Blues Harp
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen:

Lemma ist sehr "Bluesharplastig" ;-)

  • Aufbau und Teile einer Muha
  • Geschichte weiter ausbaubar (angefangen bei dem Sheng und Maultrommel)
  • Ergänzung der Muha-Typen (Tremolo, Oktav usw.)
  • Neuentwicklungen und innovative Muhas
  • Spieltechnik, Funktion, Akkordkonzepte, Muha-Physik usw.
  • spezielle bekannte Stimmungen wie Paddy-Richter oder Diminished usw.
  • Muha-Produzenten (darunter Customizing)
  • weitere Verwendungsgebiete (wie z. B. Asthmatraining)
  • einige Klangbeispiele der unterschiedlichen Muhas wären sicher ganz nobel
  • Anregungen können in der englischen Wiki gefunden werden [1]
  • Nach Entfernung der Weiterleitung vom Lemma Kreuzwender, der hier gar nicht (mehr?) behandelt wurde, fehlt in WP nun der Begriff ganz. Er sollte hier als besondere Mundharmonika-Variante beschrieben, danach die Weiterleitung wieder gesetzt werden.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Mundharmonika
engl.: Harmonica, ital.: Armonica a bocca, frz.: Harmonica
Klassifikation Aerophon
Tonumfang
Klangbeispiel  Pumping sound on a Hohner Marine Band?/i
Verwandte Instrumente Akkordeon, Shō, Sheng
Musiker
Little Walter, Bob Dylan, Howard Levy, Sonny Terry, Steven Tyler , Stevie Wonder
Kategorie:Mundharmonikaspieler
diatonische Mundharmonikas

Die Mundharmonika (auch Harp) ist ein Musikinstrument mit Durchschlagzungen aus Metall in Luftkanälen. (Im Bairischen umgangssprachlich auch Fotzenhobel oder eher Fotzhobel, im Alemannischen oft Goschehobel oder Schnurregige genannt)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die gewerbsmäßige Herstellung und der Vertrieb von Mund- und Ziehharmonika begannen in Wien. Belegt ist der Verkauf von Mundharmonikas in Wien ab 1825. Der Thüringer Friedrich Buschmann, der in einem Brief von 1828 über seine soeben getätigte Erfindung berichtete, scheidet demnach als Erfinder aus.[1]

1823 erwarb Johann Georg Meisel auf der Braunschweiger Messe eine Mundharmonika. 1824 bekam Anton Reinlein in Wien ein Patent für eine Verbesserung der Handharmonika, Mundharmonikas wurden dort schon wesentlich länger gebaut. 1826 in Knittlingen durch Ignaz Hotz Nachbau, Firmengründung 1826. 1827 in Graslitz (Klingenthal) Nachbau durch Johann Georg Meisel gemeinsam mit Johann Langhammer. 1829 erhielt Johann Wilhelm Rudolph Glier (1793 - 1873) vom physikalischen Verein in Frankfurt am Main eine Mundharmonika zum Geschenk und baute kurz darauf die Instrumente nach.

1828 wurde das Psallmelodikon patentiert. Es bestand aus einer Messingröhre von etwa 30 cm Länge. Es hatte Stimmzungen aus einer Silberlegierung, 20 Klappen und sechs Fingeröffnungen sowie einen Tonumfang von über zwei Oktaven.

1829 erfand Charles Wheatstone das Symphonium, eine Art Luxusmundharmonika und der Vorläufer der englischen Konzertina.

Zur Vorgeschichte siehe:

Überblick

Die Mundharmonika hat sich auf Grund ihrer Kompaktheit und des relativ niedrigen Preises, verglichen mit anderen Musikinstrumenten, weltweit als Volksinstrument etabliert. Einfache Melodien wie die bekannter deutscher und internationaler Volkslieder sind leicht zu erlernen, jedoch ergeben sich, bedingt durch die Bauart, teilweise Einschränkungen der möglichen Tonfolgen und Akkorde.

In der klassischen Musik hat die Mundharmonika nur zwei größere Auftritte: Der brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos schrieb ein Konzert für Mundharmonika und Orchester und von Ralph Vaughan Williams gibt es eine Romanze für Mundharmonika und Streicher.

