Bodelshofen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wendlingen am Neckar
Wendlingen am Neckar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wendlingen am Neckar hervorgehoben
48.6747222222229.3816666666667294Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 294 m ü. NN
Fläche: 12,15 km²
Einwohner: 15.839 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1304 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73240
Vorwahl: 07024
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 071
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Marktplatz 2
73240 Wendlingen am Neckar
Webpräsenz:
Bürgermeister: Frank Ziegler

Wendlingen am Neckar ist eine Stadt in der Mitte des Landkreises Esslingen in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Wendlingen liegt etwa 20 km südöstlich von Stuttgart an der Mündung der Lauter in den Neckar.

Stadtgliederung

Wendlingen umfasst die Ortsteile Wendlingen, Unterboihingen und Bodelshofen.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinde sind Köngen im Nordwesten, Wernau im Nordosten, Kirchheim unter Teck im Südosten, Oberboihingen im Süden und Unterensingen im Westen (alle Landkreis Esslingen).

Geschichte

Wendlingen wird 1132 erstmals urkundlich erwähnt. 1230 verleihen die Grafen von Aichelberg dem Ort erstmals die Stadtrechte. Durch einen Gebietstausch gelangt Wendlingen 1390 an Hans von Wernau, dessen Nachfahren es 1545 an Herzog Ulrich von Württemberg verkaufen. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erhält Wendlingen eine kirchliche Volksschule. Mit der Neugliederung Württembergs verliert Wendlingen 1805 seine Stadtrechte und damit den Sitz im Landtag. Der Anschluss an die neugebaute Bahnstrecke von Plochingen nach Reutlingen 1859 führt zur Ansiedlung der ersten Industrieunternehmen, vornehmlich im Textilbereich.

Nach dem zweiten Weltkrieg bewirkt die Ansiedlung von Heimatvertriebenen, vor allem aus dem Egerland, zu einer deutlichen Bevölkerungssteigerung. Die gewachsene Gemeinde erhält am 15. Dezember 1964 erneut die Stadtrechte.

Religionen

Die Reformation wurde in Wendlingen 1539 eingeführt. Unterboihingen blieb hingegen römisch-katholisch, so dass die Stadt Wendlingen kirchlich heute zweigeteilt ist.

In Wendlingen besteht außerdem das "Alevitische Kulturzentrum Wendlingen".

Ortsteile

Bodelshofen

Bodelshofen wird 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand damals den Herzögen von Teck und kam später an die Herren von Wernau.

Unterboihingen

Schon zu Zeiten der Römer gab es auf Unterboihinger Gemarkung eine römische Badeanlage, die im Jahre 1961 entdeckt wurde. Obwohl es eine der schönsten und größten Badeanlagen in Baden-Württemberg war, konnten keine Mittel zu ihrem Erhalt aufgebracht werden und die Ausgrabungen wurden im Herbst 1961 wieder zugeschüttet. Die Anlage ging im Spätsommer 2005 durch Bebauung endgültig verloren, Mauerreste konnten in einer Notgrabung gerettet werden und befinden sich im Stadtmuseum Wendlingen.

Unterbohingen, das zuvor mit Oberboihingen die Gemeinde Boihingen bildete, wurde 1327 erstenmals eigenständig erwähnt. Es gehörte zunächst zum Besitz der Grafen von Aichelberg und später dem der Herren von Wernau. Nach langen Erbstreitigkeiten kam es 1739 unter die Herrschaft des Freiherrn Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg.

