Blätter aus dem Brotsack

Die Blätter aus dem Brotsack sind ein Tagebuch aus dem Aktivdienst, das der Schweizer Schriftsteller Max Frisch im Herbst 1939 als Kanonier während seiner ersten Militärdienstperiode im Zweiten Weltkrieg verfasste. Es erschien 1939 in der Zeitschrift Atlantis und im Folgejahr als Buchausgabe im Zürcher Atlantis Verlag. Das Werk hat Gemeinsamkeiten mit Frischs Tagebuch eines Soldaten von 1935, welches allerdings knapper und literarisch weniger bedeutend ist. Es steht im klaren Gegensatz zum Dienstbüchlein, mit dem Frisch in späteren Jahren seinen Militärdienst und die Schweizer Armee sehr kritisch beleuchtete.

Entstehung

Die Blätter aus dem Brotsack wurden erstmals im November und Dezember 1939 – damals noch unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Soldaten – in der Zeitschrift Atlantis veröffentlicht. 1940 folgte eine – überarbeitete, ergänzte und mit dem heute geläufigen Titel versehene – Buchausgabe.

Von Ende Dezember 1940 bis Anfang Januar 1941 erschien in der Neuen Zürcher Zeitung die Neue Folge der Blätter aus dem Brotsack. Diese Fortsetzung ist weniger bekannt: Weder wurde sie für die Neuauflage der Blätter im Jahre 1964 berücksichtigt, noch ist sie in den Gesammelten Werken enthalten.

Mit den Blättern aus dem Brotsack nahm Frisch seine schriftstellerische Arbeit wieder auf, obwohl er sich rund zwei Jahre zuvor geschworen hatte, mangels Talent die Schriftstellerei aufzugeben. Nach seiner eigenen Darstellung geschah dies, um die existentielle Bedrohung durch den Krieg zu verarbeiten. Unklar ist, ob Frisch diese Aufzeichnungen nur für sich selbst machte, ob er entgegen seinem Vorsatz doch wieder literarische Absichten hegte, oder ob er – wie der Text selbst suggeriert – im Auftrag seines Batterie-Kommandanten schrieb.

Buchausgabe

  • Blätter aus dem Brotsack. Geschrieben im Grenzdienst 1939. Atlantis, Zürich 1940; 5. A. ebd. 1974, ISBN 3-7611-0068-X

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