Eine besondere Stellung nimmt sie in der Blues-Szene ein, in der sie als Blues Harp bezeichnet wird. Oftmals nur von einer Gitarre begleitet, jedoch auch in größeren Combos, unterstreicht sie hier durch ihren teils lauten und „schreienden“, teils fast schon als „weinend“ zu beschreibenden Ton die typisch düstere Stimmung des Blues.

Bestandteile einer Mundharmonika

Stimmplatte auf dem Kanzellenkörper einer diatonischen Mundharmonika montiert. Gut sind hier die verschieden langen Stimmzungen zu sehen (je länger die Zunge, desto tiefer der Ton)
Kanzellenkörper und zwei Stimmplatten
Stimmplatte
Mundharmonika

Die Grundbestandteile einer Harmonika sind Kanzellenkörper, Stimmzungen und Stimmplatten.

Kamm

Der Hauptbestandteil des Instruments wird Kanzellenkörper, volkstümlich auch 'Kamm'genannt. Der Name kommt von den Ähnlichkeiten zwischen einfachen Harmonikas und einem Kamm. Ursprünglich wurden sie in Holz gefertigt, werden aber heutzutage häufig aus Kunststoff (ABS) Aluminium oder Metall gefertigt. Der Kanzellenkörper enthält die Luftkammern, welche die Atemluft zu den Stimmzungen kanalisieren. Gewisse moderne, experimentelle Kammbauformen verfügen über sehr komplexe Luftführungsmechanismen.

Stimmplatte und Stimmzungen

Die Stimmplatten werden oben und unten auf dem Kanzellenkörper befestigt und durch Deckel aus Blech verkleidet. Die Stimmzungen (Tonzungen) sind auf die Stimmplatten genietet, so dass sie frei durch die darunter liegenden Ausschnitte in den Stimmplatten - die Tonlöcher - hindurchschwingen können. Die Abmessungen lassen einen definierten Luftspalt zwischen Tonloch und -zunge frei. Damit die Zunge durch die Blasluft anschwingen kann, muss sie ein wenig nach oben gebogen sein. An jeder Kanzelle sind jeweils eine nach innen gerichtete Druck- und eine nach außen gerichtete Sogzunge angeordnet, die entsprechend durch Blasen oder Saugen angeregt werden. Die jeweils inaktive Tonzunge hat beim normalen Spielen keinen Einfluss auf die Klangentstehung und verbleibt in Ruhelage. Für eine gleichmäßigere Verteilung der Biegespannung verjüngen sich die Querschnitte der Zungen zum freien Ende hin. Um die Kerbwirkung an der Einspannstelle der Zunge zu vermindern soll der Querschnittsverlauf frei von Unstetigkeiten sein.

Harmonikatypen

Chromatische Mundharmonika

Chromatische Mundharmonika

Chromatische Mundharmonikas erlauben es, über einen eingebauten Schieber alle Halbtöne der westlichen Musik abzudecken. Somit stehen ihnen alle Musikstile offen.

                       C# F  G# C# C# F  G# C# C# F  G#   C#     <=  Blastöne mit gedrücktem Schieber
                       C  E  G  C  C  E  G  C  C  E   G   C      <=  Blastöne
Kanzelle :     =>     (1)(2)(3)(4)(5)(6)(7)(8)(9)(10)(11)(12)
(Blasöffnung)          D  F  A  H  D  F  A  H  D  F   A   H      <=  Ziehtöne
                       D# F# A# C  D# F# A# C  D# F#  A#  C      <=  Ziehtöne mit gedrücktem Schieber

Die Kanzellen 1-4 und 5-8 umfassen demnach bereits sowohl eine vollständige C-Dur-Tonleiter als auch bei gedrückt gehaltenem Tonschieber eine vollständige C#-Dur- (bzw. enharmonisch verwechselt:) eine Db-Dur-Tonleiter. In einer Kanzelle, die auch "(Ton-)Kanal" genannt wird, befinden sich also vier durch Plastikventile abgedichtete sogenannte "Stimmfedern", welche durch ein bzgl. der Lautstärke in gewünschter Luftstromstärke dosiertes Blasen oder Ziehen zum "Schwirren" gebracht werden und durch ihren physikalischen Längenzuschnitt die jeweils tiefen bis hohen Töne erzeugen.