Eingemeindungen

  • 1829: Bodelshofen
  • 1940: Unterboihingen

Einwohnerentwicklung

  • 1946: 06.392
  • 1961: 10.087
  • 1964: 11.200
  • 2000: 15.569
  • 2005: 15.711

Politik

Bürgermeister

Ehemalige Gemeinde Unterboihingen

  • 1863–1890: Peter Schlichter
  • 1890–1900: Karl Großmann
  • 1900–1917: Gustav Großmann
  • 1917–1933: Johann Georg König
  • 1933–1940: Andreas Bauer

Ehemalige Gemeinde Wendlingen

  • 1851–1883: Joseph Sigler
  • 1883–1907: Johann David Hammelehle
  • 1907–1933: Emil Kapp
  • 1933–1936: Eugen Hund
  • 1937–1940: Georg Keim

Gemeinde/Stadt Wendlingen am Neckar

  • 1940–1944: Andreas Bauer
  • 1944–1945: Emil Hartung
  • 1945–1945: Karl Strohmaier (kommissarisch)
  • 1945–1946: Rudolf Bisterfeld (kommissarisch)
  • 1946–1978: Helmut Kaiser
  • 1978–1992: Hans Köhler
  • 1992–2003: Andreas Hesky
  • seit 2003: Frank Ziegler

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 33,5 % −2,7 8 Sitze ±0
FWG 28,2 % −3,9 6 Sitze −1
SPD 20,7 % +2,3 4 Sitze ±0
Die Grünen 17,6 % +4,3 4 Sitze +1

Wappen

Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Blau eine goldene (gelbe) Winde, unten in Silber (Weiß) ein schwarzer Schräglinksbalken belegt mit drei goldenen (gelben) Kugeln.“ (Verleihungsurkunde vom 30. Juli 1965)

Der obere Teil stellt das seit 1596 nachgewiesene Wappen Wendlingens dar, der untere Teil zeigt das Wappen der Herren von Wernau, das von der früheren Gemeinde Unterboihingen verwendet wurde.

Städtepartnerschaften/Patenschaft

Luftaufnahme: Dorog

Außerdem hat Wendlingen seit 1966 die Patenschaft für die in Baden-Württemberg angesiedelten Heimatvertriebenen aus dem Egerland übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Östlich von Wendlingen-Bodelshofen befindet sich ein Umspannwerk der EnBW für 380, 220 und 110 kV, auf dessen Gelände auch die Netzleitstelle der EnBW Transportnetze AG angesiedelt ist.

Verkehr

Wendlingen ist über die Bundesautobahn 8 (Stuttgart−Ulm) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Bundesstraße 313 (PlochingenReutlingen) quert die Stadt.

An das Schienennetz ist die Stadt durch die Neckar-Alb-Bahn (Stuttgart−Tübingen) und die Teckbahn (nach Oberlenningen) angebunden.

In Wendlingen soll die geplante Neubaustrecke Wendlingen–Ulm (58 km) beginnen.

Bildungseinrichtungen

Für die Kleinsten gibt es neben einem städtischen Kindergarten fünf evangelische und vier römisch-katholische Kindergärten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Seit 2004 befindet sich im alten Pfarrhaus ein Stadtmuseum. Zudem gibt es eine Stadtgalerie, in der Ausstellungen zu betrachten sind.

Bauwerke

St.-Kolumban-Kirche

Im alten Ortskern von Unterboihingen befinden sich das ehemalige Rathaus, die St.-Kolumban-Kirche und das Pfarrhaus.

Die St.-Kolumban-Kirche wurde 1490 erbaut und 1910 nach den Plänen des Architekten Joseph Cades bis auf den Turm neu aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde sie außen komplett saniert. Das alte Pfarrhaus der St.-Kolumban-Kirche beherbergt heute das Stadtmuseum der Stadt Wendlingen am Neckar.

Die kleine Kapelle Unserer lieben Frau im Hürnholz, die sich auf dem Friedhof in Unterboihingen befindet, wurde 1275 erbaut. In ihrem Glockenturm befindet sich eine über 350 Jahre alte Glocke.

Die Eusebiuskirche ist spätestens seit Wendlingens Übergang in württembergische Hände evangelisch. Ihre ältesten Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie beherbergt heute eine evangelische Gemeinde, die mehr als 4000 Mitglieder hat.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Marianne Erdrich-Sommer (* 25. April 1952 in Offenburg), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordnete, wohnt in Wendlingen

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand

Literatur

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1218–1267.
  • Gerhard Hergenröder: Wendlingen am Neckar. Auf dem Weg zu einer Stadt. G & O Druck, Kirchheim unter Teck 1992

Weblinks


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