Bludenz
Bludenz
Wappen von Bludenz
Bludenz (Österreich)
Bludenz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 29,97 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 9° 49′ O47.1533333333339.8219444444445587Koordinaten: 47° 9′ 12″ N, 9° 49′ 19″ O
Höhe: 587 m ü. A.
Einwohner: 13.768 (30. Sep. 2011)
Bevölkerungsdichte: 459,39 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6700
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Werdenbergerstraße 42
6700 Bludenz
Website: www.bludenz.at
Politik
Bürgermeister: Josef Katzenmayer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(33 Mitglieder)
17 ÖVP, 9 SPÖ,
4 Offene Liste Bludenz, 3 FPÖ
Lage der Stadt Bludenz im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Bludenz im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf den Talkessel von Bludenz (von Südwesten)
Blick auf den Talkessel von Bludenz (von Südwesten)
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
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Die Bezirkshauptstadt Bludenz (standarddeutsche Aussprache: ['blu:dents], lokales Vorarlbergerisch: ['bludats]) mit 13.768 Einwohnern (Stand 30. September 2011) ist die südlichste Stadt im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bludenz ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks gleichen Namens und liegt auf 570 Meter Höhe, terrassenförmig über dem Talboden der Ill und dem Schuttfächer des Galgentobelbaches angelegt.

Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Täler Walgau, Brandnertal (Rätikon), Montafon (Silvretta), Klostertal (Arlberg) und (etwas weiter Ill-abwärts) Großes Walsertal. 48,5 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden von Bludenz sind Nüziders, Raggal, Innerbraz, Bartholomäberg, St. Anton im Montafon, Lorüns, Stallehr und Bürs.

Stadtgliederung

Stadtteile von Bludenz sind:

  • Altstadt
  • Ausserbraz
  • Beim Kreuz
  • Bings (wird in Ober- und Unterbings unterteilt)
  • Brunnenfeld (mit Kloster St. Peter)
  • Gasünd
  • Grubs
  • Halde
  • Mokry
  • Obdorf
  • Radin (wird in Ober- und Unterradin unterteilt)
  • Rungelin (Runggelin)
  • Unterfeld
  • Sankt Leonhard
  • Südtiroler Siedlung

Der Bludenzer „Hausberg“ ist der Muttersberg mit 1.402 Meter Höhe. Die Gehzeit von Bludenz über Laz auf den Muttersberg beträgt etwa 1½ bis 2 Stunden. Der Berg kann auch mit der Muttersberg-Seilbahn erreicht werden und bietet einen Panoramablick über den Talkessel der Stadt Bludenz, auf den Rätikon und in die Silvretta.

Geschichte

Funde aus der Bronzezeit deuten auf die älteste Siedlung am Fuße des Montikels.

Die Ortschaft Bludenz wurde erstmals im Jahre 830 im Churer Reichsurbar urkundlich genannt und im karolingischen Güterverzeichnis taucht 842 die Nennung „Pludeno“ auf.

Von 1098 bis 1629 war die Pest neunzehn Mal in Bludenz – besonders viele Opfer forderte sie 1143 und 1591.

1265 erfolgte die Gründung der Stadt Bludenz durch die Werdenberger, das Stadtrecht verlieh Hugo I. von Werdenberg 1274.

Herzog Friedrich IV. (mit der leeren Tasche) floh nach seiner Ächtung auf dem Konzil von Konstanz über den Arlberg nach Tirol. Dabei verbrachte er den 30. März 1416 in Bludenz (Erinnerung in Sagen an seine Bitte um Einlass am Oberen Tor).

