Blue Note Records
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Blue Note Records ist ein Plattenlabel für Jazzmusik, das 1939 von Alfred Lion und Francis Wolff in New York gegründet wurde.

Der Name ist von den charakteristischen „blue notes“ der Jazz- und Bluesmusik abgeleitet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Alfred Lion hat schon in jungen Jahren in seiner Heimat Berlin den Jazz gehört. Er emigrierte 1937 nach New York und nahm 1939 in einem angemieteten Studio eine eintägige Session von Albert Ammons und Meade Lux Lewis auf. Das Label Blue Note bestand ursprünglich aus Lion und Max Margulis, einem Schriftsteller, der die Finanzierung übernahm. Die ersten Releases waren traditioneller „hot jazz“ und Boogie Woogie, der erste Hit des Labels „Summertime“ von Sidney Bechet. Oft kam es vor, dass die Musiker ihre Aufnahmen in den frühen Morgenstunden machten, nachdem sie mit ihrem „Tagesjob“ in den Nachtclubs und Bars fertig waren und mitunter mit alkoholischen Erfrischungsgetränken versorgt wurden. Die Musiker wurden von den Produzenten immer gut behandelt. Sie konnten zu jeder möglichen Zeit Aufnahmen machen und hatten großen Einfluss auf alle Schritte der Plattenproduktion. Sie wurden später auch für ihre Probezeiten bezahlt.

Francis Wolff war professioneller Fotograf, der Ende 1939 in die Vereinigten Staaten emigrierte und dort seinen Jugendfreund Lion wiedertraf, dem er sich bald anschloss. Lion wurde 1941 für zwei Jahre in die Armee berufen. Erst Ende 1943 war die Firma wieder voll im Geschäft, machte neue Aufnahmen und versorgte die Armee mit Schallplatten. Die Photographien von Wolff sollten indes in die Stilgeschichte des Plattencoverdesigns eingehen.

Verbunden mit der sehr erfolgreichen Unternehmensgeschichte ist die Entwicklung des Jazz und die Ablösung der alten Schellackplatten durch das moderne Vinyl.

Zu Kriegsende war auch Ike Quebec einer derjenigen, die Aufnahmen bei Blue Note machten. Er war jedoch auch bis zu seinem Tod 1963 Talentscout. Auch wenn er schon zur älteren Generation gehörte, wusste er den neuen Stil Bebop, den Dizzy Gillespie und Charlie Parker spielten, anzuerkennen und zu schätzen.

Blue Note war in den 50er und 60er Jahren eines der renommiertesten Jazz-Labels und veröffentlichte eine große Zahl an einflussreichen, stilprägenden Jazzalben, größtenteils von sehr talentierten Musikern der damaligen Zeit. Zu ihnen gehören Jazzlegenden wie Bud Powell, Miles Davis, John Coltrane, Ornette Coleman und Thelonious Monk. Blue Note war bekannt für das hohe künstlerische Niveau und die hervorragende Klangqualität der veröffentlichten Aufnahmen. Die meisten klassischen Aufnahmen auf Blue Note wurden von dem Toningenieur Rudy Van Gelder in dessen eigenem Tonstudio aufgenommen. Die Karriere zahlreicher bekannter Jazzmusiker wie Horace Silver, Herbie Hancock, Art Blakey, Stanley Turrentine, Jimmy Smith, Wayne Shorter, Lou Donaldson u.a. ist untrennbar mit dem Namen Blue Note verbunden.

