Bodo Lafferentz
Bodo Lafferentz (Juli 1940), Aufnahme von Heinrich Hoffmann

Bodo Lafferentz (* 27. Juli 1897; † 17. Januar 1974) war seit 1933 Mitglied der NSDAP und ab 1939 SS-Obersturmbannführer. Bekannt wurde er vor allem als Organisator der Bayreuther „Kriegsfestspiele“ und durch die Heirat mit der Wagner-Enkelin Verena.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Im Jahr 1928 promovierte Bodo Lafferentz an der Universität Kiel mit dem Thema „Wirtschaftsplan und Preisordnung“. Anschließend arbeitete er in der Geschäftsleitung der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und war ab 1929 ehrenamtlich im Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung tätig. Mit Wirkung vom 1. Mai 1933 wurde er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 2.594.441) und im November 1933 Leiter des „Amtes Reisen, Wandern und Urlaub“ der Organisation „Nach der Arbeit“, die später in „Kraft durch Freude“ umbenannt wurde.

Als Amtsleiter kandidierte auf dem Wahlvorschlag der NSDAP auf dem Listenplatz mit der Nummer 516 bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 29. März 1936, zog aber nicht in den nationalsozialistischen Reichstag ein. Damals wohnte er in Berlin-Grunewald, Hubertusbaderstraße 30.

Im Januar 1938 erhielt er als Reichsamtsleiter die Gesamtleitung des Amtes im Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront in Berlin. Im Mai 1937 wurde er gemeinsam mit Ferdinand Porsche und Jakob Werlin einer der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH (GeZuVor) und schließlich 1938 ehrenamtlich einer der Hauptgeschäftsführer der „Volkswagenwerk GmbH“. Aufgrund seiner Bereisungen von möglichen Standorten wurde bei der Gemeinde Fallersleben der Standort für das Volkswagenwerk ausgewählt.

Lafferentz war SS-Mitglied (SS-Nr. 347.155)[1], ab 1939 SS-Obersturmbannführer und Mitglied des Stabes des Rasse- und Siedlungshauptamts der SS. 1942 gründete er eine Gesellschaft für Forschung und Entwicklung, um die Aufschließung von Ölschiefervorkommen und die Nutzung der Windkraft zu untersuchen, sowie in Bayreuth unter dem Namen „Institut für physikalische Forschung“ eine Außenstelle des KZ Flossenbürg zur Entwicklung der Vergeltungswaffe 2 [2]. Er war Organisator der Bayreuther „Kriegsfestspiele“ und war in zweiter Ehe seit dem 26. Dezember 1943 mit Verena Wagner (* 1920), der Tochter Siegfried Wagners (Sohn des Komponisten Richard Wagner) und Winifred Wagner verheiratet. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor: Amelie (* 1944), Manfred (* 1945), Winifred (* 1947), Wieland (* 1949) und Verena (* 1952).

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Lafferentz interniert. Nach seiner Entlassung 1949 wurde er bei der Entnazifizierung als „minderbelastet“ eingestuft.[1]

Literatur

  • Hans Mommsen, Manfred Grieger: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. ECON, Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-16785-X

Einzelnachweise

  1. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 348.
  2. Braunes auf dem Hügel in: Titel Thesen Temperamente vom 10. August 2003

Weblinks


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