Boeden

Gerhard Boeden (* 10. Februar 1925) ist ein ehemaliger deutscher Polizeibeamter und Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Während des Zweiten Weltkriegs diente Boeden als Soldat der Kriegsmarine. Nach dem Krieg trat er in den Polizeidienst ein und absolvierte dann, angefangen vom Streifenbeamten, einen steilen Aufstieg. Seit 1953 gehörte Boeden dem Bundeskriminalamt an. Er verbrachte dort den größten Zeitraum seiner Laufbahn und avancierte 1983 zum Vizepräsidenten dieser Behörde. Diese Ernennung stellte wohl auch ein Stück Wiedergutmachung dar. Denn Boeden war als Leiter der Sicherungsgruppe Bonn offenbar zu Unrecht eine versäumte Festnahme der RAF-Mitglieder Adelheid Schulz und Christian Klar in Hamburg mit angelastet worden.

Im Anschluss an seine Tätigkeit im BKA wurde Boeden am 1. April 1987 zum Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz ernannt und führte das Amt bis zum 28. Februar 1991. Bei manchen Kollegen in den Führungsetagen der deutschen Nachrichtendienste war er als Aufstiegsbeamter und Seiteneinsteiger nicht besonders geschätzt und wurde gern in abwertender Manier als "der Polizist" bezeichnet oder mit Häme wegen seiner Beliebtheit bei den Beamten der unteren Besoldungsgruppen überzogen.

Seit Beginn seines Ruhestandes hat Boeden, anders als viele seiner Vorgänger und Kollegen, jede öffentliche Äußerung zu den Nachrichtendiensten und ihrer Tätigkeit strikt vermieden.


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