Bludenz um 1643 (Kupferstich von Merian)

1420 kam die damalige Grafschaft Bludenz an Österreich. 1525 scheiterte die Reformation in Bludenz. Die Habsburger regierten Bludenz wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

1444 und erneut 1491 brannte die Stadt mitsamt der Tore, der Burg (später Barockschloss) und der St. Laurentiuskirche nieder. Am 1. November 1638 zerstörte wieder ein Brand nahezu die ganze Stadt; von den Flammen verschont blieb lediglich das Obere Tor mit zwei Nachbarhäusern sowie Kirche und Schloss. 1682 zerstörte ein weiterer Brand einen Großteil der aus Holz gebauten Häuser in der Stadt.[1]

Im Oktober 1730 erwarb der Tiroler Reichsfreiherr Franz Andreas von Sternbach, der als Bergbauunternehmer zu großem Reichtum gelangt war, die vereinigte Pfandherrschaft Bludenz-Sonnenberg.

19. Jahrhundert

Von 1806 bis 1814 gehörte die Stadt zu Bayern, danach wieder zu Österreich.

Beim Übergang an Bayern 1806 kam Bludenz zum Landgericht Sonnenberg, dessen Sitz bis 1810 Nüziders und danach die Stadt bildete. Nach der Rückkehr Vorarlbergs in den österreichischen Staatsverband 1814 wurde den Herren von Sternbach die hohe Gerichtsbarkeit nicht mehr zugestanden. 1854 löste man den restlichen Lehensbesitz ab – das Schloss Gayenhofen aber blieb bis 1936 ihr Privatbesitz.

Südtiroler-Siedlung

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde Bludenz zur Kreisstadt im Reichsgau Tirol-Vorarlberg. Kreisleiter waren Hans Bernard und Wernfried Richter. Das Hitler-Mussolini-Abkommen im Jahr 1939 bewirkte die Errichtung der Südtiroler-Siedlung.[2]

Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche diente ab 1943 als Flugbeobachtungsstelle und auf dem Muttersberg wurde eine Flugwache installiert. Beim Bürser Umspannwerk sowie am Bludenzer Bahnhof wurden 1943/44 Fliegerabwehrgeschütze stationiert und im Unterstein sowie in der Mokry jeweils ein Luftschutzstollen errichtet.[1]

Bludenz wurde im Mai 1945 von französischen Truppen befreit und war von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Im Bezirk Bludenz (Lager Rungelin und Bings) befanden sich im Juni 1946 noch 182 politische Häftlinge. Einige Insassen des Lagers Rungelin sollen im Letziwald oberhalb von Lorüns den so genannten „politischen Weg“ angelegt sowie Forstarbeiten vorgenommen haben.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2010 13.753
2006 13.960
2001 13.701
1991 13.369
1981 12.891
1971 12.273

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria
Am 31. Dezember 2002 zählte die Stadtgemeinde 14.528 Einwohner, der Ausländeranteil lag bei 16,9 Prozent. Mit den angrenzenden Gemeinden, insbesondere Nüziders und Bürs, bildet Bludenz ein einheitliches Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet mit rund 25.000 Einwohnern.
Die versäumten Eingemeindungen in der Vergangenheit wirken sich negativ auf die Finanzen der Stadt aus (siehe unten: Politik, Gemeindeeinnahmen).

Politik

Die Innenstadt von Bludenz

Der Gemeinderat besteht aus 33 Mitgliedern und setzt sich nach der Wahl 2010 wie folgt zusammen: ÖVP 17 Sitze, SPÖ 9 Sitze, Offene Bürgerliste 4 Sitze, FPÖ 3 Sitze. Gegenüber der Gemeinderatswahl 2005 verlor die SPÖ 2 Mandate, die FPÖ gewann 2.
Bürgermeister ist Josef „Mandi“ Katzenmayer, Vizebürgermeister Heinz Peter Ritter (beide ÖVP).

Wappen

Beschreibung: Im silbernen Schild ein schwarzes steigendes Einhorn. Auf dem Schild ruht eine silberne Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen.

