Bode
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Bode
Das Flusssystem der Bode

Das Flusssystem der BodeVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Deutschland (Sachsen-Anhalt)
Flusssystem ElbeVorlage:Infobox Fluss/FLUSSSYSTEM_falsch
Abfluss über Saale → Elbe → Nordsee
Zusammenfluss von Kalter und Warmer Bode, bei Königshütte
51° 44′ 23,6″ N, 10° 46′ 11,2″ O51.73987777777810.769769444444860
Quellhöhe 860 m ü. NN (Kalte Bode)Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in die Saale, bei Nienburg
51.84052411.77142180

51° 50′ 26″ N, 11° 46′ 17″ O51.84052411.77142180
Mündungshöhe 80 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 780 m
Länge 169 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 3.229 km²[1]
Abflussmenge
am Pegel StassfurtVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
NNQ: 1.39 m³/s[2]dep1 (im Jahr 1999)
MNQ: 2.92 m³/s[2]dep1
MQ: 13 m³/s[2]dep1
MHQ: 50.9 m³/s[2]dep1
HHQ: 129 m³/s[2]dep1 (im Jahr 1994)
Rechte Nebenflüsse Rappbode, Luppbode, Selke
Linke Nebenflüsse Goldbach, Holtemme
Durchflossene Stauseen Mandelholztalsperre,
Talsperre Königshütte,
Talsperre Wendefurth
Mittelstädte Quedlinburg, Oschersleben, Staßfurt
Kleinstädte Thale, Wegeleben, Gröningen
Die Wilde Bode

Die Wilde Bode

Die Bode ist ein linker Nebenfluss der Saale in Sachsen-Anhalt. Sie entspringt mit zwei Quellflüssen im Hochharz und entwässert diesen in nordöstlicher Richtung. Nach 169 km mündet sie bei Nienburg in die Saale.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Quell- und Einzugsgebiete

Bodeschlucht („Prinzensicht“)

Die beiden Quellflüsse der Bode entwässern das südliche Gebiet des Brocken, des höchsten Gipfels im Harz.

  • Die Kalte Bode (17 km lang) entspringt am Bodesprung in 860 m ü. NN.
  • Die größere Warme Bode (23 km lang) hat ihr Quellgebiet im Bodebruch, das zum Brockenfeld gehört und bildet sich ihrerseits aus den Quellbächen Große Bode (links) und Kleine Bode (rechts).

Die Große Bode vereinigt sich mit der rund 2 °C kälteren Kalten Bode unweit der Ruine Königsburg unmittelbar vor der Stauwurzel der Talsperre Königshütte (Überleitungssperre).

Verlauf

Die Bode bildet das größte Talsystem innerhalb des Harzes und verläuft in windungsreichem Tal durch die welligen Hochflächen des Unterharzes. Auf den letzten zehn Kilometern innerhalb des Gebirges windet sich die Bode zwischen Treseburg und Thale durch ein Engtal, das eigentliche Bodetal, dessen unterster Abschnitt die tiefste außeralpine Felsschlucht Deutschlands darstellt. Dieser Talabschnitt steht unter Naturschutz.

Danach durchquert sie in teils geschwungenem, teils eingedämmtem und begradigtem Lauf das Harzvorland, bis sie bei Nienburg in die Saale einmündet. Städte an der unteren Bode sind Quedlinburg, Wegeleben, Gröningen, Oschersleben, Hadmersleben, Egeln und Staßfurt.

Nebenflüsse

Wichtige Nebenflüsse innerhalb des Harzes sind die Rappbode und die Luppbode. Die Rappbode wird bei Wendefurth durch die Rappbode-Talsperre gestaut. Am Nordende dieser Talsperre vereinigt sich die Rappbode mit der Bode, die hier in der Talsperre Wendefurth gestaut ist. Weitere wichtige Nebenflüsse sind der Goldbach, die Holtemme und, als größter, die Selke.

Linke Zuflüsse Rechte Zuflüsse
In Klammern der Ort der Mündung in die Bode.

Wasserfälle

Die natürlichen Wasserfälle im Harz sind nicht hoch. Der Obere Bodefall an der Warmen Bode ist ein Sturzbach mit kleinen Fallstufen von etwa 1 m Höhe, der Untere Bodefall, ebenfalls an der Warmen Bode, ist eine Fallstufe gleicher Höhe. Der Bodekessel im Bodetal ist eine ehemalige Stufe in grandioser Schlucht, die 1798 durch Sprengung von ehemals 2 m Höhe auf 1 m erniedrigt wurde. Der vierte Wasserfall liegt im Kästental.


Hydrologische Aspekte

Tafel an der 1927 neu errichteten Jungfern-Brücke, nachdem ihr Vorgänger am 30. Dezember 1925 zerstört wurde.

