10. Panzergrenadierdivision (Bundeswehr)
10. Panzerdivision

Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. Oktober 1959
Land Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Heer
Typ Division der Stabilisierungskräfte
Unterstellte
Truppenteile
Stabskompanie

Heeresmusikkorps 10
Panzerbrigade 12
Gebirgsjägerbrigade 23

Stärke 12.100 Mann
Unterstellung Heeresführungskommando

Eurokorps

Sitz des Stabes Sigmaringen
Spitzname Löwendivision
Motto zuverlässig – beweglich – schnell
Marsch Fridericus-Rex-Grenadiermarsch
Kommandeur
Kommandeur GenMaj Markus Bentler

Die 10. Panzerdivision ist ein Großverband des Heeres der deutschen Bundeswehr mit einer Zielpersonalstärke von 12.100 Mann. Sie wird den staufischen Löwen in ihrem Wappen führend auch als die Löwendivision bezeichnet. Ihr Stab ist in Sigmaringen. Die unterstellten Truppenteile sind in Bayern und Baden-Württemberg stationiert. Die Division wird zurzeit von Generalmajor Markus Bentler kommandiert. Sie ist in die Befehlsstrukturen des Eurokorps eingebunden und untersteht truppendienstlich dem Heeresführungskommando. Sie ist als Division der Stabilisierungskräfte klassifiziert.

Inhaltsverzeichnis

Auftrag

Im Mittelpunkt des Divisionsauftrages steht die Erhaltung der Einsatzbereitschaft der ihr unterstellten Reaktionskräfte sowie die Erhaltung der Aufwuchsfähigkeit der ihr unterstellten Verstärkungskräfte und nicht aktiven Verbände. Bei der Ausbildung steht die Befähigung zum Einsatz der verbundenen Kräfte im multinationalen Rahmen als Kernaufgabe im Mittelpunkt. Die Befähigung zum Gefecht der Verbundenen Waffen in Operationen hoher Intensität und gegen militärisch organisierte Gegner tritt dagegen etwas in den Hintergrund. Die Division ist als Teil der Stabilisierungskräfte klassifiziert. Der Verband wird daher vorwiegend Kräfte für friedenserhaltende und friedensstabilisierende Einsätze in einem multinationalen Aufgabenbereich stellen. Die Division ist also vorwiegend zu streitkräftegemeinsamen Operationen von niedriger über mittlere bis hoher Intensität und längerer Dauer im multinationalen Umfeld befähigt. In ihrer Rolle als Leitdivision ist der Verband verantwortlich für die Personalaufstellung, Ausbildung und Nachbereitung der Einsatzkontingente.

Verbandsabzeichen und Motto

Kampfpanzer Leopard 2

Das Verbandsabzeichen zeigt seit 1962 einen schwarzen Löwen (staufischer Löwe auf gelben Grund). Der „Löwe“ ist ein Symbolbild der Kraft, Ausdauer und Heimatverbundenheit der 10. Panzerdivision, die seit 2001 die einzige mechanisierte Heeresdivision in Bayern und Baden-Württemberg ist. Der Löwe mit seinen roten Krallen wird so ähnlich auch im Wappen Baden-Württembergs abgebildet. Außerdem wird das Edelweiß oft im Zusammenhang mit dieser Division gezeigt, da dies das Traditionszeichen der deutschen Gebirgstruppe seit dem Jahre 1915 ist, die sich in Teilen in der 10. Panzerdivision seit der Eingliederung der 1. Gebirgsdivision wieder findet. Die Soldaten der Division tragen daher teilweise auch die traditionelle Bergmütze der Gebirgsjäger anstatt des Baretts. Der Wahlspruch stammt vom ehemaligen Divisionskommandeur, General Johann Adolf Graf von Kielmansegg, und lautet: „zuverlässig – beweglich – schnell“.

Gliederung

Gliederung
Dt. Panzerabwehrwaffe Panzerfaust 3

Zur Zeit ist die Division folgendermaßen gegliedert:

Verband Standort
Stabskompanie 10. Panzerdivision Sigmaringen
Heeresmusikkorps 10 Ulm
Gebirgsjägerbrigade 23 Bad Reichenhall
Panzerbrigade 12 Amberg

Geschichte

Die Division im Kalten Krieg

Die Division wurde am 1. Oktober 1959 offiziell in Sigmaringen als 10. Panzergrenadierdivision in Dienst gestellt. Zunächst wurden der Division die Panzergrenadierbrigade 29 Pfullendorf und Panzerbrigade 30 Ellwangen unterstellt.

1960 wurden das neu aufgestellten Artillerieregiment 10 (Pfullendorf) und die Panzerbrigade 36 (Tauberbischofsheim) der Division eingegliedert. 1962 wurde die Division der Nato assigniert (in die NATO-Kommandostruktur als einsatzfähiger Verband eingebunden). Die Panzerbrigade 28 wurde 1964 in Neuburg an der Donau neu aufgestellt und der Division unterstellt. Die Brigade wurde später nach Donauwörth verlegt. 1970 wurde die Panzergrenadierbrigade 28 zum Heimatschutzkommando 18 umgegliedert und schied aus der Division aus. Die Division selbst wurde in 10. Panzerdivision umbenannt. 1975 wurde das Panzerregiment 200 (bisher II. Korps) in die neue Panzerbrigade 28 umgegliedert und der Division unterstellt. 1981 wurde die Panzerbrigade 30 zur Panzergrenadierbrigade 30 umgegliedert.