Symbolik: Das althergebrachte Wappen wurde der Stadt Bludenz von der Vorarlberger Landesregierung am 8. Februar 1929 zugesprochen. Das Einhorn verkörpert ein uraltes Symbol der ungebändigten Kraft, ausdauernder Stärke sowie jungfräulicher Reinheit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Blick auf Bludenz von Nordwesten: Hl. Kreuz Kirche, Schloss Gayenhofen und Laurentiuskirche (von links)

2003 gab es am Ort 260 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 3.863 Beschäftigten und 282 Lehrlingen. Insgesamt wurden 6.345 lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gezählt.

Die größten Firmen in Bludenz sind die Brauerei Fohrenburg (gehört seit 1998 zur Firma Rauch Fruchtsäfte), Getzner-Textil (gegründet von Christian Getzner) sowie die Schokoladenfabrik Suchard. Die Schokoladenfabrik begann ihre Produktion in Bludenz 1888 als Tochterfabrik des Schweizer Stammhauses von Philipp Suchard.[4] Heute ist sie Teil des amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods. Alljährlich wird in der Innenstadt das "Milka Riesenschokoladefest", eine speziell auf Kinder abzielende Werbeveranstaltung abgehalten, wodurch die Stadt bei vielen Menschen als "Milka-Stadt" bekannt geworden ist.

Der Bludenzer Einzelhandel steht durch die zwei an der Bludenzer Stadtgrenze auf Bürser Gemeindegebiet erbauten Einkaufszentren stark unter Druck. Heftige politische Auseinandersetzung gab es um das neu erbaute Hallenbad „Valblu“ und das Krankenhaus, sowie um ein geplantes Einkaufszentrum, das im alten Kronenhaus in der Bludenzer Altstadt errichtet werden soll.

Bildung

In Bludenz gibt es sieben Kindergärten.
Am Ort gibt es (Stand im Januar 2003) 5.064 Schüler, davon 844 an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS; Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz und 2.875 an berufsbildenden höheren Schulen (Bundeshandelsakademie, Tourismusschulen).

Kultur

Remise Bludenz

Das Kulturzentrum von Bludenz ist die Remise Bludenz. Auf dem Programm stehen das ganze Jahr hindurch Konzerte von alter Musik über Weltmusik bis hin zu Jazz, Kabarett, Theater, Lesungen und Ausstellungen.

Verkehr

Eisenbahn

Ansicht des Empfangsgebäudes (2008)

Der 1872 eröffnete Bahnhof Bludenz ist heute ein Trennungsbahnhof an der Vorarlbergbahn, der Arlbergbahn und der Bahnstrecke Bludenz–Schruns (letztere betrieben durch die Montafonerbahn). Als Anfangspunkt der Westrampe der Arlbergbahn hat Bludenz besondere Bedeutung und dadurch zu einer Eisenbahnerstadt geworden.

Auto

Bludenz ist Endpunkt der Rheintal-Walgauautobahn A14, die hier in die Arlbergschnellstraße S16 übergeht. Teile der Altstadt sind als Fußgängerzone eingerichtet.

Bus

Der „Öffentliche Verkehr“ besteht aus drei Stadtbuslinien, welche die Ortsteile Südtiroler Siedlung, Rungelin und Brunnenfeld im Halbstundentakt mit dem Bahnhof verbinden. Weiters führen noch Landbuslinien in die fünf umgebenden Täler.

Seilbahn

Vom Ortsteil Obdorf führt die Muttersbergseilbahn auf den Bludenzer Hausberg Muttersberg, der auf dem Gemeindegebiet von Nüziders liegt. Die Seilbahn wurde vor wenigen Jahren erneuert und ausgebaut.

