Bogenfriese
Rundbogenfries an einer Natursteinfassade (Alt-St. Martin in Kaarst)

Der Bogenfries (oft auch Rundbogenfries) ist ein Ornament in der Baukunst und gilt als eine der ältesten Erscheinungsformen des Frieses. Es besteht aus aneinander gereihten Halbkreisbögen, deren Schenkel auf kleinen Konsolen aufliegen können.[1] Dieser Friesstreifen diente zur Belebung und Strukturierung der Fassade und wurde in manchen Fällen mit Lisenen kombiniert.

Vorläufer der Bogenfriese finden sich in der byzantinischen Architektur (so z. B. im Mausoleum der Galla Placidia im norditalienischen Ravenna), in der die antike römische Architektur weiterlebte.

Diese Anregungen griffen die im Zuge der Völkerwanderung in Italien ansässig gewordenen Langobarden auf. Bogenfriese sind eines der stilprägenden Merkmale des lombardischen Baustils, was die englischen (lombard band) oder französischen (bande lombarde) Bezeichnungen bis heute verdeutlichen.

Von Norditalien aus hat sich die Verwendung der Bogenfriese nach West- und Mitteleuropa ausgebreitet, besonders in der romanischen und gotischen Architektur – angeregt möglicherweise durch Pilger, die auf ihren Fahrten nach Rom diese Architekturform in Norditalien schätzen gelernt hatten.

Inhaltsverzeichnis

Bilder

Doppelter Bogenfries an der Fassade des Quirinus-Münsters in Neuss


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Einzelnachweise

  1. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 146–147.

Literatur

  • Günther Binding: Architektonische Formenlehre. Darmstadt 1999, ISBN 3-89678-105-7.

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