Blossius Aemilius Dracontius

Blossius Aemilius Dracontius war ein spätantiker lateinischer Dichter des späten 5. Jahrhunderts n. Chr. Er war senatorischer Herkunft und als Advokat in Karthago tätig.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Dracontius dichtete um 484 einen (nicht erhaltenen) Festgesang auf einen fremden Herrscher, vermutlich den byzantinischen Kaiser Zenon. Dafür wurde er mitsamt seiner Familie unter dem in Afrika herrschenden Vandalenkönig Gunthamund (484–496) verhaftet. Freigelassen wurde er wahrscheinlich erst unter Gunthamunds Nachfolger Thrasamund, auf den er ein (ebenfalls verlorenes) Dankgedicht verfasste.

Aus seiner in der Zeit vor und nach der Haft entstandenen Sammlung von zehn hexametrischen Gedichten, den Romulea, die er dem Grammatiker Felicianus gewidmet hatte, ist ein Stück mit dem Titel Orestis tragoedia erhalten. Die Aegritudo Perdicae wird Dracontius wahrscheinlich fälschlich zugeschrieben.

Zwei erst spät überlieferte Gedichte mit den Titeln De mensibus und De rosis nascentibus behandeln Schulthemen im Stil des Grammatikers Ausonius. Sie wurden vom italienischen Humanisten Bernardino Corio im 16. Jahrhundert gedruckt.

Die wesentlichen Werke des Dracontius sind in seiner Haftzeit entstanden. Dazu zählt ein Bußgedicht an Gunthamund in elegischen Distichen mit dem Titel Satisfactio, das sich an Ovids Tristia anlehnt; außerdem das Hauptwerk des Dracontius: De laudibus Dei. Es umfasst drei Bücher in Hexametern und verherrlicht Gottes Wohltaten an den Menschen. Außerdem fordert es Gunthamund zur imitatio Dei auf. Sprache und Stil des Werkes haben einen charakteristischen eigenen Stil, in der Metrik lehnt sich Dracontius an seine Vorbilder Vergil, Properz und Juvenal an.

Dracontius hatte einigen Einfluss auf die lateinische Dichtung in Afrika. Seine Werke wurden im Westgotenreich durch Eugenius von Toledo bearbeitet.

Ausgaben

Literatur

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