Sport & Freizeit

Sparkassenarena
1926 wird hier der erste Fußballplatz im Gemeindegebiet Bludenz unter dem Namen Fohrenburgstadion eröffnet, 1973 erfolgt der Spatenstich für den Stadionbau. Seit 2007 heißt das Stadion Sparkassenarena.
Erlebnisbad Valblu
1879 überlässt der Fabrikant Johann Gassner der Stadt den ursprünglich als „Feuerweiher“ (Wasserreservoir für die 1869 gegründete Freiwillige Feuerwehr Bludenz) angelegten Teich und die damit verbundene Badeanstalt in der Halde.
1967 wird das neu errichtete Freibad zur Nutzung freigegeben, 1975 erfolgt der Spatenstich für das Hallenbad.
1991 aus technischen Gründen geschlossen.
1996- 1998 Umbau zum Erlebnisbad Valblu
1998 Eröffnung des Alpen-Erlebnisbad VAL BLU
2004 erfolgt der Spatenstich für die VAL BLU Erweiterung
2005 nach einer Bauzeit von nur 15 Monaten eröffnet das VAL BLU Resort Hotel
Erholungsgebiet Hinterplärsch
Bei der Talstation der Muttersberg-Bahn gibt es eine Naturrodelbahn und einen Natureisplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten sind das ursprünglich erhalten gebliebene Obere- und Untere Stadttor, der Nepomukbrunnen sowie die Werdenbergerstrasse mit den Laubengängen.

Kirchen und Klöster

Hl. Kreuz Kirche
Laurentiuskirche
Stadtpfarrkirche Hl. Kreuz (1932–1934)
Hauptartikel: Heilig-Kreuz-Kirche (Bludenz)
Die Hl. Kreuz Kirche wurde errichtet nach Plänen von Albert Otto Linder und liegt im Südosten der Stadt, auf dem Gelände des 1887 aufgelassen Friedhofs an der Stelle des 1932 abgetragenen Hl.-Kreuz-Kirchleins. Der aus der Stuttgarter Schule stammende Architekt hat in den 20er Jahren im schwäbischen Raum eine Reihe romantisierender Kirchen gebaut und auch diese Kirche zeigt trotz moderner Konstruktion (z. B. Stahlbetonkuppel) historizierende Formen.
Der monumentale Zug und die betonte Materialsprache (Bruchsteinmauerwerk) haben Parallelen zur nationalsozialistischen Architektur, die sich zum Teil aus den süddeutschen Architekturschulen München und Stuttgart entwickelte.
Stadtpfarrkirche „Zum unbefleckten Herzen Mariens“ (Fatimakirche)
Hauptartikel: Fatimakirche (Bludenz)
Erbaut 1948–1950 nach den Plänen von Albert Otto Linder, liegt diese Kirche südlich der Südtirolersiedlung.
Kirche Hl. Laurentius
Hauptartikel: Laurentiuskirche (Bludenz)
Neben dem klassizistischen Schloss Gayenhofen liegt die Kirche auf einer die Stadt beherrschenden Anhöhe. Sie war vermutlich 806 Eigenkirche der Karolinger und fiel 940 an den Bischof von Chur.
Der Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einem Stadtbrand 1491 bis 1514 wieder aufgebaut. Das 1514 geweihte gotische Langhaus wurde 1742/43 verlängert und hat in seiner Bausubstanz aber bis heute kaum Veränderungen erfahren. 1720 wurde der Hochaltar aus schwarzem Marmor errichtet. Das Altarbild stammt vom Schweizer Künstler Melchior Paul von Deschwanden (1862).
1928 wurde die Kirche renoviert und 1967/68 durch Konrad Honold restauriert. An der Südseite des Turmes sind als Wappen die „Kaiseradler“ sowie das „Stadtwappen Bludenz“ dargestellt und darunter ist eine Sonnenuhr (1670) angebracht.
Im Chorbereich liegen Grabstätten der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg und im Inneren der Kirche findet sich eine Kreuzigungsgruppe vom Feldkircher Künstler Erasmus Kern (1592–1650).
Das Geläute der Laurentiuskirche besteht aus fünf Glocken, wovon zwei durch ihr Alter so wertvoll sind, dass sie in beiden Weltkriegen nicht eingeschmolzen werden mussten (Zwölfe- oder Susanna-Glocke von 1506: Martin Kisling und Hans Folmer II. aus der Biberacher Gießhütte; Elfe-Glocke von 1545: Hans von Malin).
Kirche „Zur Hl. Dreifaltigkeit“
Die Spitalskirche liegt in der Kirchgasse neben dem ehemaligen Spital. Erstmals erwähnt wurde diese Kirche 1472.
Dominikanerinnenkloster St Peter
Hauptartikel: Kloster Sankt Peter (Bludenz)
Graf Hugo I. von Werdenberg-Heiligenberg gründete diese Kirche 1278 anstelle einer älteren Kirche. Der Klosterbau begann 1286 und wurde bis 1354 erweitert. Die heutige Anlage wurde 1707–1709 errichtet und 1721–1723 erweitert.
Kapuzinerkloster und Klosterkirche
Das Kloster wurde 1645 gegründet. Die Gebäude des Klosters liegen außerhalb der Stadt im Osten des ehem. Montafoner Tores.
Die Klosterkirche Zu Maria Heimsuchung wurde 1648/1649 von Christoph Schueler und Adrian Keller erbaut.
St. Antoniuskirche
Hauptartikel: St. Antoniuskirche (Bludenz)
Die Kirche wurde im Jahre 1668 durch die Rungeliner Dorfgemeinschaft mit Hilfe auswärtigen Wohltätern zu Ehren des hl. Antonius von Padua errichtet und steht im Stadtteil Rungelin.

