Blutverdünnung

Hämodilution ist eine gezielt herbei geführte Blutverdünnung, wobei das Volumen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) relativ erniedrigt wird im Verhältnis zum Volumens des Blutplasmas. Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs Blutverdünnung im Sinne einer Gerinnungshemmung (Antikoagulation) ist nicht korrekt.

Durch eine Blutverdünnung werden die Fließeigenschaften des Blutes (Hämorheologie) beeinflusst. Es fließt besser, da Hämatokrit, Plasmaviskosität und die Aggregation von Erythrozyten und Thrombozyten gesenkt werden.[1] Die Blutverdünnung wirkt sich positiv auf die Hämodynamik aus, da der Pumpwiderstand für das Herz durch die niedrigere Plasmaviskosität sinkt.

Je nach Auswirkung auf das Gesamtvolumen wird unterschieden in

  • Isovoläme bzw. normovoläme Hämodilution (auch: isovolämische bzw. normovolämische Hämodilution): das Gesamtblutvolumen bleibt konstant. Der Hämatokrit wird durch Blutentnahme (Aderlass) und gleichzeitige Auffüllung mit einer kolloidalen Infusionslösung erniedrigt. Eine spezielle Anwendung ist die akute normovoläme Hämodilution (ANH).
  • Hypervoläme Hämodilution (auch: hypervolämische Hämodilution, HH): durch die Infusion von hyperonkotisch wirksamen kolloidalen Infusionslösungen (erhöhter kolloidosmotischer Druck) erfolgt die Blutverdünnung bei gleichzeitig vermehrtem Gesamtblutvolumen. Die hypervoläme Hämodilution hat einen antiödematösen Effekt, da die hyperonkotischen Lösungen dem umliegenden Gewebe Wasser entziehen.[1] Die Volumenzunahme übersteigt dadurch den Umfang der zugeführten Flüssigkeitsmenge (Plasmaexpansion).

Therapeutisch werden die isovoläme und hypervoläme Hämodilution zur Verbesserung der Mikrozirkulation bei Durchblutungsstörungen des Gehirns, der Netzhaut und des Innenohrs angewendet.

Einzelnachweise

  1. a b E. Mutschler, G. Geisslinger, H.K. Kroemer, P. Ruth, M. Schäfer-Korting: Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2008, ISBN 3-80-471952-X
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