Die chromatische Mundharmonika wird zumeist - wie andere, obligate Blasinstrumente - eintönig gespielt, wobei es zwei Spieltechniken gibt. Eine diese Spieltechniken ist das beliebte tongue-blocking. Hierbei wird die Zunge auf das Mundstück gelegt und (je nach individueller Spielart und Mundgröße) mehrere Tonkanäle ständig abgedeckt, sodass im rechten Mundwinkel eine Kanzelle zur Erzeugung des Melodietones offengelassen wird. Die bei anderen Mundharmonikamodellen gern und oft praktizierte rhythmisierende Zungenschlagtechnik wird bei der chromatischen Mundharmonika aus harmonischen Gründen eher nicht angewendet. Die andere Spieltechnik ist die mit dem "gespitzten Pfeifmund". Wie beim Pfeifen eines Liedes wird das Loch zwischen Ober- und Unterlippe so stark verkleinert, dass die Atemluft nur einen einzigen Tonkanal bedient.

Beide Spieltechniken sind anfänglich gewöhnungsbedürftig allein schon dadurch, dass die Gestaltung der Arbeit mit dem Mund im Zusammenhang mit dem Gebrauch der Harmonica zunächst recht schwierig erscheinen mag. Hier hilft wieder einmal mehr nur Geduld, bis der Erfolg sich nach einigem Übungsaufwand einstellt.

Es gab auch eine chromatische Mundharmonika mit zwei Schiebern, die Hohner Chordomonica II, die auf einer Erfindung von Chamber Huang basiert. Sie soll in den 80er Jahren, nach anderen Angaben 60er Jahren, außer Produktion genommen worden sein.

Chromatische Mundharmonikas ohne Schieber ermöglichen das chromatische Spiel ohne Schieber (z. B. Tombo Violin Scale, Tombo Chromatic Single). Dabei tragen sie zwei Tonreihen übereinander, die um genau einen Halbton verschieden voneinander sind. Dadurch wird es möglich, die von einem Gestell gehaltene Mundharmonika chromatisch parallel zur Gitarre zu spielen. Für einen Halbton muss man lediglich kurz in die andere Lochreihe wechseln. Manche chromatische Schieber-Mundharmonikas können auch leicht zu schieberlosen umgebaut werden.

Diatonische Mundharmonikas

Richter-Mundharmonika

Bluesmundharmonika mit Holzkanzellen

Hauptartikel: Richter-Harmonika

Eine Diatonische Mundharmonika hat in ihrer Richterausführung 10 Kanzellen (Blasöffnungen). Sie ist nicht chromatisch, sondern in „Richterstimmung” gestimmt. Durch blasen und ziehen lassen sich an jeder Kanzelle zwei unterschiedliche Töne erzeugen.

Tremoloharmonika

Tremoloharmonika

Hauptartikel: Tremoloharmonika

Das entscheidende Merkmal einer Tremolo-Mundharmonika (auch Wiener Stimmung genannt) ist, dass sie zwei Stimmzungen pro Ton besitzt, wobei eine wenig höher, die andere wenig tiefer intoniert ist als die Zielnote, was einen einzigartigen welligen oder trällernden Klang erzeugt. Die asiatische Version, die alle Noten umfasst, findet in der ostasiatischen Unterhaltungsmusik Verwendung.

 Hörbeispiel?/i

Oktavmundharmonika

Oktavharmonika

Hauptartikel: Oktavharmonika

Oktavharmonikas (auch Knittlinger-Stimmung genannt) haben zwei Blättchen pro Blasloch, welche um eine genaue Oktave verschoben intoniert sind. Viele sind von der Bauweise mit der einer Tremoloharmonika (wie oben beschrieben) identisch, basieren also auf dem "Wiener System".