Stadtbefestigung

Unteres Stadttor

Von der einstigen Bludenzer Stadtbefestigung sind heute noch Teile erhalten. Die etwa 100 Häuser der Stadt waren mit einer doppelten Ringmauer, sieben Türmen und drei Toren umfangen und eingefriedet.[1] Das Stadttor im Osten der Stadt („Montafonertor“ oder „Kapuzinertor“) wurde 1846 abgerissen.

Unteres Tor
Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, wurde dieses Tor in der Folge mehrfach umgebaut. Es wird auch Mühletor oder Bürsertor genannt.
Oberes Tor
Erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, 1774 sowie 1920 umgebaut, wird auch Herzog-Friedrich-Tor oder Feldkircher Tor genannt. 1416 flüchtete Herzog Friedrich IV (mit einer leeren Tasche) von Konstanz kommend durch das Obere Tor in die Stadt; er wurde in Bludenz aufgenommen und von den Bürgern der Stadt sicher über den Arlberg gebracht.
Im Oberen Tor ist das Stadtmuseum Bludenz beheimatet. Wenige Meter entfernt führt eine im 17. Jahrhundert erbaute, gedeckte Kirchenstiege als eine der fünf Schlossstiegen auf die Anhöhe zur St. Laurentiuskirche und zum Schloss Gayenhofen.
Pulverturm
im Südwesten der Stadt, wurde Ende des 15. Jahrhundert erbaut.

