Blumegg (Stühlingen)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stühlingen
Stühlingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stühlingen hervorgehoben
47.7452777777788.4458333333333501Koordinaten: 47° 45′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 501 m ü. NN
Fläche: 93,2 km²
Einwohner: 5184 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79780
Vorwahlen: 07703, 07709, 07743, 07744
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 106
Adresse der Stadtverwaltung: Schlossstraße 9
79780 Stühlingen
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Isolde Schäfer

Stühlingen ist eine Kleinstadt im Landkreis Waldshut im Süden Baden-Württembergs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Luftkurort Stühlingen liegt an der Wutach am Südrand des Schwarzwaldes in 449 bis 601 Meter Höhe, direkt an der Grenze zur Schweiz (Gemeinde Schleitheim).

Städte in der Umgebung

Städte in der Umgebung von Stühlingen sind Schaffhausen (Schweiz), Bonndorf, Blumberg, Stein am Rhein (Schweiz), Waldshut-Tiengen, Singen (Hohentwiel) und Donaueschingen.

Stadtgliederung

Zur Stadt Stühlingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Bettmaringen, Blumegg, Eberfingen, Grimmelshofen, Lausheim, Mauchen, Oberwangen, Schwaningen, Unterwangen und Weizen gehören die Stadt Stühlingen und 32 weitere Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

→ Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Waldshut

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bettmaringen liegen die Wüstungen Ottwangen und Tandlekofen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Blumegg liegen die Burgruinen Blumegg und Vorburg sowie die Wüstung Hausen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Lausheim liegen die Reste einer urkundlich nicht genannten Burg. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde liegt die Wüstung Burgstell.[2]

Geschichte

Wie Funde aus römischer Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Stühlingen zeigen, war der Talboden bei Stühlingen schon sehr lange besiedelt. In Grimmelshofen belegen Grabfunde eine Besiedlung in der späten Merowingerzeit. Der Ort könnte als Ausbauort von Stühlingen angelegt worden sein. Die Grundfeste des Schlosses Hohenlupfen sollen zu dieser Zeit als Fundament für einen römischen Signalturm gedient haben.

Ein markanter Zeitpunkt war das Jahr 1262, in dem der ovale, befestigte Ort auf einem Bergsporn hoch über dem Wutachtal vom Grafen zu Lupfen die Stadtrechte verliehen bekam, und sich fortan bis heute Stadt Stühlingen nennen darf. Die Stadt erhielt daraufhin auch das Marktrecht und war Sitz der Gerichtsbarkeit. Märkte fanden innerhalb der oval geformten Stadtmauern statt, vor allem aber auf dem Platz beim Oberen Tor, der heute noch „Marktplatz“ heißt.

Der Schweizerkrieg machte auch die Statthalterschaft der Lupfener Grafen zur Zielscheibe der aufständischen eidgenössischen Bauern, von denen die Stadt 1499 erobert und gebrandschatzt wurde. Dieses einschneidende Ereignis begründete die Legende vom „Stühlinger Männle“, dem (angeblich) letzten Überlebenden dieses Massakers. Dieses Männle ziert seitdem das Wappen der Stadt Stühlingen.

In der Stühlinger Bauernschaft rumorte es dann 1524, als es zum Aufstand gegen die Herrschaft auf dem Hohenlupfen kam. Es existiert die Legende, dass dieser Aufstand als Initialzündung (Deutscher Bauernkrieg) fungierte. Verbrieft ist, dass der südbadische Rädelsführer Hans Müller zu Bulgenbach aus einem Weiler ganz in der Nähe stammte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die beiden Stadttore abgerissen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gericht in Stühlingen aufgehoben. Während des Dritten Reichs wurde Stühlingen durch die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 das Stadtrecht aberkannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden sie wieder hergestellt.. Die Verleihung des Stadtrechts begründete die Pflanzung einer Linde im Judenwinkel, der sog. „Stadtlinde“.

Im Jahr 1960 wurde in Stühlingen ein Freibad eröffnet, das seit der Saison 2006 vom Verein „Schwimmfreunde Stühlingen“ betrieben wird.

Im Jahr 1962 feierten die Stühlinger Bürger die 700-Jahr Feier anlässlich der Verleihung der Stadtrechte 1262.

Ab 1. Januar 1975 vergrößerte sich die Stadt Stühlingen von ca. 1800 auf über 5000 Einwohner durch die von oben verordnete Gemeindereform in Baden-Württemberg. Gleichzeitig wurde Stühlingen zu einer Flächengemeinde mit über 9300 Hektar.

Am 26. März 2007 begann der Bau eines Altenpflegeheimes mit betreutem Wohnen. Mit dessen Fertigstellung kann Anfang 2008 gerechnet werden. Im Juli findet außerdem der Spatenstich für das Jahrhundertprojekt Stadtsanierung Unterstadt statt, für das die Gemeinde einen Kredit in Millionenhöhe aufgenommen hat.

