Bobolin (Darłowo)
Bobolin
Wappen fehlt
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Bobolin (Polen)
Bobolin
Bobolin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Sławno
Gmina: Darłowo
Geographische Lage: 54° 24′ N, 16° 21′ O54.39516.348333333333Koordinaten: 54° 23′ 42″ N, 16° 20′ 54″ O
Einwohner:

119

Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 203: KoszalinUstka
Schienenweg: PKP-Linie Nr. 418: DarłowoSławno - Korzybie

Bobolin (deutsch Böbbelin, Kreis Schlawe/Pommern) ist ein Dorf in der Landgemeinde (gmina wiejska) Darłowo (Rügenwalde) im Powiat Sławieński (Schlawe) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Bobolin liegt an der Wojewodschaftsstraße 203, einer Küstenstraße, die Koszalin (Köslin), Darłowo (Rügenwalde) und Ustka (Stolpmünde) miteinander verbindet. Darłowo ist fünf Kilometer entfernt, die Kreisstadt Sławno (Schlawe) 24 Kilometer. Die nächste Bahnstation ist Darłowo an der Strecke Darłowo–Sławno–Korzybie (Zollbrück).

Das Dorf Bobolin liegt in Hinterpommern auf einem flachen Brink auf einer Höhe von etwa fünf Metern über dem Meeresspiegel im Niederungsgebiet zwischen Jezioro Bukowo (Buckower See), Ostsee und dem Flüsschen Grabowa (Grabow). Die Ostseeküste ist nur einen Kilometer entfernt.

Bobolin ist von den Nachbargemeinden Dąbki (Neuwasser) im Westen, Bukowo Morskie (See Buckow) im Süden und Żukowo Morskie (See Suckow) im Osten umgeben.

Ortsname

Frühere Namensformen waren Böblin, Böbbelin wie auch schon der jetzige Name Bobolin, der in Polen außerdem noch bei einem Dorf nahe der Oder bei Kołbaskowo (Kolbitzow) im heutigen Kreis Police (Pölitz) vorkommt und bis 1945 Boblin, Kreis Randow hieß.

Geschichte

Böbbelin ist eines der Dörfer, die 1267 dem Zisterzienserkloster Buckow zudotiert wurde. Das Dorf wurde im Laufe der Zeit oft erwähnt, weil durch die sich verändernden Verläufe der Ostseeküste und der Grabow immer wieder Grenzstreitigkeiten zwischen dem Buckower Kloster und dem Rügenwalder Amt auftraten. Erst 1689 entscheidet die juristische Fakultät der Universität Tübingen den Streit und legt die Grenze zwischen Böbbelin und See Suckow endgültig fest.

Im Jahre 1784 gibt es in Böbbelin: 1 Schulze, 5 Bauern, 2 Landkossäten und 2 Büdner. 1818 zählte der Ort 152 Einwohner. Die Zahl stieg auf 192 im Jahre 1871, sank dann aber wieder bis 1939 auf 129.

Im Winter 1913/14 suchte eine große Sturmflut die Osteseeküste heim. Bis nach Böbbelin ergossen sich die Wassermassen, die auch die Wegeverbindung nach See Suckow überschwemmten. Es wurden Boote zum Transport eingesetzt.

1937 wurde in 1,5 Kilometer Entfernung vom Dorf im Küstengelände auf der Seite des Dorfs See Suckow ein Artillerie-Schießplatz eingerichtet. Wenn Übungsschießen mit großen Geschützen stattfand, wurden die Dörfer Böbbelin und See Suckow geräumt.

Bis 1945 gehörte das Dorf mit den Gemeinden Büssow (heute polnisch: Boryszewo), Neuwasser (Dąbki), See Buckow (Bukowo Morskie), See Suckow (Żukowo Morskie) und Steinort (Gleźnowo) zum Amtsbezirk Büssow im Landkreis Schlawe i. Pom. Letzter deutscher Amtsvorsteher war der Landwirt A. Schwarz.

Standesamtlich waren eben diese Orte (mit Ausnahme von See Suckow) zum Standesamt Büssow verbunden, das seinen Sitz allerdings in See Buckow hatte.

Am 6. März 1945 besetzten sowjetische Truppen auf ihrem Vormarsch nach Rügenwalde das Dorf. Im Herbst 1945 setzte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung ein. Letzter deutscher Gemeindebürgermeister war der Landwirt Willi Sielaff. Böbbelin kam als Bobolin zu Polen und ist heute ein Ortsteil der Gmina Darłowo im Powiat Sławieński. Hier leben heute 119 Einwohner, und der derzeitige Gemeindevorsteher ist Zbigniew Stebliński (2008).

Kirche

Bis 1945 waren die Einwohner von Böbbelin fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Das Dorf war mit Büssow, Neuwasser und Steinort in das Kirchspiel See Buckow eingepfarrt, zu dem auch die (später nach Petershagen ausgepfarrte) Filialgemeinde Pirbstow (Przystawy) gehörte. Der Weg zur Dorfkirche See Buckow betrug vier Kilometer. Das Kirchspiel See Buckow gehörte zum Kirchenkreis Rügenwalde der Kirchenprovinz Pommern in der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Der letzte deutsche Geistliche war Pfarrer Waldemar Knieß.

Heute sind die Einwohner von Bobolin fast ausnahmslos katholischer Konfession. Die wenigen evangelischen Gemeindeglieder werden vom Pfarramt in Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der polnischen Evangelisch-Augsburgishen, d.h. lutherischen Kirche betreut.

Schule

Die einklassige Volksschule ist Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut worden. Etwa 10 bis 15 Kinder besuchten den Unterricht, der zuletzt bis 1945 vom Lehrer Adolf Weimar erteilt wurde.

Literatur

  • Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch, hrsg. von Manfred Vollack, 2 Bände, Husum, 1989

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