Bodenmais
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bodenmais
Bodenmais
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bodenmais hervorgehoben
49.06666666666713.1689
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 689 m ü. NN
Fläche: 45,28 km²
Einwohner:

3.338 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94249
Vorwahl: 09924
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 117
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Bodenmais
Bahnhofstr. 56
94249 Bodenmais
Webpräsenz: www.bodenmais.de
Bürgermeister: Michael Adam (SPD)
Lage des Marktes Bodenmais im Landkreis Regen
Landkreis Cham Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Deggendorf Landkreis Freyung-Grafenau Zwiesel Zachenberg Viechtach Teisnach Ruhmannsfelden Rinchnach Regen (Stadt) Prackenbach Patersdorf Lindberg Langdorf Kollnburg Kirchdorf im Wald Kirchberg im Wald Gotteszell Geiersthal Frauenau Drachselsried Böbrach Bodenmais Bischofsmais Bayerisch Eisenstein Arnbruck Achslach TschechienKarte
Über dieses Bild

Bodenmais ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Regen und Heilklimatischer Kurort. Er ist bekannt für sein Bergwerk und für den Silberberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Die evangelische St. Johanneskirche

Bodenmais liegt tief im Bayerischen Wald und zwar südwestlich am Fuße des Großen Arbers, dem höchsten Berg in Bayern außerhalb der Alpen.

Ortsteile sind außer dem eigentlichen Bodenmais: Bergwinkl, Böhmhof, Glashütte, Harlachberg, Karlhammer, Klause, Kohlplatz, Kothinghammer, Kreuzseign, Mais, Miesleuthen, Mooshof, Oberlohwies, Silberberg, Sternhammer, Unterlohwies, Untersteinhaus und Waid.

Panoramablick auf Bodenmais

Geschichte

Der Bayerische Wald, inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebirges Deutschlands liegend, findet in den Geschichtsbüchern schon früh Erwähnung. Gerodet wurde das Gebiet zuerst von Mönchen, dann von einigen wenigen Siedlern, die sich in dem „Urwaldgebiet“ niederließen. Der erste urkundliche Bericht über Bodenmais findet sich im Urbar der bayerischen Herzöge um das Jahr 1300, in dem vom „Item das Goldwerch ze Pabenmaiz“, berichtet wird. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in den Gruben bei Bodenmais, genannt „des Allmächtigen Gottes Gabe“, nach Silber gegraben, um 1485 erhielt der Ort vom bayerischen Herzog Albrecht IV. besondere Privilegien, durch den großen Freiheitsbrief von 1522 wurde der Ort zur „vollkommen gefreiten Bergstadt“ erhoben.

Nachdem die Gewinnung von Edelmetallen zurückging, stellte sich das Bergwerk 1542 auf die Erzeugung von Vitriol um, das damals zum Färben der Stoffe Verwendung fand. Mit der Umwandlung in eine Hofmark 1580 erloschen die Rechte der freien Bergstadt. Ab 1760 geriet der Absatz von Vitriol ins Stocken. Durch ein neues Verfahren, Potée (Polierrot) zu erzeugen, die zum Schleifen der Gläser und Polieren der Spiegel Verwendung fand, erlebte das Werk in den Jahren 1870 bis 1914 seine größte Blütezeit. Bodenmaiser Potée ging in die ganze Welt. Aber durch die Entwicklung neuer chemischer Herstellungsverfahren war man bald nicht mehr konkurrenzfähig. Die letzte Schicht wurde am 27. Mai 1962 gefahren.

Nachdem sich schon ab dem 15. Jahrhundert Glashütten im Bodenmaiser Raum ansiedelten, wurde Bodenmais nach 1945 innerhalb von 30 Jahren zum Glasveredlungszentrum und bietet heute die größte Bleikristallauswahl Deutschlands. Da sich hier, abseits der großen Verkehrsverbindungen, keine Industrie, außer der Glasindustrie, ansiedeln wollte, hat man frühzeitig den Fremdenverkehr als Erwerbsmöglichkeit erkannt. Der Ursprung geht schon zurück auf das Jahr 1883, in dem in Bodenmais der Bayerische Wald-Verein gegründet wurde. Nach dem Krieg wurde der Fremdenverkehr weiter ausgebaut und Bodenmais zum bekanntesten und meistbesuchten Kurort des Bayerischen Waldes.

1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort erklärt und 1958 zum Markt erhoben. 1962 begann man mit dem Bau eines beheizten Freibades, 1967 erfolgte der Kurhausbau, und 1972 konnte das Hallenbad in Betrieb genommen werden. 1989 erfolgte die Fertigstellung des neuen Rathauses mit Kurverwaltung, der Tiefgarage und des Kurparks. Als Abschluss der Bemühungen des Ortes im touristischen Bereich erhielt man im Dezember 1992 das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3.288, 1987 dann 3.331 und im Jahr 2000 3.466 Einwohner gezählt. Laut der Internetseite der Marktgemeinde hat Bodenmais derzeit 3.405 Einwohner.