 Hörbeispiel?/i

Sonderstimmung

Hauptartikel: Sonderstimmung (Mundharmonika)

Eine Sonderstimmung besitzt eine vom Standard abweichende Aufteilung der Töne. Dabei werden je nach Sonderstimmung verschiedene Ziele verfolgt. Eigentlich müsste es Sondertonarten heißen, da es sich nicht um die Aufteilung der Oktave in Töne handelt, sondern um die Anordnung der verschiedenen Töne. Allerdings hat sich die Bezeichnung Sonderstimmung im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. Die Standard-Mundharmonika orientiert sich in ihrer Aufteilung nach den gebräuchlichen Dur-Tonarten, während bei Sonderstimmungen das Instrument oft in ethnischer Musik Verwendung finden soll, es bessere Bendingmöglichkeiten aufweisen muss, Spezialeffekte erzielt werden sollen u.v.m.

Weitere Mundharmonika-Typen

  • Begleiter-Mundharmonika
  • Bass-Mundharmonika

Spieltechnik und Theorie

Bluesharp

Durch die Anordnung von einem Blaston und einem Ziehton pro Kanzelle kann durch Veränderung des Mundraumes beim Spielen die Tonhöhe abweichend von ihrer eigentlichen Stimmung verändert werden; z. B. kann dadurch beim Atem-Ziehen durch die Kanzelle auch die Blaston-Stimmzunge in Bewegung versetzt werden (Überziehen). Daraus ergibt sich eine Tonhöhenveränderung um mindestens einen Halbton.

Somit hat ein geschickter Mundharmonikaspieler auf seiner diatonischen Bluesharp mehr Töne zur Verfügung, die ohne diese Effekte (genannt: blas/zieh Bending und blas/zieh Overbend) in der Richter-Stimmung nicht zur Verfügung ständen.

Das Bending (engl. für Biegen) ist eine besonders bei Blues-Musikern verbreitete Spielweise, da nicht nur mit den von der Tonleiter zu Verfügung stehenden Tönen (chromatisch) gespielt werden kann, sondern ein gleitender Ton-zu-Ton-Übergang und das Spielen mit Bluenotes und anderen speziellen Leittönen, wie er beim Blues üblich ist, möglich wird.

Akkorde

Die Beispiele sind auf eine Richter-Harmonika in C-Dur bezogen.

Geblasene Akkorde
Bläst man durch mindestens 3 aneinanderliegende Kanzellen gleichzeitig,
ertönt immer ein Dur Akkord:                                              C    (C E G).
Gezogene Akkorde
Zieht man an Kanzelle 1-4 gleichzeitig, so ertönt der Dur-Akkord:         G    (D G H (D))
Zieht man an Kanzelle 3-5 gleichzeitig, so ertönt der verminderte Akkord: H°   (H D F)
Zieht man an Kanzelle 4-6 gleichzeitig, so ertönt ein Moll Akkord:        dm   (D F A)

Damit ermöglicht die Richterstimmung eingeschränkte Akkordbegleitung. Die oberen Kanzellen eignen sich wegen der Tonhöhe weniger zur Akkordbegleitung. Eine etwas anspruchsvollere Anwendung der Akkorde ist z. B. in einem Lied nach manchen Melodietönen den passenden Akkord anzuspielen und anschließend mit der Melodie fortfahren.

Bending

Das Blas- und Zieh-Bending wird auf die gleiche Weise erzeugt, nur die Luftrichtung ist entgegengesetzt. Um das Bending zu erzeugen muss man die Zunge heben um den Luftstrom am Gaumen einzuengen. Dabei soll die Zunge vorne entspannt bleiben, nur der hintere Teil darf gehoben werden. Das Bending funktioniert nicht auf allen Kanzellen, aber dafür auf manchen um mehrere Halbtöne (siehe Grafik). Der Blaston muss beim Bending um mindestens einen Ganzton höher sein, als der Ziehton. Je größer dieses Verhältnis ist, umso tiefer kann der Spieler benden.

 Hörbeispiel?/i

Overbend

Blastechnisch werden Overbends (Overblows/ Overdraws) mit demselben Ansatz erzeugt wie das Bending, nur auf anderen Kanzellen (siehe Grafik). Physikalisch unterscheiden sich die Bendings und Overbends grundlegend. Am Beispiel Overblow Kanzelle (6), mit dem man anfangen sollte: Bläst man normal in (6), erklingt wie gewohnt der Blaston G. Hebt man dazu die Zunge wie bei einem starken Bending, schließt zuerst die Blaszunge und bei noch stärkerem Bending fängt die Ziehzunge an zu schwingen. Dies geschieht aber nur, wenn die Stimmzungen recht nahe an den Stimmplatten anliegen, aber nicht zu nahe, sonst spricht die Stimmzunge nicht mehr an. Sowohl die Blasstimmzunge als auch die Ziehstimmzunge müssen dazu optimal eingestellt sein.