In der Nähe von Stühlingen befindet sich die Ruine der Burg Blumegg, auch Lunzistein genannt.

Politik

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 neben der Bürgermeisterin als Vorsitzende 17 Mitglieder an.

CDU 10 Sitze
FWV 7 Sitze

Aufgrund der Gemeindeordnung des Landes Baden-Württemberg gibt es in der Gemeinde Stühlingen für alle Ortsteile einen gewählten Ortschaftsrat, dem jeweils ein Ortsvorsteher vorsteht. Einzige Ausnahme ist der Kernort Stühlingen. Aus Reihen der Bürgerschaft hat sich deshalb eine Art „APO“ gebildet, das sog. „Offene Bürgerforum Stühlingen“ (OBS).

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In von Silber und Blau gespaltenem Schild das armlose Stadtmännlein von Stühlingen mit silbernem, durch drei blaue Knöpfe geschlossenem Wams, braunem Bart und blauer Kopfbedeckung.“

Wappen der früher selbstständigen Gemeinden

Städtepartnerschaften

Stühlingen ist seit 1980 mit der französischen Gemeinde Bellême im Département Orne in der Normandie liiert. In Stühlingen hat man die Anliegen der Partnerschaft einem Förderverein übertragen, der von einem 12-köpfigen Komitee geleitet wird. Das Stadtoberhaupt ist kraft seines Amtes Mitglied in diesem Komitee. Die Partnerschaft mit Bellême ist sehr rege, so findet der Austausch sowohl auf Vereins- wie auch auf Schülerebene statt. Der Schüler- oder Jugendaustausch findet jährlich in beiden Orten statt.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten von Stühlingen zählen unter anderen:

  • Schloss Hohenlupfen ist Wahrzeichen der Stadt Stühlingen und wurde vermutlich auf einem einstigen Römerkastell erbaut. Nach der Legende ist das Schloss Hohenlupfen Ausgangsort des 1524 ausgebrochenen Deutscher Bauernkriegs. Das Schloss in seiner heutigen Form wurde 1620–1624 erbaut. Zuvor stand an seiner Stelle eine Burg. Das Schloss ist seit 1639 im Besitz des Hauses Fürstenberg.
  • Städtle ist eigentlich die Altstadt, erbaut nach habsburgischem Vorbild mit ovalem Grundriss und zwei Stadttoren. Ähnliche Grundrisse können in Waldshut und Neunkirch (CH) beobachtet werden. Beide Tore wurden allerdings ca. Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen, um die Durchfahrt für Fuhrwerke zu erleichtern. An diese Bauwerke erinnert heute nur noch eine Inschrift in Höhe des Unteren Tores.
  • Sauschwänzlebahn ist die volkstümliche Bezeichnung der Museumsbahn Wutachtalbahn. Vom einstigen Stühlinger Bahnhof ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Im Oktober 2005 wurde auch der verwahrloste Güterschuppen dem Erdboden gleich gemacht.

Museen

Zu den Museen in Stühlingen und Umgebung zählen:

  • das Landmaschinenmuseum im Stühlinger Städtle
  • die Gipsmühle zu Blumegg-Weiler
  • die Galerie 1741, Herrengasse 4, Stühlingen

Kirchen

  • Das Kapuzinerkloster mit Klosterkirche Maria Loreto und Gruft in Stühlingen enthält Seitenaltarblätter und Oberbilder von Franz Joseph Spiegler und furnierte Altären des Spätbarock.
  • Die Heilig-Kreuz-Stadtpfarrkirche in Stühlingen wurde im seltenen Empirestil errichtet.
  • Die St. Fridolins-Kirche in Bettmaringen enthält neobyzantinische Malereien aus dem 19. Jahrhundert.
  • St. Martinskirche (Schwaningen)
  • Die St. Nikolaus-Kirche in Lausheim ist eine ehemalige Wallfahrtskirche im Renaissance-Stil mit Kirchenausmalungen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg.
  • St. Sebastiankirche im Städle (Stühlingen)

Naturschönheiten

  • Wutachschlucht und Gauchachschlucht
  • Wutachflühen (Schlucht von Grimmelshofen nach Achdorf)
  • Roggenbacher Schlösser (ursprünglich zwei Burgen, die jedoch während des Bauernkrieges zerstört wurden)
  • sogenannte Teufelsküche, kleine Schlucht in unmittelbarer Nähe der Stadt
  • Judenlöcher, Höhlengebilde auf halber Höhe des Ruckwalds
  • Weilersee, kleiner Weiher im hinteren Weilertal im ehemaligen Steinbruch
  • Randen, Gebirgszug mit bis zu 912 m ü. NN, nördlichster Ausläufer des Schweizer Juras. Größtenteils auf schweizerischem Hoheitsgebiet gelegen, gilt er als bester Aussichtspunkt in der Stühlinger Umgebung, z. B. auf den beiden Schleitheimer Randentürmen als besondere Naturerlebnisse betrachtet.

Verkehrsverbindungen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1022–1028

Weblinks


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