Bloodhound (Nachrichtendienst)

Bloodhound (dt.: Bluthund) war der Name einer Operation des US-Geheimdienstes Office of Strategic Services (OSS), ab Sommer 1946 im Nachkriegsdeutschland und insbesondere in den drei Besatzungszonen der Westalliierten.

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Aktion

Ursprüngliches Ziel der Operation war es, dass das ehemalige nachrichtendienstliche Personal des Deutschen Reiches erfasst und registriert wurde. Insbesondere war man an den ehemaligen und den Krieg überlebenden Mitarbeitern und Spionen der Abteilung Fremde Heere Ost (FHO), des Sicherheitsdienst des Reichsführers SS sowie auch der Gestapo interessiert, um zu überprüfen ob von diesen weiterhin eine Gefahr für die Sicherheit der USA ausgehen würde.

Ein wichtiger Informant dieser Operation war hierbei der frühere Oberregierungsrat sowie ehemalige SS-Sturmbannführer und Leiter der Gruppe E (Polizeiliche Spionageabwehr) im RSHA Walter Huppenkothen. Im Ergebnis dieser Operation und der Zusammenfassung der noch lebenden Agenten wurden viele von ihnen festgenommen und im Camp King zentral interniert. Von hier aus wurden zahlreiche dieser ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter wieder durch den ehemaligen Generalmajor und letzten Leiter der FHO Reinhard Gehlen rekrutiert, und in die Organisation Gehlen (Org) integriert.

Verwendung der ehemaligen Mitarbeiter

Viele dieser deutschen Fachleute der Spionage bildeten aufgrund ihrer exakten Arbeitsweise, was selbst der OSS und seine Nachfolgeorganisation CIA anerkannte, auch später die Grundlage des 1956 gegründeten Bundesnachrichtendienstes (BND), und machten damit trotz zweifelhafter Vergangenheit, auch im bundesdeutschen Staatsdienst eine weitere beachtenswerte Karriere. Hierzu zählten unter anderem auch Gehlens Nachfolger bei der FHO, Oberstleutnant Gerhard Wessel und Oberstleutnant Heinz Herre, welche beide später auch Präsidenten des BND wurden. Weiterhin gehörte zu diesen Spezialisten auch der ehemalige Oberstleutnant der Wehrmacht und ab 1944 Chef der Organisationsabteilung im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und spätere Brigadegeneral und Generalmajor der Bundeswehr Horst Wendland (*1912 - †  8.Oktober 1968, durch Suizid).[1] Andere wurden Mitarbeiter des militärischen Nachrichtendienstes MAD der 1955 gegründeten Bundeswehr oder des 1950 gegründeten bundesdeutschen Verfassungsschutzes und in einer seiner Landesbehörden.

Literatur

  • Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert; Herbig, München (2003); ISBN 3-7766-2317-9.
  • Wilhelm Ritter von Schramm: Geheimdienste im Zweiten Weltkrieg; Buchverlage Langen Müller Herbig, München (2003); ISBN 3-7766-2241-5.
  • Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes; Hamburger Edition (2002); ISBN 3-930908-75-1.
  • Hans-Jürgen Lange: Staat, Demokratie und Innere Sicherheit in Deutschland; Leske + Budrich Verlag, 1. Auflage (2000); ISBN 3-8100-2267-5.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tod am Mittag. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1968, S. 73–75 (online).

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