Erreichbare Töne einer C-Dur Bluesharp

Unter Anwendung aller Techniken sind jetzt alle Halbtöne erreichbar. Auffallen sollte auch, dass die Trennung der Spieltechniken zwischen der 6. und 7. Kanzelle liegen, wo die Blastöne höher als die Ziehtöne werden.

                          Overblows        Blas-Bendings 
                                                     Bb
                       D#       D# F# A#       Eb Gb H
                       C  E  G  C  E  G     C  E  G  C    <=  Blastöne
Kanzelle :     =>     (1)(2)(3)(4)(5)(6)   (7)(8)(9)(10)
(Blasöffnung)          D  G  H  D  F  A     H  D  F  A    <=  Ziehtöne
                       Db Gb Bb Db    Ab    C#    G# C#
                          F  A
                             Ab
                         Zieh-Bendings       Overdraws

Interessante Zusammenhänge bezüglich des Bendings:

(BT = Blaston; ZT = Ziehton; HTS = Halbtonschritt)

Kanzelle  1: ZT "D" liegt 2 HTS höher als BT "C" => Bending: Db
Kanzelle  2: ZT "G" liegt 3 HTS höher als BT "E" => Bending: Gb, F
Kanzelle  3: ZT "H" liegt 4 HTS höher als BT "G" => Bending: Bb, A, Ab
Kanzelle  4: ZT "D" liegt 2 HTS höher als BT "C" => Bending: Db
Kanzelle  5: ZT "F" liegt 1 HTS höher als BT "E" => Bending: - (da kein Halbton dazwischen)
Kanzelle  6: ZT "A" liegt 2 HTS höher als BT "G" => Bending: Ab
            Schemawechsel: (Ziehbending => Blasbending)
Kanzelle  7: ZT "H" liegt 1 HTS tiefer als BT "C" => Bending: - (da kein Halbton dazwischen)
Kanzelle  8: ZT "D" liegt 2 HTS tiefer als BT "E" => Bending: Eb
Kanzelle  9: ZT "F" liegt 2 HTS tiefer als BT "G" => Bending: Gb
Kanzelle 10: ZT "A" liegt 3 HTS tiefer als BT "C" => Bending: H, Bb

Interessante Zusammenhänge bezüglich des Überblasens:

(OB = Overblow; OD = Overdraw)

Kanzelle  1: OB "D#" liegt 1 HTS höher als ZT "D"
Kanzelle  2: -
Kanzelle  3: -
Kanzelle  4: OB "D#" liegt 1 HTS höher als ZT "D"
Kanzelle  5: OB "F#" liegt 1 HTS höher als ZT "F"
Kanzelle  6: OB "A#" liegt 1 HTS höher als ZT "A"
            Schemawechsel: (Overblow => Overdraw)
Kanzelle  7: OD "C#" liegt 1 HTS höher als BT "C"
Kanzelle  8: -
Kanzelle  9: OD "G#" liegt 1 HTS höher als BT "G"
Kanzelle 10: OD "C#" liegt 1 HTS höher als BT "C"

Bekannte Mundharmonikaspieler

Einen großen Einfluss auf die Entwicklung des elektrisch verstärkten Harpspiels hatte Little Walter, der im Chicago Blues insbesondere der 1940er und 1950er Jahre als Topspieler galt und bis heute stilbildend für Bluesharpspieler ist.

Ein weiterer Meister auf dem kleinen Instrument ist Sugar Blue. Sein Harpspiel zeichnet sich durch die hohe Geschwindigkeit aus. Bekannt wurde er durch Willie Dixon und The Rolling Stones. Er erhielt 1985 den Grammy-Award.

Noch ein bekannter Mundharmonika-Spieler ist Magic Dick von der J. Geils Band.

