Bodmann

Franz Hermann Johann Maria Freiherr von Bodmann (* 23. März 1908 in Zwiefaltendorf; † 25. Mai 1945 in Markt Pongau) war SS-Obersturmführer und wurde als Lagerarzt in mehreren Konzentrationslagern eingesetzt.

Leben

Franz von Bodmann, promovierter Mediziner, war Angehöriger des Stahlhelms und trat Anfang der 1930er Jahre der SA sowie im Mai 1932 der NSDAP (Mitgliedsnr. 1.098.482) bei. Von der SA wechselte er in die SS (Mitgliedsnr. 267.787) und war ab dem 7. Februar 1939 bei der SS-Verfügungstruppe eingesetzt, die er am 18. September 1939 als Reservist verließ. Ab 1941 hatte von Bodmann, verheiratet und Vater dreier Kinder, eine Affäre mit der Aufseherin Luise Danz.[1] Ab dem 26. Januar 1942 begann er seinen Dienst als Lagerarzt in dem KZ Neuengamme und wurde von dort Mitte April 1942 in das KZ Auschwitz versetzt.

Bodmann, laut Klee der Erfinder des Tötens von Häftlingen mittels Phenolinjektionen, tötete in Auschwitz auch persönlich Häftlinge durch Einspritzen von Phenol in die Venen, und praktizierte dies später auch in anderen Lagern weiter.[2]

Von Mai 1942 bis Mitte August 1942 war er als Standortarzt im KZ Auschwitz tätig und anschließend bis zum 10. April 1943 ebenfalls als Standortarzt im KZ Majdanek eingesetzt. Nach seiner Versetzung in das KZ Natzweiler-Struthof im April 1943 war er dort bis zum 15. September 1943, und anschließend als leitender Arzt im KZ Vaivara, tätig. Spätestens ab Mitte 1944 erfolgte eine Tätigkeit beim SS-Hauptamt „Volksdeutsche Mittelstelle“ und ab dem 15. Dezember 1944 war von Bodmann als Truppenarzt bei der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ eingesetzt.

Franz von Bodmann verübte nach Ende des Zweiten Weltkrieges am 25. Mai 1945 in einem Lazarett für Kriegsgefangene in Markt Pongau Suizid.[3]

Literatur

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
  • Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3-596-14906-1.
  • Gisela Bock: Genozid und Geschlecht – Jüdische Frauen im nationalsozialistischen Lagersystem, Campus Verlag, 2005, ISBN 3593377306
  • Hermann Langbein: Menschen in Auschwitz. Frankfurt am Main, Berlin Wien, Ullstein-Verlag, 1980, ISBN 3-548-33014-2

Einzelnachweise

  1. Gisela Bock: Genozid und Geschlecht – Jüdische Frauen im nationalsozialistischen Lagersystem, 2005, S.68f.
  2. Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer., Frankfurt am Main, 1997, S.410
    Hermann Langbein: Menschen in Auschwitz. Frankfurt am Main, Berlin Wien, 1980, S. 390f.
  3. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945., Frankfurt am Main 2007, S.57f.

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