Verheerende Hochwasser der Bode sind für die Jahre 1539, 1667, 1730, 1740, 1772 und besonders von Weihnachten 1925 überliefert.[3] Erst durch die Fertigstellung der Rappbodetalsperre 1959 konnte die Hochwassergefahr gebannt werden. Die Wassermenge der Bode kann stark variieren: Während des Silvesterhochwassers von 1925 wurde ein Abfluss von 350 m³/s festgestellt, wogegen es im darauf folgenden Sommer 1926 nur 0,35 m³/s waren.

Talsperren der Bode

Siehe auch: Talsperren im Harz

Im Einzugsgebiet der Bode (insgesamt 3229 km²) befindet sich das größte Talsperrensystem des Harzes. Die Teil-Einzugsgebiete betragen für die Talsperre Wendefurth 309,20 km², für die Rappbodevorsperre und die Rappbodetalsperre 269,00 km² und für die Talsperre Königshütte 154,2 km². Die Mandelholztalsperre staut das Wasser der Kalten Bode.

Geschichte und Kultur

Im Frühmittelalter bildete die Bode den Grenzfluss zwischen dem Harzgau im Westen und dem Schwabengau im Osten. Die beiden wichtigsten Bode-Übergänge in dieser Zeit waren die in den Fuldauer Annalen mehrfach genannten Orte Ditfurt und Gröningen.

Namensherkunft

Der Name ist seit der ersten urkundlichen Erwägung als Buda (775) in vielen Formen überliefert. Neben der heutigen Namensform Bode gab es vor allem die Form Bada, beide auch mit der akkusativischen Endung -am. Seit 1334 ist nur noch der Name Bode belegt. Der Name wird auf das gotische bauths, bautha (stumm) zurückgeführt. Der Lautwechsel vom ingwäonischem o und a in den alten Urkunden geht auf ein altfriesisches au zurück.[4]

Sage über die Entstehung des Namens

Der Überlieferung nach soll sich der Name von folgender Sage ableiten: Von Thüringen kommend verfolgte einst der Riese Bodo die schöne Königstochter Brunhilde, die er gegen ihren Willen heiraten wollte. Brunhilde entfloh auf einem weißen Ross, jedoch tat sich plötzlich vor ihr ein tiefer Abgrund auf. Sie setzte mit einem kühnen Sprung zum jenseitigen Felsen über, der Verfolger stürzte jedoch in die Tiefe. Der Hufabdruck des Pferdes ist noch heute an der sogenannten Roßtrappe zu sehen. Der Riese Bodo wurde in einen Hund verwandelt. Bei dem Sprung verlor die Prinzessin ihre goldene Krone, die von dem Hund Bodo auf dem Grund des Flusses bewacht wird. Nach dem verzauberten Riesen Bodo erhielt der Fluss den Namen Bode.

Literarische Rezeption

Das Bodetal und seine Ortschaften sind der Hauptschauplatz von Theodor Fontanes Roman Cécile.

„Die düstere Schöne, die Bode, empfing mich nicht so gnädig, und als ich sie im schmiededunkeln Rübeland zuerst erblickte, schien sie gar mürrisch und verhüllte sich in einen silbergrauen Regenschleier: aber mit rascher Liebe warf sie ihn ab, als ich auf die Höhe der Roßtrappe gelangte, ihr Antlitz leuchtete mir entgegen in sonnigster Pracht, aus allen Zügen hauchte eine kolossale Zärtlichkeit, und aus der bezwungenen Felsenbrust drang es hervor wie Sehnsuchtseufzer und schmelzende Laute der Wehmut.“

Heinrich Heine: Die Harzreise (1826)

Weblinks

 Commons: Bode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Monika Schönau/Edmund Werner: Die Bode: ein Fluss führt Hochwasser! Sachsen-Anhalt, Staatliches Amt für Umweltschutz Magdeburg, Magdeburg 2000.
  • . In: Zedlers Universal-Lexicon, Band 4, Leipzig 1733, Spalte 323.

Einzelnachweise

  1. TU Braunschweig, Leichtweiß-Institut, Abteilung Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz, Flussgebietsmodell Bode, 1996. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  2. a b c d e Pegel: Stassfurt Auf: hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de
  3. Magistrat der Stadt Quedlinburg (Hrsg.):Das Bode-Hochwasser Silvester 1925 in Quedlinburg: Festschrift zur Einweihung der Bahnhofsbrücke am 27. November 1926. 1926.
  4. Elfriede Ulbricht: Das Flussgebiet der thüringischen Saale. 1. Auflage. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1957. (Die weiteren Namen waren Bode (936), Bodam (964), Bode (965), Nuda (965), Badam (968), Boda (979), Bode (983), Bodam (983), Badam (994), Bodam (zw. 1012 und 1023), Bode (1134), Botam (zw. 1159 und 1162), Bodam (1205).)

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