Blumenfeld (Tengen)
Blumenfeld
Stadt Tengen
Koordinaten: 47° 49′ N, 8° 41′ O47.8138888888898.6819444444444550Koordinaten: 47° 48′ 50″ N, 8° 40′ 55″ O
Höhe: 550 m ü. NN
Einwohner: 503 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Jan. 1973
Postleitzahl: 78250
Vorwahl: 07736
Blumenfeld 1990
Schloss Blumenfeld

Blumenfeld, das seit 1973 ein Ortsteil der südbadischen Stadt Tengen ist, war davor eine selbständige Gemeinde mit Stadtrecht und galt daher bis zu seiner Eingemeindung als eine der kleinsten Städte Deutschlands. Als Stadt existierte Blumenfeld vermutlich von der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis 1935 und nochmals von 1957 bis zu seiner Eingemeindung.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Das Wappen der Stadt Blumenfeld zeigt ein geradliniges Tatzenkreuz des Deutschen Ordens, das im Zentrum von einer grünen Schild überdeckt ist, welches eine heraldische Lilie beinhaltet. Die Hintergrundfarbe ist silber. Dabei ist das Tatzenkreuz eine Erinnerung an die Herrschaft des Ordens über die Stadt. Als Blume im grünen Feld wurde der zentrale Teil bereits 1860 vergeben und 1902 vom Stadtrat angenommen worden.[1]

Geschichte

Erste Zeugnisse einer jungsteinzeitlichen Besiedelung Blumenfelds fanden sich in den Gewannen Einfang sowie Hintere Breiten. Aus der Hallstadtzeit stammen 15 Grabhügel im Wald des Gewannes Langholz. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1100 als Blumenegg. Das Dorf selbst war aus einer mittelalterlichen Burganlage des 11. Jahrhunderts hervorgegangen und erhielt vermutlich 1275 das Stadtrecht. Die erste gesicherte Nennung der Stadt ist aus dem Jahr 1362: Stat Blumenveld.

Vor 1292 war die Stadt im Besitz der Herren von Blumegg. In einem von 1439 bis 1450 dauernden Städtekrieg, wurde die Stadt 1441-1442 vergeblich berannt. Am 7. August 1449 bekam Hans von Klingenberg von König Friedrich III. das Recht, in Blumenfeld Jahrmärkte abzuhalten. Gleichzeitig wurde die Blutgerichtsbarkeit bestätigt. 1488 wurde die Stadt an Wolfgang von Klingenberg, Komtur des Deutschen Ordens auf der Insel Mainau, verpfändet. Im Jahr 1499 belagerten Schweizer Truppen Blumenfeld und die 500 Mann Besatzung mussten zusammen mit den Einwohnern abziehnen. Es kam 1511 wieder in den Besitz der Kommende Mainau. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals zerstört, weshalb kein Wohnhaus von vor 1648 mehr erhalten ist. Nur das Schloss sowie teilweise Pfarrkirche und Pfarrhaus sind Bauzeugnisse aus der Zeit vor 1618.

1805 fiel Blumenfeld dem Königreich Württemberg zu. Bereits 1806 wurde es nach der Auflösung der Deutschordenskommende Mainau ein Badisches Bezirksamt. Blumenfeld blieb Bezirksamt bis 1857, welches seinen Sitz im Schloss hatte. Am 1. August 1857 wurde es mit dem Bezirksamt Engen vereinigt. Die Auflösung erfolgte 1936 zusammen mit der Eingliederung in den Landkreis Konstanz. Von 1816 bis 1864 hatte ein Amtsgericht seinen Sitz in Blumenfeld, danach wurde es nach Engen verlegt. Brände zerstörten 1907 Teile des südlichen Bebauungsringes und 1960 des nördlichen Bebauungsringes. 1966 brannte ein Fachwerkhaus neben dem Stadttor nieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss

→ Siehe Hauptartikel: Schloss Blumenfeld

Pfarrkirche St. Michael

Die Geschichte der Pfarrkirche lässt sich bis 1100 zurückverfolgen. In diesem Jahr wurde die Kirche St. Michael geweiht . Das Dokument darüber ist gleichzeitig die erste Erwähnung Blumenfelds. Zwischen 1907 und 1908 erfolgte der Abriss und Neubau der Kirche unter der Leitung des Freiburger Architekten Raimund Jeblinger. Dabei blieb nur der romanische Turm des Gotteshauses erhalten, wurde jedoch aufgestockt und neu gedeckt. Das neugotische Kirchenschiff besteht aus einer Staffelhalle mit vereinzelten Jugendstil-Elementen im Inneren.[2]

Pfarrhaus aus dem 16. Jahrhundert

Über dem Eingang des Pfarrhauses befindet sich ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1582. Es finden sich darin Hinweise auf Hugo Dietrich von Hohenlandenberg und Werner Schenk von Stauffenberg.

Kaplaneihaus aus dem 18. Jahrhundert

Das Haus wurde um 1750 gebaut und bis 1857 immer wieder umgebaut. In diesem Jahr wurde die Kaplanei aufgehoben. Bei dem Haus befindet sich ein Bannstein. Dessen Hoheitszeichen, eine Steinscheibe mit Kreuzrelief, blieb erhalten. Der vermutete Standort war das Ende der Brücke zum Stadttor hin.

Schul- und Rathaus

Das Gebäude wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu gebaut und beherbergt heute die Ortschaftsverwaltung, den Bürgersaal und ein kleines Schlachthaus.

Stadttor aus dem 17. Jahrhundert

Die Errichtung des Stadttores war um 1600. Allerdings ist der Oberbau jüngeren Datums.

Nepumukstatue

Auf der Brücke befindet sich eine Nepumuk-Statue aus dem mittleren 18. Jahrhundert.

Grabmalstatue „Fides“

Erschaffen um 1750, steht sie heute unter einem Schutzdach der Kirche.

Literatur

  • Bürgermeisteramt Tengen (Hrsg.): Kleiner historischer Stadtführer Blumenfeld.
  • Regierungsbezirk Freiburg. In: Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band VI. Kohlhammer, Stuttgart 1982 (S. 797–802) ISBN 3-17-007174-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Klemens Stadler: Die Gemeindewappen des Bundeslandes Baden-Württemberg. In: Deutsche Wappen, Bundesrepublik Deutschland, Band 8. Angelsachsenverlag, Bremen 1971 (S. 26-30) Abgerufen am 2. März 2009
  2. Stadt Tengen: Kirchenführer Abgerufen am 2. März 2009

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