Ein weltberühmter Jazz-Mundharmonika-Spieler ist Toots Thielemans (geb. 1922 in Brüssel). Er komponierte und spielte viele Filmmelodien wie Midnight Cowboy, The Getaway sowie für TV-Serien wie Sesamstraße.

Stevie Wonder ist einer der wenigen Popmusiker, die die chromatische Mundharmonika virtuos beherrschen und einsetzen.

Zwischen Jazz und Klassik bewegte sich der erste große Virtuose der chromatischen Mundharmonika Larry Adler.

In der klassischen Musik war Tommy Reilly der vielleicht bedeutendste Mundharmonikaspieler. Namhafte Komponisten wie Gordon Jacob und Ralph Vaughan Williams schrieben Werke für ihn. Franz Chmel und Antonie Serrano gelten als die zurzeit technisch brillantesten Klassikspieler.

Als derzeit rundherum bester Harpspieler, der auf keinen Stil festlegbar ist, gilt Howard Levy. Er hatte Ende der 1960er Jahre die Overblows entwickelt und dadurch die Bluesharp vollchromatisch spielbar gemacht.

In Deutschland sehr bekannt ist der Bluesmundharmonikaspieler Steve Baker durch seine vielen Mundharmonika-Fachbücher und Workshops sowie seine musikalisch großartigen Auftritte mit Gitarristen wie Abi Wallenstein oder Chris Jones. Daneben sind aus deutschen Landen auch Lars Luis Linnek, Mark Breitfelder, Rainer Söchting, Udo Wolff (Das dritte Ohr) , Crazy Chris Kramer und Ferdl Eichner zu nennen.

Ein berühmter argentinischer Mundharmonikaspieler war Hugo Díaz (1927-1977), der unte anderem viele Tangos auf seinem Instrument interpretierte.

Eine wichtige Rolle spielt die Mundharmonika in dem Western Spiel mir das Lied vom Tod von Sergio Leone, in dem Charles Bronson als Mundharmonika spielender Cowboy eine der berühmtesten Melodien der Filmgeschichte intoniert. Die Original-Tonaufnahme jedoch stammt von Franco de Gemini[2].

René Giessen, ein heute im Allgäu lebender deutscher Musiker, spielte in den Winnetou-Filmen mit Pierre Brice und Lex Barker die Titelmelodien. In die Rockmusik hat die Mundharmonika vor allem dank Bob Dylan Eingang gefunden.

In Österreich sind die Mundharmonikaspieler Zappa Cermak (Bluespumpm),Jörg Brunnbauer (Juke Joint Blues Band) und Reynhard Boegl (Harpattack) maßgeblich. In Deutschland u.a. Ralf Grottian und Bernd Kleinow.

In Deutschland erlebt die Mundharmonika-Musik einen Aufwind durch den Gewinner der RTL Unterhaltungssendung "Das Supertalent" 2008 Michael Hirte[3]. Er ist derzeit Deutschlands bekanntester Straßenmusiker mit der Mundharmonika[4].

Bekannte Mundharmonika-Produzenten

aktuell

historisch

Literatur

  • Conny Restle: In aller Munde. Mundharmonika, Handharmonika, Harmonium: Eine 200-jährige Erfolgsgeschichte. Staatl. Institut für Musikforschung, Berlin 2003, ISBN 3-922378-20-X
  • Kim Field: Harmonicas, Harps, and Heavy Breathers. The Evolution of the People's Instrument. Cooper Square Press, New York 2000, ISBN 0-8154-1020-4
  • Christoph Wagner (Hrsg.): Die Mundharmonika. Ein musikalischer Globetrotter. Transit, Berlin 1996, ISBN 3-88747-110-5
  • Robert Lambrecht: Imagination is limitless. Weltreise der Mundharmonika. AbsolutMedien, Berlin 2002, ISBN 3-89848-265-0 (1 Videokassette, VHS, 60 Min.)

Einzelnachweise

  1. Conny Restle: In aller Munde, S. 43, Staatl. Institut für Musikforschung, Berlin 2003
  2. Franco de Gemini the man with the harmonica
  3. Das Supertalent Michael Hirte
  4. Deutschlands bekanntester Straßenmusiker mit der Mundharmonika
  5. Werbeschild Weiss-Harmonicas

Weblinks


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