Profanbauten

Bezirksgericht Bludenz (von Willibald Braun)
Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Nepomukbrunnen
Riedmiller-Denkmal
Bludenz gegen Brandnertal (Jakob Jehly um 1890)
Schloss Gayenhofen
→ Hauptartikel: Schloss Gayenhofen
Das Schloss liegt im baulichen Ensemble mit der Pfarrkirche beherrschend über der Stadt und dient heute als Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft Bludenz.[5]
Baumwollspinnerei der Fabrik Getzner (1883–1886)
Die Spinnerei in Klarenbrunn ist ein besonderes Beispiel des Vorarlberger Industriebaus, wie er aus englischen Quellen über Schweizer Firmen ins Land kam.
Der ausgewogene, langgestreckte zweigeschossige Backsteinbau wurde vom Ingenieurbüro John Felber aus Manchester entworfen und besitzt eine signifikante Pfeiler- sowie Eisenstruktur. Hier entstand eine Synthese zwischen den alten mehrgeschossigen Saalbauten mit Holzkonstruktion und den alten „Industrie-Sheds“.
Der Bau ist in seiner konstruktiven und funktionellen Konzeption ein markantes Beispiel des Industriebaus aus dem späten 19. Jahrhundert.
Bezirksgericht (1927–1929)
Dieser Bau von Willibald Braun ist ein in städtebaulicher Hinsicht besonders geglückter Bau.
Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Diese Straße ist nach den Grafen von Werdenberg-Montfort benannt, den einstigen Herren von Bludenz. Rechts und links wird sie von Bürger- und Patrizierhäusern eingerahmt, welche nach dem Stadtbrand 1638 entstanden sind. Sehenswert sind ihre prächtigen Fassaden, Giebel und Tore. Südländisch anmutend sind die Laubengänge, die die Fußgängerzone fast zu einer überdachten Innenstadt machen.
Dörflingerhaus
Dieses Haus in der Rathausgasse wurde schon im Jahr 1365 erwähnt.
Nepomukbrunnen (1730)
Der von Johann Ladner gestaltete Brunnen stellt den Hl. Nepomuk dar, der als Schutzpatron gegen Verleumdungen und Verdächtigungen gilt.
Riedmiller-Denkmal
Dieses Denkmal für Bernhard Riedmiller, einen Hauptmann der Bludenzer Schützen in den Napoleonischen Kriegen (1796–1799), wurde 1905 von Georg Matt gestaltet. Als Denkmalstifter scheinen die Gebrüder Neyer auf. Die Familie Neyer führte den Namen "Deli Neyers" oder "Tille Neyers", nach Franz Fidel Neyer benannt. Ein Vorfahre mit dem Namen Fidel Neyer kämpfte 1799 mit seinen Brüdern ehrenvoll in der Kompanie Riedmillers. Ein Andreas Neyer wird im Jahr 1796 als Fähnrich urkundlich genannt. Mindestens fünf Neyer - so viele Personen wie aus keinem anderen Bludenzer Bürgergeschlecht - beteiligten sich an den Abwehrkämpfen gegen die Franzosen.

Die Brüder Neyer, aus einer sehr alten Bludenzer Bürgerfamilie stammend, die schon 1472 urkundlich erwähnt ist, waren vermögend und setzten somit auch ihrer Familie ein Denkmal. Mit der für dieses Monument aufgewendeten Geldsumme von 16.000 Kronen, konnte damals ein kleines Haus in der Bludenzer Altstadt erworben werden. Von den vier Denkmalstiftern erlebte nur der Gastwirt und Ökonom Lorenz Neyer die Denkmalenthüllung.

Ehrenbürger

  • Franz Freiherr von Auffenberg (um 1790), schwäbischer Generalmajor [6]
  • Friedrich Freiherr von Hotze (* 1739; † 1799), Feldmarschalleutnant der preußischen Armee
  • Franz Freiherr von Jellachich (* 1746; † 1810), österreichischer Feldmarschalleutnant
  • Karl Graf von Belrupt-Tissac (* 1826; † 1903), Landeshauptmann Vorarlbergs
  • Josef Wolf (* 1829 † 1909), Bürgermeister von Bludenz
  • Dekan Franz Anton Bickel (* 1850; † 1916) Stadtpfarrer von Bludenz
  • Josef Wichner (* 1852; † 1923), Schriftsteller
  • Dr. Andreas Konzett (* 1861; † 1938), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter von Bludenz
  • Johann Matthias Jehly (* 1863; † 1950), Gemeindeschulrat
  • Matthias Längle (* 1869 † 1952), Bürgermeister von Bludenz
  • Guy Schlesser (* 1896 † 1970), General der Französischen Besatzungsmacht
  • Andre Gassner (* 1883 † 1959), Industrieller und Landtagsabgeordneter
  • Prälat Dr. Adolf Ammann (* 1898 † 1967), Stadtpfarrer von Bludenz
  • Ferdinand Graf von Beust (um 1870), Vormals K.K. öst. Reichskanzler, seit 1870 Ehrenbürger der Stadt Bludenz

