 8 km südlich von Southeast Point mit dem Frachter Grecian in dichtem Nebel zusammen. Bei dem Unglück starben 4 Besatzungsmitglieder der Grecian.
  • Am 19. März 1905 kollidierte etwas südlich von Old Harbour das Frachtschiff Spartan im Nebel mit einem Felsen.
  • Ebenfalls im Nebel lief am 10. Juli 1926 der Frachter Meteor an der Südspitze von Block Island auf die Klippen.
  • Nebel vor der Küste wurde auch dem Tanker Lightburne zum Verhängnis, der am 10. Februar 1939 vor der Südküste von Block Island sank.
  • Bis heute hat sich die Sage von dem Geisterschiff gehalten, über das sogar der Quäker John Greenleaf Whittier ein Gedicht geschrieben hat. Im Jahr 1752 segelte das niederländische Schiff Palatine mit 300 Immigranten von Amsterdam nach Boston. Am Weihnachtstag wurde das Schiff von einem gewaltigen Sturm auf die Mohegan Bluffs gedrückt und kenterte. Die Passagiere und die Besatzung konnten sich überwiegend an Land retten. Das hinderte allerdings die Strandräuber nicht daran, die Ladung zu plündern und das Schiff anschließend in Brand zu setzen. Als die Palatine lichterloh brannte, ertönte ein grässlicher Schrei, eine Frau, die nicht rechtzeitig von Bord gekommen war, verbrannte bei lebendigem Leibe. Von da an soll das geisterhafte, brennende Wrack an jedem Weihnachtstag zurückkehren. Es gibt bis in die neuere Zeit mehrere Zeugen, die ernsthaft behaupten, das Geisterschiff beobachtet zu haben. Der Wahrheitsgehalt der Legende ist zweifelhaft. Ein havariertes Schiff mit dem Namen Palatine hat es nie gegeben. Tatsächlich ist im am 27. Dezember 1738 das Auswandererschiff Princess Augusta an der Nordküste von Block Island mit 350 Passagieren gestrandet, die jedoch nicht zu Schaden kamen. Offenbar wurden hier Wahrheit und Legende vermischt.

Einzelnachweise

  1. United States Census Bureau 2000

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