Die Division nach 1990

1992 wurde die Division als ein Verband der Krisenreaktionskräfte kategorisiert und in das Eurokorps in Straßburg eingebunden. 1993 wurden die Panzerbrigaden 28 und 29 aufgelöst und das gemischte Flugabwehrregiment 2 in Fuldatal als neuer Verband der Divisionstruppen aufgestellt. Außerdem wurden im selben Jahr die Pionierbrigade 50 Bogen und das Artillerieregiment 12 Tauberbischofsheim unterstellt. Das Führungsunterstützungsregiment 50 Sigmaringen wurde u. a. aus Teilen der bisherigen Stabskompanie 10. Panzerdivision, dem Fernmeldebataillon 10 der Division und den Heeresmusikkorps 9 (Stuttgart), 10 (Ulm) und 12 (Tauberbischofsheim) neu gebildet. 1994 fusionierte die Division mit dem bisherigen Wehrbereichskommando V zum WBK V/10. PzDiv. Die Panzerbrigade 12 (Amberg), bisher Teil der 4. Panzergrenadierdivision in Regensburg, wurde ihr unterstellt. 1997 stellte die Division Kräfte für die Einsätze auf dem Balkan. Die 10. Panzerdivision stellte auch 1992/1993 (und auch 2005) als Leitdivision die Masse der Soldaten für die Auslandseinsätze auf dem Balkan und in Afghanistan. 2001 wurden die 10. Panzerdivision und das Wehrbereichskommando V wieder defusioniert (die ehemaligen Wehrbereichskommandos V und VI wurden das neue Wehrbereichskommando IV (München). Die Panzerbrigade 12 wechselte zur 13. Panzergrenadierdivision (Leipzig). 2001 wurde die Division zunächst durch die Übernahme von Verbänden der ehemaligen 1. Gebirgsdivision (außer Dienst gestellt am 30. Juni 2001) auf circa 32.000 Soldaten vergrößert und erreichte erst 2004 die Zielpersonalstärke von rund 13.000 Soldaten. 2002 wurde die Pionierbrigade 50 in Bogen zum Sanitätskommando IV umgegliedert, dem Sanitätsführungskommando unterstellt und verließ damit die Division. 2004 wurden die 1. bis 3. Kompanie des Führungsunterstützungsregiments 50 in Sigmaringen und Pfullendorf außer Dienst gestellt, aus Teilen der 1. Kompanie die Stabskompanie 10. Panzerdivision wieder neu aufgestellt. Ebenfalls wurde der Division das Fernmeldebataillon 10 wieder direkt unterstellt. 2006 wurde der deutsche Anteil der Deutsch-Französischen Brigade truppendienstlich dem Heeresführungskommando direkt unterstellt. Bisher war dies Aufgabe der 10. Panzerdivision. 2006 wechselte die Panzerbrigade 12 aus Amberg erneut zur "Zehnten". Am 1. Oktober 2007 wurde das Fernmeldebataillon 10 erneut aufgelöst. Die Panzergrenadierbrigade 30 wurde zum 31. März 2008 aufgelöst.

Liste der bisherigen Divisionskommandeure

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
19 Generalmajor Markus Bentler 9. Mai 2006 ---
18 Generalmajor Manfred Engelhardt 31. März 2004 9. Mai 2006
17 Generalmajor Jan Oerding 9. März 2001 31. März 2004
16 Generalmajor Karl-Heinz Lather 20. März 1998 9. März 2001
15 Generalmajor Rüdiger Drews 27. September 1994 20. März 1998
14 Generalmajor Joachim Spiering 19. März 1993 27. September 1994
13 Generalmajor Manfred Gerber 26. März 1990 19. März 1993
12 Generalmajor Hannsjörn Boes 25. März 1988 26. März 1990
11 Generalmajor Horst Albrecht 27. September 1983 25. März 1988
10 Generalmajor Werner Lange 1. Oktober 1980 27. September 1983
9 Generalmajor Eberhard Hackensellner 29. September 1977 1. Oktober 1980
8 Generalmajor Günter Kießling 13. Januar 1976 29. September 1977
7 Generalmajor Jürgen Brandt 24. Juni 1974 13. Januar 1976
6 Generalmajor Rudolf Reichenberger 1. April 1971 24. Juni 1974
5 Generalmajor Siegfried Schulz 1. Oktober 1968 1. April 1971
4 Generalmajor Kurt Gerber 1. Januar 1965 1. Oktober 1968
3 Generalmajor Josef Moll 11.Juli 1963 1. Januar 1965
2 Generalmajor Johann Adolf Graf von Kielmansegg 21. Oktober 1960 11. Juli 1963
1 Generalmajor Leo Hepp 8. Dezember 1959 21. Oktober 1960


Verbandsabzeichen und interne Verbandsabzeichen der Dienststellen

Weblinks

48.0912389.2486217Koordinaten: 48° 5′ 28,5″ N, 9° 14′ 55″ O


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