Blockkondensator

Blockkondensator (auch Abblockkondensator, Stützkondensator oder Siebkondensator) bezeichnet in der Elektrotechnik einen Kondensator, der in einer Schaltung Stromimpulse bei Schaltvorgängen auffängt bzw. blockiert, indem er Energie aufnimmt oder zuvor gespeicherte Energie abgibt und so gegen Spannungseinbrüche schützt. Im Vergleich mit anderen Arten der Energiespeicherung schneidet der Kondensator besonders ungünstig ab, ist jedoch im Vergleich zu anderen Speichern wesentlich schneller in der Aufnahme, bzw. Abgabe seiner Ladung.

Historischer „MP-Blockkondensator“ aus dem Jahr 1923

Als Blockkondensator wird auch ein Kondensator bezeichnet, der die einer Gleichspannung überlagerten Wechselspannungen gegen Masse ableitet, unerwünschte Frequenzen gewissermaßen blockiert.

Kondensatoren wurden zu Beginn der Industrialisierung schon im 19. Jahrhundert benötigt. In der Telegrafie verwendete man Kondensatoren zur Siebung unerwünschter Störungen auf den Leitungen. Auch in den aufkommenden Telefonanlagen benötigte man Kondensatoren „im Speisekreis von Zentral-Batteriestationen, um die durch die Batterie-Ladeapparate hervorgerufenen Störungen, wie Summen und andere Geräusche, fernzuhalten“ (Originaltext, 1912).

Etwa ab 1850 wurde Glimmer, ein natürlich vorkommendes Mineral, in Scheiben geschnitten als Isolator für Kondensatoren verwendet. Papierkondensatoren mit Metallfolienbelägen sind seit 1876 bzw. 1900 in Gebrauch. Diese waren schon bedeutend kleiner als Glimmerkondensatoren mit gleicher Kapazität. Da beide Kondensatorarten als quaderförmige „Blöcke“ hergestellt wurden und in Gleichstromkreisen die überlagerten Wechselspannungen gegen Masse ableiteten, sie gewissermaßen „blockierten“, lag es nahe, diese Fähigkeit dieser Blockkondensatoren „abblocken“ zu nennen. Der Begriff „abblocken“ wird auch heute noch für Schaltungen mit Kondensatoren verwendet, die unerwünschte Störungen unterdrücken, die Störfrequenzen sozusagen "sieben".

Der rechts im Bild dargestellte Kondensator ist ein Metallpapierkondensator in der Baugröße 50 mm × 45 mm × 35 mm. Der Kondensatorblock ist aufgebaut aus geschichteten und mit Paraffin getränkten Papierfolien, die mit dünnen Metallfolien (Aluminium) belegt sind.


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