Bochum-Eiberg

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Eiberg erstreckt sich heute, nach der kommunalen Neuordnung von 1926 und späteren Eingemeindungen, über Randgebiete von Bochum und Essen.

Ehemalige 1958 errichtete Kirche Hl. Dreifaltigkeit in Eiberg, wird 2009/2010 zur Wohnstätte behinderter Menschen umgebaut

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erste Erwähnung

Die Bedeutung des Wortes Eiberg geht auf eine altsächsische Bezeichnung zurück. Die Ey bedeutet soviel wie Aue, also Flussniederung. Der Eiberg ist der Berg, der sich nördlich der Ruhrauen vom heutigen Bochum-Dahlhausen aus erstreckt. Hier mündet auch der Bach Eybecke in die Ruhr. Der Siedlungskern der Bauerschaft Eiberg mit drei Höfen wurde erstmals im Jahr 1150 in einem Heberegister der Abtei Werden erwähnt.

Gebietszugehörigkeiten

In den Jahren 1225/1226 wurde Eiberg nach dem Tode von Erzbischof Engelbert von Köln und Friedrich von Isenberg gewaltsam vom Stift Essen abgetrennt und gehörte nun zur westfälischen Grafschaft Mark. Diese ging 1815 in die Provinz Westfalen über, wobei Eiberg zum Niederamt Wattenscheid zählte, zu dem unter anderem auch die Bauerschaften Heßler, Schalke, Gelsenkirchen, Munscheid, Eppendorf, Freisenbruch und Königssteele gehörten. 1885 schied Eiberg aus diesem Amt aus. Freisenbruch und Eiberg gehörten, wie auch Horst, nun zum Amt Königsteele. Der größte Teil des ursprünglichen Gemeindegebietes Eiberg kam durch die kommunale Neugliederung von 1926 an die Stadt Steele und damit zum Rheinland, und wurde 1929 zur Stadt Essen eingemeindet. Das andere, weiterhin westfälische Gebiet Eibergs ging an Wattenscheid und Bochum. Heute gehört der größte Teil Eibergs zu Essen-Freisenbruch und andere Teile zu Essen-Horst, Bochum-Wattenscheid-Sevinghausen (Stalleiken), Bochum-Wattenscheid-Höntrop und Bochum-Dahlhausen.

Industrialisierung

Da an der Ruhr die Kohleflöze sehr dicht an die Erdoberfläche traten, hat der Bergbau, und damit die Industrialisierung auch Eiberg erreicht. In Folge wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Zeche Eiberg errichtet. Daraufhin entstanden zu den vorhanden Höfen weitere Ansiedlungen. 1914 wurde die Zeche stillgelegt, auf deren Gelände sich heute eine Wohnsiedlung befindet.

Die Steinfabrik Dr. C. Otto im Ruhrtal trug wesentlich zur Industrialisierung bei, indem sie ab 1870 den Eiberger Kohlesandstein zu feuerfesten, für Hochöfen geeigneten Steinen verarbeitete.

Zweiter Weltkrieg

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erlitten auch Teile Eibergs, außerhalb der hart getroffenen Zentren Essen und Bochum, schwere Kriegszerstörungen. An der Bahnstrecke an der Ruhr gab es ein Lager für polnische und ukrainische Kriegsgefangene. Den Bismarckturm, einst Wahrzeichen Eibergs auf dem Berg über der Ruhr, hatten die Nationalsozialisten gesprengt. An der Straßengabelung Dahlhauser-/Imandtstraße, wo sich heute die Behindertenwerkstätten des Franz-Sales-Hauses befinden, stand angrenzend die 1870 gegründete Horst-Eiberger Volksschule, die noch nach dem Krieg als Notunterkunft diente. Hier gab es auch das Saalbaurestaurant Romberg mit einem Kaisersaal für große Veranstaltungen.

Eiberg heute

Das heute ländlich geprägte Gebiet Eibergs liegt zwischen der alten Handelstraße Hellweg, die in diesem Teil heute Bochumer Landstraße heißt, und der Ruhr. Der größere Teil Eibergs auf Essener Gebiet gehört zum Rheinland, die Bochumer Teile hingegen zu Westfalen. Auf dem gesamten Gebiet herrscht heute lockere Wohnbebauung und Landwirtschaft vor. Ein markanter Punkt an der südwestlichen Grenze ist das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen.

Weblinks

51.447.11767Koordinaten: 51° 26′ 24″ N, 7° 7′ 3,4″ O


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