Politik

Der Riesbach nahe Bodenmais

Marktgemeinderat

Nach der Kommunalwahl am 2. März 2008 ergibt sich die folgende Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 7 Sitze − 1 Sitz 45,2 % der Stimmen
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 5 Sitze + 1 Sitz 31,2 % der Stimmen
Freie Wählergemeinschaft Bodenmais 4 Sitze ± 0 Sitze 23,6 % der Stimmen

Bürgermeister

  • 1956 bis 1990: Siegfried Weikl (CSU)
  • 1990 bis 2008: Fritz Wühr (CSU)
  • seit 1. Mai 2008: Michael Adam (SPD)

Die Stichwahl vom 16. März 2008 erlangte bundesweite Aufmerksamkeit. Es wurde von vielen Medien als bemerkenswert eingestuft, dass Wühr als langjähriger Amtsinhaber aus der CSU sein Amt an den zu Amtsantritt erst 23-jährigen Politik- und Volkswirtschaftsstudent Michael Adam verlor, der damit zu Deutschlands jüngstem Bürgermeister avancierte. Aufsehen erregte die Wahl in den Medien u.a. deshalb, weil Adam nach eigenen Aussagen „alles das ist, was man hier (Niederbayern) nicht sein darf: jung, evangelisch und schwul.“

Das Kulturzentrum Altes Rathaus

Finanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.936.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 583.000 Euro.

Die Gemeinde hatte 2009 insgesamt 16,87 Millionen Euro Schulden. Die Lohn- und Einkommenssteuer der Bürger der Gemeinde betrugen 4,3 Millionen Euro. Es wurden 117,8 Millionen Euro Umsatzsteuer erwirtschaftet. Davon 41 % im Dienstleistungsgewerbe, 34 % im produzierenden Gewerbe und 26 % im Hotel- und Gastgewerbe.

Wappen

Aufgrund eines entsprechenden Beschlusses des Gemeinderates und Zustimmung des Staatsministeriums des Innern, belegt durch Ministerialentschließung vom 4. Februar 1959, führt die Gemeinde Bodenmais das nachstehend beschriebene Wappen.

Beschreibung: „Geteilt durch den Umriss des Silberbergs in Blau und Silber; oben der goldene Kurhut mit silbernem Hermelinbesatz, unten gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzer Bergmannshammer.“


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Marktplatz in Bodenmais
  • Katholische Pfarrkirche: Die Bodenmaiser Kirche wurde 1804/05 in der Mitte des Marktplatzes erbaut, und zwar so, dass sie in Richtung des Silberbergs zu stehen kam. 1955/56 wurde die Kirche durch den Anbau eines Oktogons erweitert. Den Altar schmückt eine Nachbildung des Gnadenbildes von Loreto (ein Geschenk des Kurfürsten), das bereits am 16. Juni 1705 (Namenstag des Heiligen Benno) in einer feierlichen Prozession von Maisried (Böbrach) nach Bodenmais übertragen wurde. Zur Erinnerung daran findet jedes Jahr ein „Umgang“ mit 5 tägigem Volksfest statt, bei dem das Gnadenbild mitgetragen wird.
  • Historisches Besucherbergwerk am Silberberg: Seit 1962 steht das Silberbergwerk interessierten Besuchern als Schaubergwerk offen. 1998 erwarben sechs ehemals im Bergwerk Beschäftigte das Werk mit den dazugehörigen Liegenschaften und betreiben seither das Historische Besucherbergwerk im Silberberg.
  • mehrere Glasbläsereien: Die größte und bekannteste ist die Joska-Glasbläserei, die unter anderem Pokale für den Wintersport herstellt.
  • Altes Rathaus mit Sonderausstellung über die Geschichte des Bergbaus und der Vitriolhütte am Silberberg in Bodenmais
  • Atelier Wölfl vom Bodenmaiser Künstler Johann Baptist Wölfl.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 41, im produzierenden Gewerbe 427 und im Bereich Handel und Verkehr 194 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 737 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.086. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 3 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 405 ha. Davon waren 18 ha Ackerfläche und 388 ha Dauergrünfläche.

Zur Förderung der Tourismuses wurde Mitte 2007 von der Marktgemeinde Bodenmais und dem Verein Wirtschaft und Tourismus die Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH (BTM) gegründet. 60 % der Geschäftsanteile liegen bei der Gemeinde, 40 % beim Verein. Geschäftsführer der BTM wurde Andreas Lambeck. Das Geschäftsvolumen der Tourismus & Marketing GmbH lag im Jahr 2009 bei 2,6 Millionen Euro. Im Jahr 2010 lagen die Einnahmen der BTM bei rund 3,4 Millionen Euro.

Übernachtungszahlen

[2]

Jahr
Gästeankünfte
Übernachtungszahlen
Übernachtungen/Gast
1995
108.921
995.505
9,1
2000
110.282
854.880
7,8
2005
101.057
708.672
7,0
2006
94.648
661.611
7,0
2007
97.183
657.727
6,8
2008
120.822
782.259
6,5
2009
138.556
846.868
6,1
2010
147.895
865.120
5,9

Verkehr

Seit 1928 ist Bodenmais Endpunkt der Bahnstrecke Zwiesel–Bodenmais. Sie wird heute von der Waldbahn im Stundentakt befahren.

Hier gilt das Bayerwald-Ticket als Tagesticket für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau. Die Einführung der GUTi genannten Erweiterung der örtlichen Kurkarte zum Fahrschein in diesem Tarifgebiet wurde durch den Marktgemeinderat Ende Juli 2010 abgelehnt.

Panoramablick im Winter über Bodenmais

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen und 89 Kindern
  • Volksschule mit 21 Lehrern und 320 Schülern

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Landesamt Bayern: "Monatserhebung im Tourismus"

Weblinks

 Commons: Bodenmais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Bodenmais — Bodenmais …   Wikipédia en Français

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