Berühmte in Bludenz geborene oder wirkende Personen

  • Bertram Batlogg (* 1950 in Bludenz) ist ein Physiker.
  • Dietmar Berchtold (* 1974 in Bludenz) ist ein Fußballspieler.
  • Grete Gulbransson (* 31. Juli 1882 in Bludenz; † 26. März 1934 in München; geborene Margarethe Jehly) war eine Schriftstellerin und Heimatdichterin.
  • Martin Frainer (* 9. November 1977 in Bludenz) ist ein Musikproduzent und Komponist.
  • Anton Jehly (* 1860 in Bludenz; † 1928 ebendort) war ein österreichischer Maler und Restaurator.
  • Jakob Jehly (* 1854 in Bludenz; † 1897) war ein Maler.
  • Rainer Juriatti (* 1964 in Bludenz) ist österreichischer Schriftsteller und Drehbuchautor.
  • Anton Jussel (* 6. November 1816 in Bludenz; † 23. Juli 1878) war Landeshauptmann Vorarlbergs (1873–1878).
  • Heribert Konzett (* 21. Juni 1921 in Bludenz, † 4. November 2004) war ein Dr. der Medizin und ehemaliger Leiter des pharmakologischen Instituts Innsbruck.
  • Martina Mittelberger (* 1967 in Bludenz) ist eine österreichische Schriftstellerin.
  • Herwig Pecoraro (* 2. September 1957 in Bludenz) ist Staatsopernsänger in Wien.
  • Heilwig Pfanzelter (* 7. Dezember 1953 in Bludenz) ist Fernsehjournalistin, Schauspielerin und Sängerin in Wien.
  • Volker Plangg (* 27. Juni 1953 in Bludenz) ist ein Dirigent und Komponist.
  • Bernhard Riedmiller (* 5. Juni 1757 in Illerbachen bei Memmingen; † 11. Januar 1832 in Wien) war Gastwirt und Freiheitskämpfer in der napoleonischen Zeit.
  • Guido Schmidt (* 15. Januar 1901 in Bludenz; † 5. Mai 1957 in Wien) war ein österreichischer Diplomat und Politiker.
  • Andrea Tagwerker (* 1970 in Bludenz) ist eine Rennrodlerin.
  • Ingrid Thurnher (* 6. Juli 1962 in Bludenz) ist eine Fernsehjournalistin und Nachrichtensprecherin.
  • Markus Wallner (* 20. Juli 1967 in Bludenz) ist ein Politiker (ÖVP) und Landesstatthalter von Vorarlberg.
  • Susi Weigel (* 29. Jänner 1914; † 21. Dezember 1990 in Bludenz) war eine Kinderbuchillustratorin.
  • Josef Wichner (* 1852; † 1923) war ein Schriftsteller.
  • Herbert Willi (* 7. Jänner 1956 in Bludenz) ist ein Komponist und Dirigent.

Städtepartnerschaft

Bludenz pflegt eine Partnerschaft mit folgenden Städten:

Weblinks

 Commons: Bludenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Bludenz Lesebuch, von Manfred Tschaikner ISBN 978-3-901325-46-5
  2. Onlineauftritt BMI Markus Barnay: Vorarlberg-Leitfaden. Was Staatsbürgerschaftswerber über unser Land wissen sollten, Bregenz 2006. Seite 11 (PDF).
  3. Montafoner Heimatmuseum Schruns; Sonderausstellung Montafon 1945-1955
  4. http://wirtschaftsarchiv-v.at/pdf/Industrie.pdf Entstehung und Entwicklung der Vorarlberger Industrie
  5. Geschichte der Bezirkshauptmannschaft Bludenz
  6. Ehrebürger in Vorarlberg, von Christoph Vallaster (1986); ISBN 3-85258-001-3

Quellen


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