Die erste 10" Vinyl von Blue Note erschien 1951. Das Label nahm bald neue Talente wie Horace Silver, die Jazz Messengers, die bald Art Blakeys Band wurden, oder Clifford Brown auf. Rudy Van Gelder war als Tontechniker ab 1953 bis in die späten Sechziger für Blue Note tätig und wurde auch bei anderen Labels sehr begehrt. Heute ist er damit beschäftigt, seine alten Aufnahmen neu zu mastern. Die Plattencover wurden ab den späten 40er Jahren zunächst von Paul Bacon, Julian Alberts und John Hermansader gestaltet. Großen Einfluss hatten dann die ab 1956 von Designer Reid Miles harmonisch asymmetrisch gestalteten Plattencover. Diese bestanden aus einer einfarbigen, über den Rand der Plattenhülle gezogenen Fotografie, einem serifenlosen Schriftzug und einem weißen, rechteckigen Streifen für den Titel. Für die verwendeten schwarz-weiß Fotografien war meist Francis Wolff verantwortlich. Einige der Blue Note Cover Mitte der 1950er zeigten auch die Zeichnungen eines damals noch kaum bekannten Künstlers namens Andy Warhol.

Noch heute legendär ist das Motto von Alfred Lion und Francis Wolff, mit dem sie den Musikern während der damaligen Aufnahmesessions mitteilten, wie für die beiden ein echter Jazzsong klingt: „It must schwing!“.

Das Konzept von Blue Note bestand in der Präsentation von ad hoc zusammengestellten Gruppen, deren Mitglieder normalerweise in anderen "Working Bands" beschäftigt oder "Freelancer" waren. Die Ausnahmen bildeten Horace Silver (Horace Silver Quintet) und Art Blakey (Jazz Messengers).

1965 verkauften Lion und Wolff Blue Note an die Plattenfirma Liberty. Lion ging zwei Jahre später in den Ruhestand und Wolff starb 1971. Liberty wurde schon 1969 an United Artists verkauft, das wiederum 1979 von EMI gekauft wurde, die zeitgleich Blue Note einstellte. Der Katalog und der Name von Blue Note sind seit 1985 Eigentum von Capitol Records. Die Neugründung von Blue Note fand 1985 statt. Alte Künstler wie McCoy Tyner machten neue Aufnahmen und junge Musiker wie Joe Lovano oder Greg Osby konnten sich bei Blue Note große Reputation verdienen. Großen kommerziellen Erfolg hatte das Label mit Norah Jones und etablierte Künstler wie Van Morrison, Al Green und Anita Baker kamen zu Blue Note.

1997 kam der musikalische Dokumentarfilm Blue Note - A Story of Modern Jazz von Julian Benedikt in die Kinos.

2000 wurde die CD Scales, Grounded der Brüder Martin Scales und Patrick Scales als eine der wenigen Produktionen deutscher Musiker bei Blue Note Records veröffentlicht. Seit 2007 werden auch die Alben des deutschen Entertainers Götz Alsmann auf dem Label veröffentlicht.[1]

Literatur

  • Francis Wolff, Jimmy Katz: Blue Note Photography. jazzprezzo, Bad Oeynhausen 2009, ISBN 978-3-9810250-8-8. (Hrsg. von Rainer Placke und Ingo Wulff)
  • Richard Cook: Blue Note. Die Biographie. Argon Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-870-24599-9.
  • Graham Marsh, Glyn Collingham: Blue Note. Album Cover Art. Chronicle Books, San Francisco 2002, ISBN 0-8118-3688-6.
  • Michael Cuscuna, Charlie Lourie, Oscar Schnider: The Blue Note Years. Die Jazz-Fotografie von Francis Wolff. Edition Stemmle, Kilchberg/Zürich 1995, ISBN 3-905514-89-3. (Mit einem Vorwort von Herbie Hancock; Übers. aus dem Amerikan.: Wolfgang Schulz)

Film

  • Blue Note - A Story of Modern Jazz. Musik-Dokumentation, Deutschland, USA, 1997, 92 Min., Buch und Regie: Julian Benedikt, Produktion: arte, SDR, DR, Besprechung, u.a. mit Art Blakey, Herbie Hancock, Max Roach, Taj Mahal, Thelonious Monk, Carlos Santana, Ruth Lion.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Siehe Künstlerseite G. Alsmann bei roofmusic: http://www.roofmusic.de/de/index.php?area=de&content=artistdetail&id=90, abgerufen am 3. Oktober 2011.

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